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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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18. Oktober 2013

MDS: Eisenchelation bei Low-risk-Patienten

Eine Bluttransfusion enthält 200-250 mg Eisen, daher kann es bereits nach 20 Erythrozytenkonzentrat-Einheiten zu einer Eisenüberladung kommen, sagte Dr. Valeria Santini, Florenz, Italien. Das Eisen wird in den Organen (Leber, Herz und Knochenmark) abgelagert, beeinträchtigt deren Funktion und induziert oxidativen Stress in den Zellen. Mit Eisenchelatoren lässt sich der Anteil des Nicht-Transferrin-gebundenen Eisens, der chelierbar ist, das sog. labile Plasma-Eisen, entfernen. Studienergebnisse zeigen, dass MDS-Patienten mit hohem Transfusionsbedarf unter Eisenchelat-Therapie länger leben (1). Der Eisenchelator Deferasirox beeinflusst auch hämatologische Parameter positiv, sodass weniger Transfusionen nötig werden (2). Es gebe auch Hinweise auf Verbesserung der Parenchymfunktion und Zellvitalität durch Eisenchelation, sagte Santini.

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Labiles Plasma-Eisen (LPI), der chelierbare Anteil des Nicht-Transferrin-gebundenen Eisens, der sich daher mittels Chelatoren entfernen lässt, ist besonders hoch bei Refraktärer Anämie mit Ringsideroblasten (RARS). LPI bildet freie reaktive Sauerstoffspezies (ROS), die zu Gewebeschäden führen, erläuterte Santini.

MDS: Gestörter Eisenstoffwechsel

Zwei Drittel aller Patienten mit Myelodysplastischen Syndromen (MDS) benötigen Bluttransfusionen, da es sich um erworbene klonale Erkrankungen hämatopoetischer Stammzellen handelt, bei denen die Zellen in ihrer Reifung gestört sind und im peripheren Blut zu einer verminderten Anzahl von Blutzellen führen. MDS-Patienten haben einen gestörten Eisenmetabolismus, sagte Santini, ihre Hepcidin/Ferritin-Ratio ist aus dem Gleichgewicht. Dabei fällt die Hepcidin-Produktion in den einzelnen MDS-Subgruppen unterschiedlich hoch aus, bei RARS ist die Hepcidin-Produktion z.B. sehr stark gedrosselt. Das heißt, eine Eisenüberladung tritt bei bestimmten MDS-Subtypen intrinsisch auf, unabhängig von der Eisenbelastung durch Transfusionen, sagte sie.

"Es gilt, bei jedem Patienten zu prüfen: Liegt wirklich eine effektive Eisenüberladung vor, welche Organschäden sind zu erwarten? Auch ein gewissenhaftes Monitoring der Zellschäden muss durchgeführt werden." Gemessen wird die Eisenüberladung routinemäßig mittels Serumferritin, der LPI-Assay ist bislang Studien vorbehalten. Für das Monitoring empfehlen die Leitlinien neben Serumferritin auch die Messung der Transferrinsättigung und eine MRT der Leber.

Geeignet für eine Eisenchelationstherapie sind MDS-Patienten mit niedrigem Risiko (Lebenserwartung > 1 Jahr) ohne weitere Komorbiditäten und mit mehr als 20 Transfusionen sowie > 1.000 ng/ml Ferritin im Serum. Die Eisenchelation soll auch vor oder nach einer allogenen Stammzelltransplantation durchgeführt werden, wenn Ferritin erhöht ist. Das Outcome einer Stammzelltransplantation korreliere mit den Ferritin-Ausgangswerten vor der Transplantation, schloss Santini.

ab


12. Symposium der MDS Foundation: Eisenchelat-Therapie bei MDS, Berlin, 10.05.2013, Veranstalter: Novartis


Literaturhinweise:
(1) Neukirchen J, et al. Leuk Res 2013;36(8): 1067-70.
(2) Angelucci E, et al. Blood 2013; 120(21); Abstr. #425.

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