Mittwoch, 15. August 2018
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren
Kasuistiken
Studien


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
18. März 2009

Metastasiertes CRC: Hohe Rate an sekundären Resektionen unter Cetuximab

Etwa ein Drittel der Patienten mit kolorektalem Karzinom hat bereits zum Zeitpunkt der Diagnosestellung Metastasen, von denen ein Großteil nicht mehr resektabel ist. Dank neoadjuvanter Chemotherapie und optimierter chirurgischer Verfahren konnte der Anteil erfolgreicher sekundärer Resektionen in den letzten Jahren gesteigert werden, was zumindest einigen Patienten die Chance auf Heilung bietet. Wesentlich für eine hohe Rate an sekundären Resektionen ist eine hohe Ansprechrate auf die neoadjuvante Therapie. In der randomisierten Phase- II -Studie CELIM* [1] zeigte die Kombination aus Cetuximab und einer Standardchemotherapie konstant hohe Ansprechraten bei Patienten mit KRAS-Wildtyp- Tumor und initial nicht resektablen Lebermetastasen und ermöglichte eine hohe Rate sekundärer Resektionen. Die Ergebnisse der CELIM-Studie bestätigen somit die Daten der randomisierten Studien CRYSTAL** und OPUS***.
Anzeige:
 
 
Die überlegene Wirksamkeit des EGFR-Antikörpers Cetuximab (Erbitux®) in Kombination mit einer Standardchemotherapie in der Erstlinienbehandlung von Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie zeigte sich bereits in der Phase-III-Studie CRYSTAL sowie in der Phase-II-Studie OPUS. Die CRYSTAL-Studie verglich Cetuximab in Kombination mit FOLFIRI versus FOLFIRI, die OPUS-Studie [2] Cetuximab in Kombination mit FOLFOX versus FOLFOX. Analysen dieser Studien, die erstmals bei der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) im Juni 2008 vorgestellt wurden, bestätigten die Rolle von KRAS als prädiktiver Biomarker für die Wirksamkeit einer Anti-EGFR-Therapie. Sie zeigten, dass die zusätzliche Gabe von Cetuximab bei Patienten mit Tumoren vom KRAS-Wildtyp zu signifikant höheren Ansprechraten führt als die jeweilige Standardchemotherapie allein (CRYSTAL: 59% vs. 43%; OPUS: 61% vs. 37%) und dass sich das Progressionsrisiko im Vergleich zur alleinigen Chemotherapie verringerte (CRYSTAL: 32%; OPUS: 43%). Das neueste Update der CRYSTAL-Studie [3] zeigt zudem einen klinisch relevanten Trend zur Verlängerung des Gesamtüberlebens (Medianes Gesamtüberleben: 24,9 Monate versus 21,0 Monate für die Patienten, die nur Chemotherapie erhielten, HR: 0,84, p=0,22).

CELIM-Studie

Die Phase-II-Studie CELIM, die auf dem ASCO GI 2009 vorgestellt wurde, bestätigt die Ergebnisse der Studien CRYSTAL und OPUS und zeigt damit erneut, wie wichtig die Bestimmung des KRAS-Status für eine individualisierte Therapie des metastasierten kolorektalen Karzinoms mit einem Anti-EGFR-Antikörper ist. Untersucht wurde in der CELIM-Studie Cetuximab kombiniert mit der jeweiligen Standardchemotherapie (FOLFOX6 oder FOLFIRI). Eingeschlossen wurden Patienten mit Lebermetastasen, die als nicht resektabel eingestuft wurden. Kriterien für die Nicht-Resektabilität waren eine Metastasenzahl von 5 oder mehr sowie eine technisch nicht durchführbare Resektion z.B. aufgrund der Lokalisation der Metastasen. Extrahepatische Metastasen galten als Ausschlusskriterium. Die Patienten waren entweder Chemotherapie-naiv oder hatten eine adjuvante Chemotherapie vor mehr als 6 Monaten abgeschlossen.

Eine Evaluierung des Ansprechens mittels CT wurde nach jedem 4. Zyklus durchgeführt (ca. alle 8 Wochen). Eine Resektion war geplant, falls nach 8 Zyklen die Metastasen als resektabel eingestuft wurden. Falls die Metastasen zu diesem Zeitpunkt noch nicht resektabel waren, wurde die Resektabilität nach jedem weiteren CT-Scan beurteilt. Zwischen Dezember 2004 und März 2008 wurden 111 Patienten randomisiert, 56 Patienten in Arm A erhielten Cetuximab + FOLFOX6 und 55 Patienten in Arm B bekamen Cetuximab + FOLFIRI. Der KRAS-Status wurde bei 99 Patienten bestimmt, eine KRAS-Mutation wiesen 30% der Patienten im Arm A und 28,6% der Patienten in Arm B auf. Mehr als die Hälfte der Patienten hatte 5-10 Lebermetastasen und immerhin knapp ein Fünftel wiesen mehr als 10 Lebermetastasen auf.
0
Abb. 1: Hohe Rate an sekundären Resektionen in der CELIM-Studie


