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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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06. Dezember 2016

Mit immunonkologischen Substanzen die Prognose verbessern

Die Immunonkologie bietet Tumorpatienten unterschiedlicher Entitäten vielversprechende neue therapeutische Optionen. Die Hoffnung ist, durch die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems und dessen Integration in die Behandlung eine anhaltende Tumorkontrolle und langfristig eine Chronifizierung der Erkrankung zu erreichen.
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Grundsätzlich kann das körpereigene Immunsystem Tumorzellen erkennen und eliminieren. Die Tumorzellen sind jedoch in der Lage, das Immunsystem zu umgehen bzw. zu inaktivieren. Hier setzt die Krebsimmuntherapie an: Immunonkologische Substanzen stellen die Aktivität des Immunsystems wieder her. Das Therapiekonzept der Immunonkologie scheint weitgehend indikationsübergreifend zu funktionieren, erläuterte Prof. Dr. Viktor Grünwald, Hannover.

Paradebeispiel ist der PD-1-Inhibitor Nivolumab, der nach Erstzulassung beim malignen Melanom im Juni 2015 in Europa mittlerweile auch beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom und beim fortgeschrittenen Nierenzellkarzinom zugelassen ist. Zudem ist Nivolumab in Kombination mit Ipilimumab für die Behandlung des fortgeschrittenen/metastasierten Melanoms zugelassen und damit Bestandteil der ersten zugelassenen Kombinationstherapie zweier immunonkologischer Substanzen in der Europäischen Union.

Ipilimumab war 2011 die erste zugelassene immunonkologische Substanz – seinerzeit für die Behandlung von bereits vorbehandelten Patienten mit fortgeschrittenem inoperablen oder metastasierten Melanom. Zwei Jahre später folgte die Zulassungserweiterung für die erste Therapielinie. Beide Checkpoint-Inhibitoren – Ipilimumab und Nivolumab – haben einen wesentlichen Anteil daran, dass sich die Krebsimmuntherapie mittlerweile als vierte Behandlungssäule bei zahlreichen soliden Tumorentitäten etablieren konnte.

„Die Krebsimmuntherapie verbessert die Prognose unserer Patienten“, bestätigte Grünwald. Ein aktuelles Beispiel sind laut Grünwald die Ergebnisse der CheckMate -141-Studie beim fortgeschrittenen Plattenepithelkarzinom im Kopf-Hals-Bereich (SCCHN). Hier verlängerte die Zweitlinientherapie mit Nivolumab die mediane Gesamtüberlebenszeit der mit Platin bereits vorbehandelten Patienten statistisch signifikant im Vergleich zu den Patienten im Kontrollarm, die eine Standardtherapie nach Wahl des behandelnden Arztes erhielten (HR=0,70; p=0,0101). Die Ergebnisse führten in den USA zur Zulassungserweiterung von Nivolumab bei diesen Patienten.

Mit Elotuzumab steht seit Mai dieses Jahres auch für vorbehandelte Patienten mit Multiplem Myelom (MM) eine immunonkologische Substanz zur Verfügung, die in Kombination mit Lenalidomid und Dexamethason zugelassen ist. Der IgG1-Antikörper steigert zum einen die Aktivität der NK-Zellen (natürliche Killerzellen) und markiert darüber hinaus die Myelomzellen für das körpereigene Immunsystem. Die erweiterten Follow-up-Daten der Zulassungsstudie ELOQUENT-2 bei Patienten mit rezidiviertem bzw. refraktärem MM basieren auf einer Nachbeobachtungszeit von mittlerweile über 3 Jahren. Die explorative Analyse bestätigt weiterhin eine signifikante PFS-Verbesserung gegenüber dem Kontrollarm ohne Elotuzumab (HR=0,73; p=0,0014). Die Zeit-spanne bis zur nächsten Behandlung (TTNT) verlängerte sich im Mittel um über 1 Jahr. Die Daten unterstreichen, dass sich mit der Krebsimmuntherapie ein zum Teil langanhaltendes progressionsfreies Überleben erreichen lässt.

Die Krebsimmuntherapie wird insgesamt gut vertragen. Immunvermittelte Nebenwirkungen lassen sich durch ein zeitnahes Management in der Regel gut beherrschen. Die Krebsimmunthe-rapie ist laut Prof. Dr. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg, daher auch eine wichtige Therapieoption für ältere und/oder weniger fitte MM-Patienten. Diese werden bislang im Rahmen kontrollierter klinischer Studien zu wenig berücksichtigt.

Die Zukunft der Krebsimmuntherapie sehen die Experten in der immunonkologischen Kombinationstherapie, die im Rahmen klinischer Studien weiter untersucht werden muss. Goldschmidt verwies auf die CheckMate -602-Studie, eine randomisierte Phase-III-Studie bei Patienten mit rezidiviertem/refraktärem MM. In der Studie wird Elotuzumab mit Nivolumab plus Pomalidomid/Dexamethason kombiniert. Im Mausmodell, so Goldschmidt, zeigte die Kombination Elotuzumab/Nivolumab eine deutlich erhöhte Wirksamkeit gegenüber der jeweiligen Monotherapie.

Vielversprechende Studiendaten liegen zudem zu Nivolumab bei Patienten mit fortgeschrittenem Hodgkin Lymphom vor, erläuterte Prof. Dr. Andreas Engert, Köln. Das Problem bei der Behandlung dieser Patienten sind die zum Teil klinisch relevanten Langzeittoxizitäten unter den derzeit verfügbaren Therapieoptionen. Der PD-1-Inhibitor Nivolumab sei hier eine potentielle wichtige neue Therapieoption, die bei guter Wirksamkeit mit einer deutlich besseren Verträglichkeit einherzugehen scheint.
 
Birgit-Kristin Pohlmann (bp)
Satellitensymposium „Die Geschichte der Immun-Onkologie geht weiter“, DGHO-Kongress, 15.10.2016, Leipzig; Veranstalter: BMS
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