Donnerstag, 14. Dezember 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
28. August 2012

Highlights vom Senologiekongress

Meeting der AGO Mamma

Im Fokus stand die individualisierte Therapie. Viele Frauen werden noch übertherapiert, eine Deeskalation wird angestrebt, die aber nur mit Hilfe valider prädiktiver Faktoren umsetzbar ist. Einen Ansatz bietet die Response-gerichtete Therapie, Hoffnung liegt auch auf prädiktiven Gentests, für die in den nächsten Jahren Daten aus prospektiven Studien vorliegen werden.

Lokaltherapie beim primären Brustkrebs

Die lokale Sicherheit wird von der Tumorbiologie und der Tumorausbreitung beeinflusst. Die Lokalrezidivrate ist z.B. bei Lumnial-A-Tumoren am niedrigsten. Die Systemtherapie hat auch Auswirkungen auf die Lokalrezidivrate, berichtete Prof. Nicos Feris, Chemnitz (Abb. 1). Das gilt ebenso für triple-negative Tumoren. Bei Patienten mit Luminal-B-Tumoren verbessern Chemo- und Hormontherapie die Lokalrezidivrate. Feris: „Es ist an der Zeit, Operationsstudien anhand des molekularen Subtyps durchzuführen.“

 

Abb. 1: Abhängigkeit der Lokalrezidivrate von der systemischen Therapie.
BCT=brusterhaltend behandelte Brust; MAS=Mastektomie; ST=Systemtherapie.
 

Neoadjuvante Chemo-/Antikörper-Therapie

Die Chemotherapie ist inzwischen individualisiert steuerbar, sagte Prof. Andreas Schneeweiß, Heidelberg. Wie die GeparTrio-Studie zeigen konnte, führt die Response-gesteuerte Therapie in Abhängigkeit vom Ansprechen nach zwei Zyklen Chemotherapie zu einem besseren Gesamtüberleben. Der Effekt zeigte sich hauptsächlich bei Hormonrezeptor-positiven Patientinnen.

Wie sollte man vorgehen?

- Bei einem frühen Ansprechen nach 6-12 Wochen neoadjuvanter Systemtherapie (NST): Komplettierung der gesamten Chemotherapie vor Operation (d.h. > 18 Wochen). Bei Ansprechen auf 2 Zyklen TAC Docetaxel, Doxorubicin, Cyclophosphamid) bei HR-positivem Mammakarzinom: 8 statt 6 Zyklen TAC
- Bei keiner Änderung: Komplettierung der NST, anschließend Operation, Fortsetzen der NST mit nicht kreuzresistentem Regime (DACx2® NXx4 (Vinorelbin, Capecitabin) zumindest bei HR-positivem Mammakarzinom
- Bei Progression: Abbruch der NST und umgehende Opertion oder Bestrahlung

Die pathologische Komplettremission (pCR) ist zumindest in Subgruppen mit einem besseren Gesamtüberleben assoziiert. Keine pCR bedeutet ein schlechteres krankheitsfreies Überleben beim Hormonrezeptor-negativen Mammakarzinom. Diese Patientinnen sind Kandidaten für postneoadjuvante Therapiekonzepte (z.B. experimentelle adjuvante Therapie). Eine Chemotherapie in Kombination mit Bevacizumab führt zur signifikanten Verbesserung des pCR-Rate – aber: in deutschen Studien nur bei HER2-negativen Patientinnen, in amerikanischen Studien nur bei HER2-positiven Patientinnen.

Adjuvante Therapie

Noch ist die adjuvante Therapie fast ausschließlich auf die Prognose ausgerichtet. Klassische Prognosefaktoren sind sehr valide, erklärte Prof. Ulrike Nitz, Mönchengladbach. Als problematisch erweist sich jedoch die mangelnde Konkordanz der lokalen und zentralen Pathologie: Für das Grading besteht nur 58% Konkordanz, für den HR-Status 86% und für den HER2-Status 81%.

Etwa die Hälfte der Frauen mit niedrigem Risiko sind zu identifizieren. Schwierig wird es bei Patientinnen mit mittlerem Risiko (z.B. 55 Jahre, 2,1 cm, pN0, G2, HR+). Laut Nitz haben 36% der Patientinnen Mikrometastasen. Von ihnen können 26% geheilt werden und 10% sind Therapieversager. Auf der anderen Seite haben rund 60% der Patientinnen keine Mikrometastasen und werden übertherapiert.

