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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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15. März 2016

Maligne Neoplasien: Perspektiven zielgerichteter Therapien

Mit zielgerichteten Therapien eine „Heilung anstreben“, mit diesen hoffnungsvollen Worten eröffnete Prof. Hartmut Goldschmidt, Heidelberg, die Diskussion über Behandlungsstrategien bei malignen Neoplasien. Daten von der 57. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) zeigen die aktuelle Entwicklung von Therapiestrategien beim Multiplen Myelom, bei der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) und beim seltenen Mantelzelllymphom (MCL).

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Beim Multiplen Myelom werden antigene Strukturen wie das Glykoprotein CD38 auf Myelomzellen hoch exprimiert. Diese können zielgerichtet von dem CD38-Antikörper Daratumumab erkannt werden, wie Goldschmidt berichtete. Das Potential von Daratumumab als hochwirksames Therapieregime bei refraktären und stark vorbehandelten Patienten mit Multiplem Myelom wurde schon in der Monotherapie gezeigt; nach überzeugenden Studiendaten soll Daratumumab auch in Kombination mit Standardtherapien Anwendung finden.


Multiples Myelom: Hohe Ansprechraten mit Daratumumab

In einer gepoolten Daten-Analyse zweier Studien (Phase-I/II-Studie GEN501 und Phase-II-Studie MMY2002) (1), die stark vorbehandelte Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Multiplen Myelom einschloss, erreichten 83% der Patienten nach einem Follow-up von median 14,8 Monaten eine Stabilisierung ihrer Erkrankung, 69% der Patienten waren nach 12 Monaten noch am Leben. Ein gutes Ansprechen sowie eine frühe stringente Remission sind wichtige Kriterien für eine Langzeitremission, betonte Goldschmidt.

Vielversprechend zeigten sich auch die Daten für eine Kombinationstherapie mit Lenalidomid und Dexamethason (Phase-I/II-Studie GEN503) (2) mit einem progressionsfreien Überleben (PFS) nach 18 Monaten von 72% sowie einer Gesamtüberlebensrate (OS) von 90%.

Zu den häufigsten Nebenwirkungen unter Daratumumab-Therapie gehörten Neutropenie, Fatigue, Nausea, Anämie; und bedingt durch die Lokalisation von CD38-Zellen im Bereich des Larynx kam es verstärkt zu Husten.


CLL: Mit Ibrutinib PFS-Rate von 90% nach 18 Monaten

Weitere ASH-Daten zu hämatologischen Malignomen wurden von Prof. Stephan Stilgenbauer, Ulm, und Prof. Martin Dreyling, München, präsentiert. So belegen Daten der Phase-III-Studie RESONATE (3) mit dem Bruton-Kinase-Hemmer Ibrutinib in der Erstlinientherapie eine erhöhte Wirksamkeit bei der CLL v.a. bei älteren, komorbiden Patienten im Vergleich zu der Standardtherapie unter Chlorambucil. Als „epochal neues Medikament“ beschreibt Stilgenbauer den Kinase-Hemmer in Hinblick auf die beeindruckende Datenlage. Nach 18 Monaten waren 90% der Patienten im Ibrutinib-Arm vs. 52% der Patienten im Chlorambucil-Arm progressionsfrei. Beim OS war Ibrutinib bereits nach 2 Jahren überlegen (98% Ibrutinib vs. 84% Chlorambucil).

Allgemein wurde Ibrutinib gut vertragen; obwohl eine Blutungsneigung unter Ibrutinib zu beobachten war, traten höhergradige Blutungen nur in Einzelfällen auf. 87% der Studienteilnehmer im Ibrutinib-Arm blieben der Therapie auch nach Studienende treu.


MCL: 70% Ansprechrate mit Ibrutinib

Eine ähnlich gute Datenlage zu Ibrutinib konnte Dreyling für das seltener, aber aggressiver auftretende MCL aufzeigen. Im Rezidiv ist hier eine Chemotherapie oft nicht mehr wirksam. Unter Ibrutinib-Medikation war im Vergleich zu Standardtherapien (20-30%) die Ansprechrate von 70% geradezu „sensationell“, wie Dreyling formulierte. Bei jüngeren Patienten ist nach wie vor eine aggressivere Chemotherapie das Mittel der Wahl, bei älteren, über 65-jährigen, bereits vorbehandelten Patienten können mit den neuen, zielgerichteten Substanzen wie Ibrutinib, Bortezomib, Temsirolimus und Lenalidomid beindruckende Ergebnisse erzielt werden.

Für Ibrutinib-resistente Patienten muss über wirksame Kombinationstherapien nachgedacht werden. Ibrutinib ist ein „neuer Standard, aber kein Allheilmittel“, so Dreyling abschließend.

(ghk)
Pressekonferenz „Neue Daten vom ASH zu aktuellen und zukünftigen Therapien maligner Neoplasien“, 27.01.2016, Frankfurt/Main; Veranstalter: Janssen-Cilag
Literatur:

(1) Usmani S et al. ASH 2015, Abstract #29.
(2) Plesner T et al. ASH 2015, Oral Presentation, Abstract #507.
(3) Burger JA et al. N Engl J Med 2015:1-8.

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