Hohe Rate an sekundären Metastasenresektionen

Cetuximab in Kombination mit Standardchemotherapie (FOLFOX oder FOLFIRI) erwies sich in der CELIM-Studie als ein hoch aktives Regime: So konnte bei 79% der Patienten mit KRAS-Wildtyp-Tumor eine deutliche Reduktion der Tumorgröße erzielt werden. Bei 46% aller Patienten wurde eine Metastasenresektion durchgeführt, bei 34% konnte eine R0-Resektion erreicht werden (Abb. 1). 0 Die mediane Zeit bis zur Resektion betrug 5 Monate. Signifikante Unterschiede in der Effektivität zwischen FOLFOX und FOLFIRI zeigten sich bislang nicht. Es bestanden auch keine Unterschiede in der Resektionsrate in Abhängigkeit davon, ob Lebermetastasen aufgrund der Anzahl oder der technischen Machbarkeit als nicht resektabel eingestuft worden waren. Vielmehr ging ein hohes Tumoransprechen mit einer hohen Resektionsrate einher. Fast alle Patienten, die reseziert werden konnten, hatten ein komplettes oder partielles Ansprechen (CR/PR): Von den 79 Patienten mit CR/PR konnten 35 R0-reseziert werden, im Vergleich dazu nur 2 von 18 Patienten mit stabiler Erkrankung (SD). Bei den 8 Patienten mit progredientem Krankheitsverlauf unter Therapie konnte keine Resektabilität erzielt werden. Inwieweit sich die Metastasenresektion auf das Gesamtüberleben der Patienten auswirkt, wird derzeit ausgewertet und zu einem späteren Zeitpunkt präsentiert. as
1
1. Folprecht G, et al. ASCO GI 2009; Abstract No: 296
2. Bokemeyer C, et al. J Clin Oncol 2008
3. Rougier P, et al. ASCO GI 2009; Abstract No: 443
4. Brodowicz T, et al. ASCO GI 2009; Abstract No: 381
* CELIM: Randomized multicenter study of CEtuximab plus FOLFOX or FOLFIRI in neoadjuvant treatment of non-resectable colorectal LIver Metastases
** CRYSTAL: Cetuximab combined with iRinotecan in first line therapY for metaSTatic colorectAL cancer
***OPUS: OxaliPlatin and cetUximab in firSt-line treatment of mCRC
Mit freundlicher Unterstützung der Merck Pharma GmbH

Interview: Cetuximab plus Chemotherapie ermöglicht hohe Raten sekundärer Lebermetastasenresektionen bei KRAS –Wildtyptumoren

Herr Dr. Folprecht, was sind die wichtigsten Erkenntnisse aus den Ergebnissen der CELIM-Studie und welche Fragen sind noch offen?

Wir konnten zeigen, dass auch bei Patienten mit sehr hohem Risiko – mit mehr als 5 Lebermetastasen oder technisch primär nicht resektablen Lebermetastasen – häufig eine Metastasenresektion zu erreichen ist und zwar etwa in einem Drittel der Fälle. Außerdem hat sich Cetuximab plus Chemotherapie in der neoadjuvanten Situation als ein sehr gutes Regime erwiesen – vorausgesetzt es liegt ein KRAS-Wildtyp vor – mit dem immerhin bei 70% der Patienten eine bestätigte Remission erreicht werden konnte. Offene Fragen sind noch das Langzeitüberleben und welche Patienten besonders von einer Resektion profitieren.
2
Früher galten mehr als 3 Lebermetastasen als ein Ausschlusskriterium für eine Metastasenresektion. Muss das jetzt revidiert werden?

Die Anzahl der Lebermetastasen ist ein prognostisch sehr ungünstiges Kriterium. Deswegen galt früher eine Resektion bei mehr als 3 Metastasen als nicht sinnvoll. Was wir in der CELIM-Studie zeigen konnten ist, dass auch bei Patienten mit mehreren Lebermetastasen eine R0-Resektion möglich ist. Somit ist die Anzahl allein kein Ausschlusskriterium für eine Resektabilität. Eine absolute Irresektabilität besteht nur, wenn man mehr als 70% des Leberparenchyms resezieren müsste. Was wir noch nicht zeigen konnten – da die Nachbeobachtungszeit noch nicht ausreichend lang war – ist, ob auch diese Patienten ein gutes Langzeitergebnis haben.

Wie bewerten Sie die Kombinationspartner FOLFOX und FOLFIRI?

FOLFOX und FOLFIRI haben sich als gleichwertig erwiesen und beide Regime sind gute Kombinationspartner für Cetuximab. Die Auswahl wird sich an den Vortherapien richten und nach den Begleiterkrankungen. Wegen der kurzzeitigen Behandlung spielen weder Polyneuropathie noch Diarrhoen eine sehr große Rolle bei der Therapieauswahl.
Quelle:
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Fachgesellschaften
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
Betroffenenrechte
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2018