Dienstag, 24. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
08. Dezember 2016

Metastasiertes Pankreaskarzinom – NAPOLI-1-Studie: Überlebensvorteil mit nal-Irinotecan nach Gemcitabin-Versagen

Das Adenokarzinom des Pankreas stellt die vierthäufigste Todesursache bei Malignomen in Europa und den USA dar, obwohl es nur etwa 3% der neu aufgetretenen Karzinom-Erkrankungen pro Jahr ausmache, erinnerte Prof. Dr. Gerald Prager, Medizinische Universität Wien, bei einem Shire-Satellitensymposium im Rahmen des DGHO. 8% der Patienten überleben 5 Jahre, so dass die jährliche Mortalität nahezu der Inzidenz entspricht (1). Die Überlebensraten hätten sich in den vergangenen 40 Jahren nicht wesentlich geändert, erklärte Prager. Daher seien neue Therapieoptionen wie das kürzlich zugelassene liposomal verkapselte Irinotecan (nal-IRI, Onivyde®) (2) dringend erforderlich.
Seit dem 14. Oktober 2016 ist nal-IRI in Europa zugelassen zur Behandlung des metastasierten Adenokarzinoms des Pankreas in Kombination mit Fluoro-uracil (5-FU) und Leucovorin (LV) bei erwachsenen Patienten, deren Erkrankung unter einer Gemcitabin-basierten Therapie fortgeschritten ist (2).

Die Zulassung basiert auf Ergebnissen der globalen, offenen, Phase-III-Studie NAPOLI-1 (3). In der dreiarmigen Studie erhielten 417 Patienten mit metastasiertem Pankreaskarzinom und Gemcitabin-haltiger Vorbehandlung randomisiert eine Monotherapie mit nal-IRI, die Kombination 5-FU/LV oder alle drei Substanzen. Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben (OS).

Die NAPOLI-Studie wurde laut Protokoll mit nal-IRI Mono vs. 5-FU/LV gestartet und nach Vorliegen von Sicherheitsdaten zur Kombination von nal-IRI + 5FU/LV um den 3. Arm mit nal-IRI + 5-FU/LV erweitert. In dem Vergleich wurden 151 Patienten unter nal-IRI sowie 149 Patienten unter 5-FU/LV in beiden Studienprotokollen ausgewertet. Der nal-IRI + 5-FU/LV-Arm (n=117) wurde nur mit Patienten im 5-FU/LV-Arm verglichen, die nach der Protokollerweiterung rekrutiert wurden (n=119).

Die Patientencharakteristik der ITT-Population war zwischen den Armen ausgeglichen: Die Patienten waren im Median 62-63 Jahre alt und hatten nal-IRI in der Mehrheit (53%-56%) als Zweitlinientherapie erhalten. Ein Drittel der Patienten war bereits mit zwei oder mehr Therapielinien für die metastasierte Erkrankung behandelt worden. Zudem hatten 13% der Patienten beider Studienarme die Gemcitabin-Behandlung im neoadjuvanten, adjuvanten oder lokal fortgeschrittenen Setting erhalten.


nal-IRI verlängert OS um 45%

Das mediane OS wurde durch die Zugabe von nal-IRI zu 5-FU/LV um 45% von 4,2 auf 6,1 Monate verlängert (HR stratifiziert 0,57; HR nicht stratifiziert 0,67; p=0,012). Ein OS-Vorteil unter der Kombinationstherapie wurde in nahezu allen untersuchten Subgruppen gesehen, unabhängig vom CA19-9-Wert zu Beginn der Therapie, der Lokalisation des Primärtumors, den klinischen Parametern oder dem Alter. Insbesondere profitierten Patienten, bei denen nal-IRI frühzeitiger als der Median eingesetzt wurde, sowohl in Bezug auf die Zeit ab Diagnose (HR 0,46) als auch bezüglich der metastasierten Erkrankung (HR 0,50). Das progressionsfreie Überleben verdoppelte sich von 1,5 auf 3,1 Monate (HR nicht stratifiziert 0,56; p<0,0001). Ein Ansprechen wurde bei 16% im Kombinationsarm versus 1% im Kontrollarm beobachtet (ORR, p<0,0001). Dies sei für eine Zweitlinientherapie beim Pankreaskarzinom durchaus beachtenswert, erklärte Prager, ebenso wie die Reduktion des Tumormarkers CA19-9 bei 29% versus 9% der Patienten (p=0,0006). Mit der Hinzunahme von nal-IRI kam es zu einer geringen Zunahme an Nebenwirkungen. Insgesamt ginge die kombinierte Therapie mit einer geringen Neurotoxizität und einer niedrigen Inzidenz von Alopezie einher. Fatigue und Diarrhoe traten am häufigsten auf. Die Verträglichkeit von nal-IRI sei berechenbar und beherrschbar, kommentierte Prager.


Paradigmenwechsel durch Sequenzen

Damit ergebe sich für die palliative Behandlung des metastasierten Pankreaskarzinoms auch in Hinblick auf mögliche Therapiesequenzen ein Paradigmenwechsel, sagte Prager. Je nach Wahl der Erstlinientherapie können nun bis zu drei effektive Therapielinien appliziert werden: Gemcitabin plus nab-Paclitaxel in der Erstlinie, nal-IRI plus 5-FU/LV in der Zweitlinie und ein Platin-basiertes Regime in der Drittlinie.


Mit freundlicher Unterstützung von Shire (vormals Baxalta, now part of Shire)


Lesen Sie in der nächsten Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE mehr zur Therapie mit nal-Irinotecan.
Dr. Ine Schmale, Westerburg
Satellitensymposium von Baxalta „Leitliniengerechte Therapie des Pankreaskarzinoms“, 16.10.2016, Leipzig; Pressemeldung der Shire plc, Okt. 2016
Literatur:
(1) RKI, http://www.krebsdaten.de
(2) Fachinformation ONIVYDE®, Stand Oktober 2016.
(3) Wang-Gillam A et al. Lancet 2016; 387:545-57.
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs