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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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24. Februar 2014

Zentrum für evidenzbasierte Medizin der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.

Mit "UroEvidence" spielen die deutschen Urologen eine Vorreiterrolle

J. Kranz, F. Kunath, H. Borgmann, D.L. Dräger, L.-M. Krabbe, N. Kröger, W. Otto, A. Spek, F. Zengerling, B. Wullich, A. Miernik, Zentrum für evidenzbasierte Medizin der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V.

Die deutschen Urologen gehen im Bereich der translationalen Forschung neue Wege. Als eine der ersten medizinischen Fachgesellschaften der Bundesrepublik hat die Deutsche Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) im Herbst 2013 eine Institution zur Verbesserung des Wissenstransfers von der klinischen Forschung in den Arbeitsalltag von Klinik und Praxis gegründet. Das neue "Zentrum für evidenzbasierte Medizin" der DGU verdeutlicht mit seinem Kurznamen "UroEvidence" dieses Ziel und soll den Informationsfluss zwischen wissenschaftlich aktiven Kollegen und klinisch tätigen Urologen verbessern.

Dazu passend wird eine der wesentlichen Aufgaben des neu gegründeten Zentrums sein, das verfügbare Wissen in der Urologie zu erfassen, systematisch zu analysieren und zu interpretieren. Wie Sackett et al. 1996 in ihrer Definition der "evidence based medicine" herausstellten, sei es die Basis medizinischen Handelns, klinische Entscheidungen durch eine Integration wissenschaftlicher Erkenntnisse zu belegen, kritisch zu hinterfragen und sie damit abzusichern. Dies beinhalte insbesondere die Verknüpfung der klinischen Expertise des Arztes und der individuellen Patientenpräferenz mit der verfügbaren externen Evidenz aus systematischer Forschung.

Zehnköpfiges Reviewboard unterstützt die Arbeit des Zentrums

Die Gründung von UroEvidence wurde von Prof. Dr. med. Bernd Wullich angestoßen. Der Direktor der Urologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen und Vorsitzender des Ressorts Forschungsförderung im Vorstand der DGU wird dem Zentrum für evidenzbasierte Medizin als wissenschaftlich allseits anerkannter Urologe und Humangenetiker auch als ehrenamtlicher Leiter zur Verfügung stehen. Um das Zentrum auch technisch von Beginn an auf ein professionelles Niveau zu bringen, wird ab März 2014 eine hauptamtliche Informationswissenschaftlerin am DGU-Hauptstadtbüro die Urologen bei ihrer Tätigkeit unterstützen. Daneben wurde im Sommer 2013 aus zahlreichen Bewerbungen von der DGU ein zehnköpfiges Reviewboard etabliert. Dieses besteht aus urologisch tätigen Ärzten unterschiedlichen Ausbildungsstands, die allesamt Erfahrungen oder Interesse auf wissenschaftlichem Gebiet verbindet. Es handelt sich dabei um folgende Personen:

• Dr. med. Frank Kunath (Koordinator des Reviewboards), Assistenzarzt für Urologie des Universitätsklinikums Erlangen, hat als ehemaliger Ferdinand-Eisenberger-Forschungsstipendiat bereits Erfahrung mit dem Deutschen Cochrane Zentrum in Freiburg
• Dr. med. Hendrik Borgmann, Assistenzarzt für Urologie des Universitätsklinikums Frankfurt, Vorsitzender der German Society of Residents in Urology (GeSRU)
• Dr. med. Désirée Louise Dräger, M.A., Assistenzärztin für Urologie der Universitätsmedizin Rostock, zudem M.A. der Psychologie, Pädagogik und Germanistik
• Dr. med. Laura-Maria Krabbe, Assistenzärztin für Urologie des Universitätsklinikums Münster, aktuell Forschungs-aufenthalt am University of Texas Southwestern Medical Center Dallas
• Dr. med. Jennifer Kranz, Assistenzärztin für Urologie des St.-Antonius-Hospitals in Eschweiler, dort Koordinatorin des Kontinenz- und Beckenbodenzentrums, sie wurde 2011 mit der wissenschaftlichen Auszeichnung „Die Besten für die Urologie“ der DGU geehrt
• Dr. med. Nils Kröger, Assistenzarzt für Urologie der Universitätsmedizin Greifswald, erhielt 2012 mit dem Maximilian Nitze Preis die höchste Forschungsauszeichnung der DGU
• Dr. med. Arkadiusz Miernik, FEBU, Facharzt für Urologie am Universitätsklinikum Freiburg und Forschungsstipendiat sowohl der Deutschen-, als auch Europäischen Gesellschaft für Urologie
• Priv.-Doz. Dr. med. Wolfgang Otto, Facharzt für Urologie, verbindet Tätigkeit in einer Facharztpraxis bei Regensburg mit Forschung am Institut für Pathologie der Universität Erlangen
• Dr. med. Annabel Spek, Assistenzärztin für Urologie des Klinikums Meiningen
• Dr. med. Friedemann Zengerling, Assistenzarzt für Urologie des Universitätsklinikums Ulm, ebenfalls ehemaliger Eisenberger-Forschungsstipendiat.

Enge Zusammenarbeit mit dem Deutschen Cochrane Zentrum

Das erforderliche Rüstzeug für die Arbeit im Board erhalten die UroEvidence-Reviewer durch eine enge Kooperation mit dem Deutschen Cochrane Zentrum (DCZ) in Freiburg, das von Prof. Dr. rer. nat. Gerd Antes geleitet wird. Er hatte großen Anteil an der Umsetzung der Idee von UroEvidence und wird mit seinen Mitarbeitern auch die weitere Entwicklung des Zentrums für evidenzbasierte Medizin der DGU betreuen. Das Deutsche Cochrane Zentrum ist eine Einrichtung der Cochrane Collaboration, einem internationalen Netzwerk aus Ärzten, Wissenschaftlern und Methodikern. Es möchte den Beteiligten im Gesundheitswesen eine wissenschaftlich fundierte Informationsgrundlage bieten, um den aktuellen Stand der klinischen Forschung in kurzer Zeit objektiv beurteilen zu können. Hierzu gehört unter anderem die Erstellung, Verbreitung und Aktualisierung von systematischen Übersichtsarbeiten in der Medizin sowie die dazugehörige Methodenforschung (www.cochrane.de). Genau dies wird auch eine der wesentlichen Aufgaben der Reviewboard-Mitglieder von UroEvidence sein, weshalb die entsprechenden Voraussetzungen dazu in Kursen des DCZ erworben werden sollen.

UroEvidence wird zudem statistisch vom Institut für Medizinische Biometrie und Informatik der Universität Heidelberg (Leitung: Prof. Dr. Meinhard Kieser) unterstützt. Zudem standen die Mitarbeiter des Studienzentrums der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie (DGC) in Heidelberg um PD Dr. med. Markus K. Diener und Frau Inga Rossion sowie Prof. Dr. med. Markus Büchler als Mitglied des Vorstands der DGC mit hilfreichen Anregungen und Ratschlägen zur Seite. Das Studienzentrum der Deutschen Gesellschaft für Chirurgie in Heidelberg war einer der Vorreiter in Deutschland bei der Implementierung von evidenzbasierten Techniken in der klinischen Routine zur Verbesserung der Patientenversorgung und der Studienplanung. Systematische Übersichtsarbeiten und andere evidenzbasierte Techniken werden hier unter anderem routinemäßig zur Generierung von Studienhypothesen und Fallzahlplanungen verwendet.
 

Abb. 1: Reviewboard "UroEvidence" bei der Auftaktveranstaltung im Deutschen Cochrane Zentrum in Freiburg i. Br. im Oktober 2013, v.l.n.r.: Prof. Dr. Bernd Wullich, Dr. Laura-Maria Krabbe, Dr. Arkadiusz Miernik, Dr. Frank Kunath, Dr. Friedemann Zengerling, Dr. Hendrik Borgmann, Prof. Dr. Gerd Antes, Dr. Désirée Louise Dräger, PD Dr. Wolfgang Otto. Es fehlen: Dr. Jennifer Kranz, Dr. Nils Kröger, Dr. Annabel Spek.

