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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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03. August 2015

Metastasiertes Nierenzellkarzinom: Modifiziertes Therapieschema verbessert Verträglichkeit von Sunitinib

Klinische Studien zeigen eine Expositions-Wirkungs-Beziehung von Sunitinib beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC). Dosisreduktionen wegen Unverträglichkeit sollten daher auf ein notwendiges Maß beschränkt bleiben. Günstiger ist eine Modifikation des Therapieschemas: Sie bessert die Verträglichkeit bei gleichbleibender Wirksamkeit.

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Eine adäquate Dosierung und eine ausreichend lange Therapiedauer sind wesentliche Voraussetzungen einer Behandlung des mRCC mit dem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) Sunitinib (Sutent®). Um dieses Ziel zu erreichen, ist eine optimierte Prävention und Behandlung von Nebenwirkungen essenziell. Vertragen Patienten das empfohlene Therapieschema von 4 Wochen Behandlung und 2 Wochen Therapiepause (4/2-Schema) nicht, sollte primär nicht die Standarddosis von 50 mg reduziert werden, wie Prof. Axel Merseburger, Hannover, berichtete: „Denn die Reduktion der Tumorgröße hängt direkt von der Dosis ab.“ Unter Standarddosis seien Wirksamkeit und Ansprechen deutlich besser als unter einer Dosis von 37,5 mg oder 25 mg (1).

Als günstige und praktikable Option hat sich dagegen der Wechsel auf ein 2/1-Therapieschema erwiesen. Diese Modifikation des Schemas verbessert die Verträglichkeit der Behandlung, ohne die Dosis und die onkologische Wirksamkeit des TKIs zu beeinflussen, wie Najjar und Mitarbeiter in einer retrospektiven Studie nachweisen konnten (2). Die Häufigkeit gravierender Nebenwirkungen Grad ≥ 3 wie Fatigue und Hand-Fuß-Syndrom (HFS), Mukositis und Thrombozytopenie verringerte sich nach dem Wechsel signifikant (p<0,0001) (Abb. 1).

Abb. 1: Das Sutent®-2/1-Therapieschema ist beim mRCC mit weniger Nebenwirkungen verbunden. HFS=Hand-Fuß-Syndrom; mPFS=medianes progressionsfreies Überleben, retrospektive Analyse.
Abb. 1: Das Sutent®-2/1-Therapieschema ist beim mRCC mit weniger Nebenwirkungen verbunden. HFS=Hand-Fuß-Syndrom; mPFS=medianes progressionsfreies Überleben, retrospektive Analyse.


Das mediane progressionsfreie Überleben (mPFS) nach Therapiebeginn im 4/2-Schema und folgendem Wechsel auf das 2/1-Schema wird auf 43,9 Monate geschätzt. Weitere Studien, die Merseburger präsentierte, bestätigten die „bessere Verträglichkeit bei gleichbleibender Wirksamkeit in Bezug auf das PFS“. Die Relevanz der Dauer der Therapie zeigen Auswertungen der Zulassungsstudie von Sunitinib (3, 4). Danach korreliert die Dauer mit einer Zunahme der Ansprechrate, so Merseburger: „Hatten nach einer medianen Therapiedauer von 6 Monaten 37% der Patienten angesprochen, waren es nach 11 Monaten 47%.“

Michael Koczorek, Bremen
Fachjournalisten-Workshop „Potenziale von Sunitinib, Axitinib und Temsirolimus voll ausschöpfen: Therapiemanagement beim metastasierten Nierenzellkarzinom (mRCC)“, Hannover, 26.05.2015; Veranstalter: Pfizer Oncology
Literatur:

(1) Houk BE et al. Cancer Chemother Pharmacol 2010; 66:357-71.
(2) Najjar YG et al. Eur J Cancer 2014; 50:1084-89.
(3) Motzer RJ et al. N Engl J Med 2007; 356:115-24.
(4) Motzer RJ et al. J Clin Oncol 2009; 27:3584-90.

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