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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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06. Dezember 2016

Metastasiertes Magenkarzinom: Aktualisierter Behandlungsalgorithmus

Drei typische Patienten gebe es beim Magenkarzinom, den über 65-Jährigen mit salzreicher Ernährung, der häufig ein Antrum- oder Corpuskarzinom entwickle; den übergewichtigen Mann mittleren Alters mit Reflux, der meist ein Adenokarzinom des ösophagealen Übergangs bekomme, und schließlich die junge Frau mit diffusem Magenkrebs und Neigung zur Peritonealkarzinose und daher sehr schlechter Prognose, sagte Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran. Er stellte den aktualisierten Behandlungsalgorithmus vor, der für registrierte Ärzte online einsehbar ist.*
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Das wichtigste Kriterium für die Therapieentscheidung beim metastasierten Magenkarzinom sei nach wie vor der HER2-Status: HER2-positive Patienten erhalten in erster Therapielinie eine Chemotherapiedoublette und Trastuzumab. Als HER2-positiv gelten IHC3+ und IHC2+/FISH-positiv, da schwächer positive Patienten von der Therapie nicht oder nicht ausreichend profitieren (1), erklärte Al-Batran.

Für HER2-negative Patienten wird bei gutem Allgemeinzustand und hohem Remissionsdruck entweder das FLOT-Schema (Platin, FP und Docetaxel) oder die Doublette aus entweder Platin und FP (FLO-Schema) oder Irinotecan und FP (FOLFIRI) eingesetzt. Dies hängt von Alter und Komorbiditäten des Patienten ab, der bei Niereninsuffizienz beispielsweise kein Cisplatin erhalten soll. Die Toxizität des FLO-Regimes im Vergleich zu FLOT sei mit 38,6% vs. 81,9% deutlich geringer, wie die 65+-Studie mit älteren Patienten gezeigt habe (2), so Al-Batran.

Nach Progress biete sich als Zweitlinientherapie entweder Ramucirumab mono, Ramucirumab mit Paclitaxel (mit der Absicht, in 3. Therapielinie Irinotecan/FOLFIRI oder Taxane zu geben) oder Irinotecan/FOLFIRI an, wenn die erste Linie des HER2-negativen Patienten aus der Doublette bestand. Die Verbesserung der Therapie habe es möglich gemacht, dass in Deutschland mittlerweile 50-60% der Patienten mit Magenkarzinom die 2. Therapielinie erreichen, so Al-Batran abschließend.

„Beim Darmkrebs erreichen 70% der Patienten die Zweitlinie, allerdings nur 50% die dritte Therapielinie“, sagte PD Dr. Stefan Kasper, Essen. Dass rechtsseitige Tumoren eine schlechtere Prognose haben, habe eine aktuelle Analyse der Studien FIRE-3 und CRYSTAL gezeigt (3). Linksseitige Tumoren profitieren besser von einer Anti-EGFR-Therapie mit Cetuximab (3) oder Panitumumab, wie eine weitere Analyse (4) nachgewiesen hat.

Als Zweitlinientherapie konnte Ramucirumab und FOLFIRI vs. Placebo + FOLFIRI in der RAISE-Studie ein besseres Gesamtüberleben von 13,3 vs. 11,7 Monaten und ein progressionsfreies Überleben von 5,7 vs. 4,5 Monaten zeigen. Eine gerade erschienene Subgruppenanalyse (5) der RAISE-Studie zeigte für Frauen ein besseres Ansprechen, was die Frage nach dem Wirkspiegel stellt. Unter Ramucirumab stieg außerdem die Neutropenierate an – jedoch nicht die der febrilen Neutropenien – und diese Neutropenie-Patienten profitierten besonders von der Therapie, auch dies könnte auf einen höheren Wirkspiegel zurückzuführen sein.

Eine weitere Beobachtung der Analyse war, dass unter einer Anti-VEGF-Therapie, bei der proangiogene Faktoren zunächst absinken, der Anstieg von u.a. des Placental Growth Factor PIGF einen bevorstehenden Progress anzeigt, „möglicherweise eine Rationale, den Wirkmechanismus zu wechseln“, sagte Kasper.



* Therapiealgorithmen online. Algorithmen und Chemotherapieschemata zu den 32 häufigsten soliden Tumoren. Desktop-Anwendung ©rs media GmbH. Herausgeber: Prof. Dr. Salah-Eddin Al-Batran, Frankfurt, und Prof. Dr. Ralf-Dieter Hofheinz, Mannheim. Kostenlose Registrierung (HWG-konform) unter http://www.therapiealgorithmen.de
(ab)
Symposium „Neue Standards in der Therapie des Magen- und Kolorektalkarzinoms“, DGHO-Kongress, Leipzig, 14.10.2016; Veranstalter: Lilly
Literatur:
(1) Bang Y et al. Lancet 2010.
(2) Al-Batran SE et al. Eur J Cancer, 2012.
(3) Stintzing S et al. JAMA 2016.
(4) Peters M et al. Presented at ESMO 2016, P89.
(5) Obermannova R. Ann Oncol 2016.
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