Hier könnten prädiktive Gentests einen Ansatz bieten, allerdings gibt es noch keine prospektiven Daten und sie werden von der AGO aktuell nicht empfohlen. Der Test uPA/PAI-1 wird von der AGO empfohlen, ist aber nur bei etwa 30% der Patientinnen anwendbar (pN0G2). Ein Problem ist laut Nitz auch, dass man Frischmaterial für den Test benötigt. Nitz wies in diesem Zusammenhang auf die planB-Studie hin, mit der untersucht werden soll, ob bei Patientinnen mit HER2-negativem Brustkrebs eine Taxan-basierte, Anthrazyklin-freie Chemotherapie genauso wirksam und mit weniger Langzeitnebenwirkungen behaftet ist wie eine Anthrazyklin-haltige Chemotherapie. Aufgenommen wurde in diese Studie der Oncotype DX Test, um das Rezidivrisiko bei Hormonrezeptor-positiven Patientinnen zu ermitteln.

Osteoonkologie und Mammakarzinom

Das fortgeschrittene Mammakarzinom metastasiert häufig in die Knochen (Abb. 2), wodurch es zu pathologischen Frakturen kommen kann (ca. 68%). Eine Therapie mit Bisphosphonaten sollte bei jeder Patientin mit ossären Metastasen obligat sein, sagte PD Dr. Michael P. Lux, Erlangen. Indikationen für eine Bisphosphonat-Therapie sind: Hyperkalzämie, Metastasen-bedingter Knochenschmerz, osteolytische Metastasen und die Tumortherapie-induzierte manifeste Osteoporose. Alternativ kann auch eine RANK-Ligand-Inhibitor-Therapie eingesetzt werden.

 

Abb. 2: Metastasenlokalisation beim Mammakarzinom.

 

Bisphosphonate werden von der AGO empfohlen zur Prävention von Metastasen bei frühem Mammakarzinom in Subgruppen (+) und zur Reduktion von Knochenschmerzen (++).

Als eine vielversprechende Therapieoption nannte Lux den RANK-Ligand-Antikörper Denosumab. Im Vergleich zu Zoledronsäure kam es unter Denosumab in der Studie von Stopecke et al. zu einer Reduktion der Morbidität bzgl. skelettbezogener Ereignisse. Empfohlen wird der RANK-Ligand-Antikörper zur Therapie und Prävention des Tumortherapie-induzierten Knochenmasseverlusts/Osteoporose (mit ++ bzw. + (Prävention)). Bei Schmerzen hat eine Strahlentherapie Vorrang, wie Lux anfügte. Die Indikationen zur Operation sind gleich geblieben.

Brustrekonstruktion

Bei Planung der Operation sollte nicht nur der lokale Befund betrachtet werden, riet Prof. Jens-Uwe Blohmer, Berlin, sondern auch z.B. der BMI, Diabetes und der Raucher-Nichtraucher-Status. Sofort- und Intervallrekonstruktion scheinen vergleichbar sicher zu sein. Die Intervallrekonstruktion stellt keine Behinderung von adjuvanten Therapien dar. Nachteil ist der Verlust des Hautmantels. Die Sofortrekonstruktion wird bei brusterhaltender Therapie (BET) bevorzugt und ist obligat bei SSM (skin sparing mastektomie). Silikon-gefüllte Implantate sind nicht gesundheitsschädigend, betonte Blohmer, und sie haben keinen Einfluss auf das krankheitsfreie Überleben und die Erkennung von Rezidiven. Bei der Rekonstruktion mit Implantaten ist zu beachten, dass eine längere perioperative Antibiose notwendig ist, und dass eine Radiotherapie nach Implantatrekonstruktion häufiger zu Lymphödemen führt.

Darüber hinaus kann das Lipofilling hilfreich sein, und es scheint sicher zu sein, sollte jedoch nicht bei DCIS angewendet werden.

Meeting der Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie (AGO) Mamma; 06.07.2012

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASH 2017