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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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13. März 2017 Seite 1/6

Magenkarzinom: Stellenwert der hyperthermen intraperitonealen Chemotherapie (HIPEC) und Peritonektomie

A. Brandl1, E. Pachmayr1, D. Klos2, P. Thuss-Patience3, B. Rau1

Sowohl eine positive Zytologie im Rahmen der Lavage als auch der Nachweis einer Peritonealkarzinose gelten gemäß der aktuellen TNM-Klassifikation beim Magenkarzinom als Kriterium für ein allenfalls palliatives Therapiekonzept. Bei bis zu 17% der Patienten mit Magenkarzinom liegt zum Zeitpunkt der Erstdiagnose eine peritoneale Metastasierung vor. Ein wesentlicher prognostischer Faktor ist die komplette Zytoreduktion, d.h. eine komplette makroskopische Tumorfreiheit nach Resektion. Die multimodale Therapie, bestehend aus Chemotherapie, zytoreduktiver Chirurgie (CRS) und hyperthermer intraperitonealer Chemotherapie (HIPEC), kann in ausgewählten Fällen zu einer Verlängerung des medianen Überlebens von 1-3 Monaten auf 11 Monate führen. Die CRS und HIPEC gehen jedoch mit einer Morbidität von 15-50% und einer Mortalität von 1-10% einher. Daher sollte die Evaluation durch ein erfahrenes Team, bestehend aus Chirurgen, Onkologen und Intensivmedizinern erfolgen, um eine möglichst hohe Rate an kompletter Zytoreduktion bei niedriger Komplikationsrate zu gewährleisten.
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Für das Magenkarzinom wird in Deutschland ein Rückgang von Inzidenz und Mortalität verzeichnet. In den letzten Dekaden reduzierten sich die altersstandardisierte Erkrankungs- und Sterberaten in allen Altersbereichen. Nach Informationen des Robert-Koch-Instituts (RKI) betrug die standardisierte Erkrankungsrate im Jahr 2002 bei Frauen noch 11,8 und bei Männern 23,5 pro 100.000 Personen. Für 2012 ermittelte das RKI Werte von 8,3 für Frauen und 15,6 für Männer. Obwohl für 2016 und 2017 erwartet wird, dass sich der positive Trend fortsetzt, ist die relative 5-Jahres-Überlebensrate mit rund 30% für beide Geschlechter im Vergleich zu anderen Krebserkrankungen weiterhin ungünstig (RKI). Metastasen erschweren die Behandlung des Magenkarzinoms maßgeblich und beeinflussen die Prognose stark. Während die 5-Jahres-Überlebensrate in frühen Tumorstadien (UICC I/II) bei 54-81% liegt, sinkt sie bei Nachweis von Metastasen auf lediglich 7% (1).

Zum Zeitpunkt der Diagnose weisen bereits 40% der Patienten mit Magenkarzinom Metastasen auf (2). Häufige Lokalisationen für das metastasierte Magenkarzinom sind Leber und Peritoneum. Seltener treten Metastasen in Lunge und Knochen auf. Etwa 1% der Patienten mit Magenkarzinom entwickelt pulmonale Metastasen. 30% dieser Patienten weisen eine Lungenbeteiligung bereits zum Diagnosezeitpunkt auf, 70% im weiteren Krankheitsverlauf. Das mediane Überleben nach Detektion pulmonaler Metastasen beträgt lediglich rund 4 Monate (3). Knochenmetastasen treten bei 1-2% der Patienten auf und sind mit einem medianen Überleben von 3-4 Monaten assoziiert. Etwa ein Viertel der Patienten zeigt synchrone Metastasen, zwei Drittel eine metachrone Metastasierung (4).

Etwa 11% der Magenkarzinompatienten präsentieren sich zum Zeitpunkt der Diagnose (87%) oder im weiteren Krankheitsverlauf (13%) mit Lebermetastasen (5). Das mediane Überleben der Patienten beträgt zwischen 10 und 30 Monaten (6, 7).

Zum Diagnosezeitpunkt ist bei rund 17% der Patienten das Peritoneum befallen (8). Dabei ist die Histomorphologie ein entscheidender Risikofaktor: Während bei diffus wachsenden Magenkarzinomen etwa 80% der Patienten eine peritoneale Beteiligung aufweisen, sind es beim intestinalen Typ nur rund 40% (9). Des Weiteren entwickeln etwa 16% der Patienten mit primär nicht metastasiertem Magenkarzinom nach Gastrektomie einen metachronen Befall des Peritoneums. Risikofaktoren hierfür sind: Serosa-Infiltration, positiver Lymphknoten-Status, Siegelringzellkarzinom und undifferenziertes Grading (10). Während das 5-Jahres-Überleben ohne peritoneale Beteiligung nach Gastrektomie etwa 37% beträgt, sinkt es bei mikroskopischer Peritonealkarzinose auf rund 24% und bei makroskopischem peritonealen Befall auf 6-13% (11, 12).
 
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