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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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07. Juli 2014

Metastasiertes Mammakarzinom: Eribulin in der Secondline gut einsetzbar und gut steuerbar

Interview mit Prof. Stefan Frühauf, Bad Hersfeld.

Eribulin (Halaven®) ist jetzt auch nach nur einer vorangegangenen Chemotherapie des lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinoms nach Vorbehandlung mit einem Anthrazyklin und einem Taxan zugelassen. Herr Prof. Stefan Frühauf, Bad Hersfeld, berichtete in einen Interview mit JOURNAL ONKOLOGIE über seine Erfahrungen mit dieser Substanz.

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JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Professor Frühauf, wann setzen Sie Eribulin bevorzugt ein?

Frühauf:
Wir setzen Eribulin bevorzugt in der Secondline beim metastasierten Mammakarzinom ein. Nach meiner Erfahrung hat diese Substanz eine gute Wirksamkeit insbesondere bei Patientinnen mit Lebermetastasen. Bei einer Patientin mit metastasiertem Mammakarzinom und Lebermetastasen, die in der Erstlinie ein Taxan bekommen hatte und danach progredient war, hatten wir zum Beispiel Eribulin über neun Zyklen eingesetzt. Damit konnten wir sowohl eine signifikante Remission der Lebermetastasengröße erzielen als auch eine Abnahme des Tumormarkers. Gleichzeitig besserten sich die klinischen Beschwerden, da sich der Leberkapseldruck verringerte. Die Remission dauerte ein halbes Jahr an, das heißt wir konnten die Krankheit ein halbes Jahr kontrollieren. Wird die Therapiezeit von 4,5 Monaten mit berücksichtigt, so hat man insgesamt etwa 10 Monate Zeit gewonnen.

Bei Knochenmetastasen ist der Nutzen anhand des Tumormarkers schwieriger zu bestimmen und es ist insgesamt schwerer bei Knochenmetastasen eine klinische Besserung zu erreichen.

JOURNAL ONKOLOGIE: Eröffnen so gute Remissionen auch wieder eine Chance für den anschließenden Einsatz lokaler Therapieverfahren?

Frühauf: Die Patientin mit den Lebermetastasen, über die ich berichtete, hat tatsächlich anschließend eine TACE-Therapie einer einzelnen Lebermetastase erhalten können. Andere Lebermetastasen sind zwar dann wieder progredient geworden, doch wenn eine Lebermetastase so liegt, dass sie mit Lokalverfahren angehbar ist, so sollte auch immer an den möglichen Einsatz lokaler Therapieverfahren gedacht werden.

JOURNAL ONKOLOGIE: Capecitabin ist eine weitere Option in der Secondline. Was sind Entscheidungskriterien, die eher für den Einsatz von Eribulin sprechen?

Frühauf: Entscheidungskriterien sind zum einen die Patientenpräferenz. So muss z.B. bei einer Behandlung mit Capecitabin täglich eine größere Anzahl Tabletten eingenommen werden. Andererseits ist Remissionsdruck ein wichtiges Entscheidungskriterium. Bei höherem Remissionsdruck und wenn größere Metastasen vorliegen, würde ich eher zu einer i.v.-Substanz tendieren und Eribulin einsetzen.

 

Kasuistik
• Patientin mit metastasiertem Mammakarzinom und Lebermetastasen. Progredient nach Erstlinientherapie mit einem Taxan.
• Secondlinetherapie mit 9 Zyklen Eribulin (4,5 Monate), Remission der Lebermetastasen, Abnahme des Tumormarkers. Nach Beendigung der Therapie bestand eine Krankheitsstabilisierung über eine Dauer von 6 Monaten.
• Eribulin war insgesamt gut verträglich, geringgradige Alopezie, enterale Zusatzernährung wegen Appetit- und Gewichtsverlust


JOURNAL ONKOLOGIE: Auf was muss man achten beim Einsatz von Eribulin?


Frühauf: Eribulin hat erwartete Nebenwirkungen z.B. auf die Hämatopoese. Die Hämatoxizität muss man im Auge behalten. Die Leberwerte sollten monitoriert werden, d.h. ob es zu einem Transaminasenanstieg kommt. Eine Neurotoxizität habe ich bisher unter Eribulin noch nicht beobachten können. Auch die Alopezie unter Eribulin ist vertretbar, es kommt zu keiner kompletten Alopezie. Von vielen, die Capecitabin einsetzen, wird angeführt, dass es darunter zu weniger Alopezie kommt. Doch im Vergleich zu Taxanen ist die Alopezie unter Eribulin doch geringer ausgeprägt. Unserer Patientin mit den Lebermetastasen hatten wir eine enterale Zusatzernährung gegeben, da sie über Appetitminderung und Gewichtsverlust klagte. Darauf sollte man achten. Eine Neuropathie kann auftreten, jedoch ist sie nicht dosislimitierend. Nach meiner Erfahrung gibt es unter Eribulin keine dosislimitierenden nicht hämatologischen Nebenwirkungen. Insgesamt ist Eribulin als Monosubstanz gut einsetzbar und gut steuerbar.

Vielen Dank für das Gespräch!

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