Dienstag, 17. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
27. Juli 2016

Multidisziplinäre Überwachung der Eisenchelationstherapie erhöht Sicherheit und Adhärenz

Eine Eisenüberladung ist bei Patienten, die regelmäßigen Erythrozytentransfusionen bekommen müssen, häufig und auf lange Frist mit Schäden an Organen wie Leber und Herz verbunden. Dafür, dass eine Eisenchelationstherapie mit Deferasirox in verschiedenen Situationen in der täglichen Praxis hilfreich und praktikabel ist, gab es beim 21. Kongress der European Hematology Association Belege aus mehreren Beobachtungsstudien.

Die Transfusion roter Blutkörperchen ist ein wichtiger Pfeiler der Supportivtherapie bei den meist älteren Patienten mit myelodysplastischen Syndromen. Um die drohende Eisenüberladung bei transfusionsabhängigen Patienten, die ein unabhängiger negativer Prognosefaktor ist, zu verhindern oder abzumildern, wird in den Leitlinien eine Eisenchelationstherapie für folgende Patienten empfohlen: IPSS-Risiko von „niedrig“ oder „intermediär 1“, Lebenserwartung mehr als 1 Jahr, Serum-Ferritinwert mindestens 1.000 µg/l oder mit Dokumentation der Gabe von mindestens 20 Erythrozyten-Einheiten. In einer multizentrischen italienischen Studie wurde retrospektiv der Verlauf einer Therapie solcher MDS-Patienten (n=44) mit Deferasirox im Hinblick auf Sicherheit und Wirksamkeit untersucht, wie Lisette del Corso, Genua, in Kopenhagen berichtete (1). Die Patienten konnten in 2 Gruppen unterteilt werden: 26 wurden in der normalen hämatologischen Ambulanz behandelt (Gruppe A), während den übrigen 18 eine multidisziplinäre Betreuung durch Hämatologen, Internisten, Nephrologen und Immun-Hämatologen zuteil wurde (Gruppe B). Das umfasste u.a. eine Analyse bestehender Komorbiditäten und die Evaluation eventueller weiterer Therapien und ihrer möglichen Interaktion mit Deferasirox, insbesondere der Gabe von potenziell nephrotoxischen Medikamenten.
 

Abb. 1: Abnahme des Serumferritins unter Deferasirox (nach (1)).
Abb. 1: Abnahme des Serumferritins unter Deferasirox (nach (1)).


Die medianen Serum-Ferritinwerte zu Beginn lagen in Gruppe A bei 1.125,5 µg/l, in Gruppe B bei 1.317,0 µg/l. Eine Abnahme des Serumferritins um mindestens 20% konnte nach 3 Monaten Deferasirox bei 29% der Patienten in Gruppe A und bei 31% in Gruppe B beobachtet werden, nach 6 Monaten lagen die entsprechenden Werte bei 17% in Gruppe A, in Gruppe B hingegen mit 36% etwa doppelt so hoch. Nach 1 Jahr hatte sich der Abstand mit 22% versus 58% noch weiter vergrößert; dieser Unterschied war grenzwertig signifikant (p=0,06).

Die Ergebnisse zeigen, dass eine multidisziplinäre Betreuung die Sicherheit und Adhärenz gegenüber einer einfachen hämatologischen Betreuung erhöhen und so möglicherweise die Effektivität einer Eisenchelationstherapie verstärken kann. Ein früher Beginn der Therapie mit Deferasirox bei zunächst niedrigen Dosierungen, so del Corso, kann sinnvoll sein, ebenso die Beibehaltung der Dosierung für einige Monate, um eine zu schnelle Eisenausschwemmung zu vermeiden. Ebenso müssen klinische und Laborparameter regelmäßig überwacht werden, um beispielsweise nierentoxische Einflüsse rechtzeitig erkennen und managen zu können, ohne dass deshalb die Deferasirox-Behandlung unterbrochen werden muss.
jg
Literatur:
(1) del Corso L et al. EHA 2016, Abstr. PB1914.
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
CML
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs