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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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08. November 2016

Metastasiertes Pankreaskarzinom: Wirksame und verträgliche Therapieoption nach Gemcitabin-Versagen in Sichtweite

In der Behandlung des metastasierten Pankreaskarzinoms ist die Gemcitabin-basierte Therapie seit Jahren Standard. Nach dem Versagen einer Gemcitabin-basierten Therapie gab es bisher keine zugelassene Therapieoption. Das ändert sich nun. Die EMA hat die Kombination von liposomalem Irinotecan (nal-Irinotecan, nal-IRI) und 5-FU/LV zur Behandlung von Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom, deren Erkrankung unter einem Gemcitabin-Regime fortgeschritten ist, am 14.10.2016 europaweit zugelassen (1). In den ESMO- und NCCN-Leitlinien (2, 3) wird die Kombination ebenfalls empfohlen.
Für Patienten mit Pankreaskarzinom im metastasierten Stadium ist die Therapie mit Gemcitabin seit bereits 20 Jahren der Standard. In der MPACT-Studie konnte eine Verlängerung des Gesamtüberlebens (OS) durch Hinzunahme von nab-Paclitaxel gezeigt werden (4). Auch die zusätzliche Gabe des EGFR-Inhibitors Erlotinib ging mit einem moderaten Vorteil gegenüber der Gemcitabin-Monotherapie einher (5). Die nicht Gemcitabin-haltige Kombination FOLFIRINOX verlängerte das OS zwar ebenfalls signifikant gegenüber Gemcitabin Mono, brachte aber deutlich mehr klinisch relevante Nebenwirkungen mit sich (6).


OS-Vorteil mit nal-IRI nach Gemcitabin-Versagen

Für eine Therapie nach Versagen einer Gemcitabin-haltigen Vortherapie (kurz: post-Gemcitabin) konnte für nal-IRI in der Phase-III-Studie ein signifikanter Überlebensvorteil gezeigt werden. Die internationale, multizentrische NAPOLI-1-Studie schloss Patienten ein, die Gemcitabin in der metastasierten Situation erhalten hatten oder vor der Metastasierung der Erkrankung im neoadjuvanten, adjuvanten oder lokal fortgeschrittenen Setting mit Gemcitabin behandelt wurden (12%). In der dreiarmigen Studie erhielten 417 Patienten entweder eine nal-IRI-Monotherapie, die Kombination 5-FU/LV oder alle drei Substanzen. Primärer Endpunkt war das OS, welches im Median von 4,2 Monaten unter 5-FU/LV bzw. 4,9 Monaten unter nal-IRI Mono auf 6,1 Monate (HR: 0,67) unter nal-IRI/5-FU/LV-Therapie verlängert wurde (7). Die kombinierte Therapie ging mit einer geringen Neurotoxizität und einer niedrigen Inzidenz von Alopezie einher. Fatigue und Diarrhoe traten am häufigsten auf. Für die Behandlung von Gemcitabin-refraktären Patienten erwies sich im Rahmen der CONKO-003-Studie das OFF-Schema als lebensverlängernd (8), wurde allerdings von der kanadischen Phase-III-Studie PANCREOX nicht bestätigt (9). Gegen das Schema spricht ferner eine zu erwartende erhöhte Neurotoxizität des Platins, welche kumulativ mit der Neurotoxizität unter nab-Paclitaxel vermieden werden sollte.


Mehrere Therapieoptionen anbieten

Gemäß des Tumorregisters Pankreaskarzinom erhalten nur etwa 28% der Pankreaskarzinompatienten eine zweite palliative Therapie (10). Weitere 28% beenden die erste palliative Linie und erhalten keine weitere Therapie. Eine wichtige Erkenntnis des Registers ist, dass Pankreaskarzinompatienten ein vergleichbares PFS wie in klinischen Studien erreichen, obwohl sie außerhalb klinischer Studien älter und komorbider sind. Es sollte daher für jeden Patienten eine Nachfolgetherapie bzw. eine Therapiesequenz in Erwägung gezogen werden.


Fazit

Für die Behandlung des Pankreaskarzinoms werden dringend neue Behandlungsoptionen benötigt. Nach Versagen einer Gemcitabin-haltigen Therapie hat sich nal-IRI in Kombination mit 5-FU/LV als wirksam und verträglich erwiesen. Das Regime wird in den Leitlinien der ESMO und NCCN empfohlen.


Mit freundlicher Unterstützung der Baxalta Deutschland GmbH


Lesen Sie in der nächsten Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE mehr zur nal-Irinotecan-Zulassungsstudie NAPOLI-1.
Dr. Ine Schmale, Westerburg
Literatur:
(1) Shire Granted EU Marketing Authorization of ONIVYDE®,18. Oktober 2016. Verfügbar unter: https://www.shire.com/en/newsroom/2016/october/xbbgwf. (Zugriff am 18.10.2016).
(2) Ducreux M et al. Ann Oncol 2015; 26(suppl5): v56-v68.
(3) NCCN Guidelines Version 1.2016 Pancreatic Adenocarcinoma.
(4) Von Hoff DD et al. N Engl J Med 2013; 369: 1691-1703.
(5) Moore MJ et al. JCO 2007; 25: 1960-1966
(6) Conroy T et al. N Engl J Med 2011; 364: 1817-25.
(7) Wang-Gillam A et al. Lancet 2016; 387:545-57.
(8) Oettle H et al. J Clin Oncol 2014; 32:2423-29.
(9) Gill S et al. J Clin Oncol 2014; 32(suppl5): Abstr. 4022.
(10) Hegewisch-Becker S. IOMEDICO Tumorregister Pankreaskarzinom, präsentiert auf dem DGHO 2015.
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