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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Mai 2016

Morbus Gaucher – Der zweite Blick lohnt sich

Ungewöhnliche hämatologische Krankheitsbilder wie Morbus Gaucher waren das Thema einer weltweiten interaktiven Präsentation und Diskussion von Hämatologen und Onkologen beim Shire-Webcast in Berlin. Live dabei als Moderator war Prof. Dr. Hanno Riess, Charité Universitätsklinikum Berlin, ein ausgewiesener Experte hämatologischer Erkrankungen, der anschließend vom LSD World Symposium 2016 über das Management der Erkrankung Morbus Gaucher und die Schlüsselfunktion der Hämatologen bei der Diagnose berichtete.
Beim Morbus Gaucher, einer der häufigsten lysosomalen Speicherkrankheit mit chronisch progredientem Verlauf, lohnt sich ein „zweiter Blick“ bei der Diagnosestellung, erläuterte Riess. Patienten mit der nicht-neuropathischen Form des M. Gaucher Typ 1 haben einen genetisch bedingten Mangel des Enzyms β-Glucozerebrosidase, das für eine Akkumulation der Lipidsubstanz Glucozerebrosid in den Lysosomen der Makrophagen verantwortlich ist. Dies führt zur Funktionseinschränkung von Makrophagen in Organsystemen wie Milz, Leber, Knochenmark und Blut und damit in Folge zu pathologischen hämatologischen sowie viszeralen und ossären Komplikationen, so Riess.


Differentialdiagnose durch Hämatologen

„An Morbus Gaucher denken“, ermahnte Riess die Kollegen, wenn die betroffenen Patienten mit typischen hämatologischen Symptomen wie Hepatosplenomegalie, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, aber auch gastrointestinalen Beschwerden, Müdigkeit und Knochenschmerzen zu ihnen kommen. Aufgrund dieser unspezifischen Symptome werden Patienten oft mit Leukämien (65%), Lymphomen (36%) oder Multiplem Myelom (22%) fehldiagnostiziert, und so vergehen bis zur korrekten Diagnose dieser seltenen Speicherkrankheit meist viele wertvolle Jahre; Morbus Gaucher hat unbehandelt eine ungünstige Prognose für die Patienten, betonte Riess. Bei einer Thrombozytenzahl unter 150.000/µl und einer diagnostizierten Anämie und/oder Splenomegalie schafft ein Enzymtest Gewissheit. Die „Schlüsselfunktion der Hämatologen“ ist nicht hoch genug einzuschätzen, argumentiert auch Prof. G. Pastores, Irland, in seinem Webcast-Beitrag zu Morbus Gaucher. Auffällige Laborparameter, eine abnorme Anzahl von Blutzellen, Störung der Blutgerinnung sowie das Vorliegen einer Hepatosplenomegalie bedürfen einer weiteren Abklärung, um maligne hämatologische Erkrankungen auszuschließen. Hier ist letztlich die Knochenmarksbiopsie Mittel der Wahl, so Pastores.


Frühzeitig handeln, irreversible Manifestationen verhindern

Dabei gibt es gegen Morbus Gaucher sehr wirksame Medikamente, die frühzeitig verabreicht positiven Einfluss auf die Krankheitsprogression haben können, betonte Riess. Substanzen wie Velaglucerase alfa (VPRIV®) werden im Rahmen einer Langzeit-Enzymersatztherapie sehr erfolgreich angewendet. Velaglucerase alfa, das rekombinant in humanen Zelllinien hergestellt wird, substituiert das fehlende oder verringerte körpereigene Enzym β-Glucozerebrosidase. Unter dieser Enzymersatztherapie – eine intravenöse 60-minütige Infusion alle 2 Wochen reicht aus – kommt es zu einer Rückbildung der Symptome; die Hämoglobinkonzentration und Thrombozytenzahl steigen, das Milz- und Lebervolumen wird verringert. Für die Patienten bedeutet das eine immense Steigerung der Lebensqualität. Daher empfiehlt sich besonders für Kinder mit Enzym-Mangel eine frühzeitige β-Glucozerebrosidase-Substitution. Die Verträglichkeit des Wirkstoffs Velaglucerase alfa ist gut, nur bei 1% der Patienten kommt es zur Antikörperbildung. Ein Therapiewechsel von Imiglucerase zu Velaglucerase zeigt eine gleichbleibend positive Wirksamkeit mit einem guten Verträglichkeitsprofil. Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten sind nicht beobachtet worden, zudem kann das Enzym für alle Patienten unabhängig vom Metabolisierungsstatus eingesetzt werden. Alternativ steht eine oral applizierbare Substratreduktionstherapie, die die Synthese der Glucozerebroside hemmt, zur Verfügung, bei der jedoch Wechselwirkungen und Metabolisierungsstatus zu berücksichtigen sind.


Fazit

Bei unklaren Beschwerden, besonders hämatologischen Symptomen und Splenomegalie sind eine Differentialdiagnostik und frühe Therapie unerlässlich. Mittels Blutuntersuchungen können Patienten mit Morbus Gaucher von Hämatologen korrekt diagnostiziert werden. Unter Langzeit-Enzymersatztherapie mit Velaglucerase alfa bilden sich die Symptome zurück, so Riess abschließend.

Trockenblutkarten zur einfachen und kostenfreien Testung auf Morbus Gaucher können angefordert werden unter: diagnostikservice@shire.com.


Mit freundlicher Unterstützung von Shire
ghk
11. New Horizons in Haematology Conference „Morbus Gaucher und essentielle Thrombozythämie – Advancing our clinical perspectives in haematology: What is your approach?”, 11.03.2016, Berlin
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