Neue Wissensqualität soll auch Leitlinien und Studienlage verbessern

Mit der Gründung des Zentrums für evidenzbasierte Medizin hat die DGU nicht nur einen strukturellen Grundstein zur verbesserten Translation der Grundlagenforschung in die klinische Praxis, sondern auch zur Neudefinierung der Wissensqualität in der deutschen Urologie gelegt. Es wurde hierdurch ein klares Signal gegeben, dass die medizinische Behandlung auf gesicherten wissenschaftlichen Ergebnissen basieren muss. Die DGU ist somit eine der ersten medizinischen Fachgesellschaften, die eine strukturierte und hochqualitative Aufarbeitung der verfügbaren Evidenz anstrebt. Damit werden neue Instrumente genutzt, um auf die exponentiell wachsende Wissensgenerierung in den biomedizinischen Datenbanken professionell reagieren zu können. Eine der wichtigsten Limitationen für die Implementierung neuer Forschungsergebnisse in die klinische Routine sind zeitliche Verzögerungen in der Informationserfassung und -verarbeitung. Diese können mehrere Jahre betragen und erhebliche Nachteile für Patienten und das Gesundheitssystem im Allgemeinen bedeuten. Nach dem Aufbau des nationalen urologischen Studienregisters führt die DGU somit diese Aktivität mit dem Ziel fort, das Wissen in der Urologie auf der Grundlage aktueller klinischer Studien und medizinischer Veröffentlichungen zusammenzutragen und strukturiert aufzuarbeiten.

Aufgabe von UroEvidence wird es nun sein, anhand praxisnaher Fragestellungen systematische Übersichtsarbeiten zu erstellen, kritisch zu interpretieren und damit einen aktuellen Überblick zu ermöglichen. Nach Klärung der klinischen Relevanz der zu Tage geförderten Ergebnisse soll am Schluss die leserfreundliche Aufbereitung für alle interessierten Urologen stehen. Dieser Prozess erfolgt nach Empfehlungen der Cochrane Collaboration und in enger Kooperation mit dem Deutschen Cochrane Zentrum Freiburg. Ein weiteres Ziel ist die konsequente Erfassung des Wissens in der Urologie (evidence mapping). Darunter wird die Erstellung einer so genannten "Wissenslandkarte" zur Identifizierung von Wissenslücken verstanden. Dies stellt eine weitere wichtige Aufgabe des Reviewboards dar, da hierdurch nicht nur der klinische, sondern auch der wissenschaftliche Bedarf für eine hochqualitative Aufarbeitung bestimmter Felder berücksichtigt wird.

Am Ende sollen die Erkenntnisse von UroEvidence aber nicht Selbstzweck sein, sondern auch in Handlungsempfehlungen münden. Daher wird das Zentrum für evidenzbasierte Medizin auch die Arbeit der Leitliniengruppen der DGU zur Beantwortung konkreter Fragestellungen unterstützen. Zur Verbesserung der Verständlichkeit und Zugänglichkeit der Information werden praxisrelevante Kurz- und Zusammenfassungen der Richtlinien erstellt werden, auf die im klinischen und Praxisalltag schnell und einfach zurückgegriffen werden kann. Auch die Initiierung und Beratung von Studienvorhaben in der Urologie soll mit Hilfe von UroEvidence neu strukturiert werden.

UroEvidence stellt somit einen weiteren Schritt in der konsequenten Weiterentwicklung und Festigung bereits bestehender Strukturen in der Urologie dar und ermöglicht die Verknüpfung und Zusammenarbeit der verschiedenen Tätigkeitsbereiche und Arbeitsgruppen innerhalb der DGU.

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