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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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04. Juli 2014

ASCO - 30. Mai - 03. Juni 2014, Chicago, USA

Lungenkrebs: Überlebenszeitgewinne und neue Therapieprinzipien

Wenig öffentliche Aufmerksamkeit, späte Diagnose, Stigmatisierung - dies charakterisiert die Erkrankung Lungenkrebs, sagte Dr. Jesme Fox, Medical Director der Roy Castle Lung Cancer Foundation. Das negative Image in der Bevölkerung sei ein großes Problem, obwohl etwa 15% der Lungenkrebserkrankungen mit dem Rauchen gar nichts zu tun haben. Die positive Nachricht ist, dass die Überlebensraten besser werden. Dies gilt insbesondere für Patienten mit einer Del19-Mutation im EGF-Rezeptor für die mit Afatinib gegenüber Chemotherapie ein Überlebenszeitgewinn von etwa einem Jahr erzielt werden kann. Eine weitere wegweisende Studie, die auf dem ASCO vorgestellt wurde ist LuxLung 5, deren Ergebnisse das Prinzip "treatment beyond progression" auch beim Lungenkrebs unterstützen.

Die beiden Studien LuxLung 3 und LuxLung 6 haben das Schicksal der Patienten mit einer EGFR-aktivierenden Mutation entscheidend verändert, sagte Prof. James C Yang, der Studienleiter von LuxLung 3. In den westlichen Ländern weisen 5-15% der Lungenkrebspatienten diese Mutation im EGF-Rezeptor auf, überwiegend handelt es sich um eine Del19- oder L858R-Mutation. In beiden Studien, die nicht vorbehandelte Patienten mit Adenokarzinom der Lunge Stadium III/B/IV mit häufiger Mutation (Del19/L858R) und uncommon Mutationen einschlossen, konnte der selektive, irreversible ErbB-Family-Blocker Afatinib gegenüber dem Vergleichsarm das progressionsfreie Überleben von Patienten mit den häufigen Mutationen signifikant verlängern (13,6 vs. 6,9 (HR=0,47; p<0,0001); bzw. 11,0 vs. 5,6 Monate (HR=0,25; p<0,0001)). In LuxLung 3 wurde Afatinib gegen Cisplatin/Pemetrexed, in LuxLung 6 gegen Gemcitabin/Cisplatin verglichen.

 

Abb. 1: Gesamtüberleben bei Patienten mit Del19- und L858R-Mutation unter Afatinib und Chemotherapie im Vergleich.

In der aktualisierten Überlebenszeitanalyse beider Studien (Abstr. 8004), die Yang auf dem ASCO 2014 vorstellte, zeigte sich zum ersten Mal, dass die Patienten mit einer Del19-Mutation, die etwa die Hälfte der EGFR-aktivierenden Mutationen ausmacht, am meisten profitieren. In Lux-Lung 3 lebten Patienten aus dieser Gruppe im Median 33,3 Monate im Afatinib-Arm vs. 21,1 Monate im Vergleichsarm (HR=0,54; p=0,0015), in LuxLung 6 lebten die Patienten mit Del19-Mutation im Median 31,4 Monate im Afatinib-Arm und 18,4 Monate im Vergleichsarm (HR=0,64; p=0,0229). In der kombinierten Analyse beider Studien betrug die mediane Überlebenszeit für Patienten mit Del19-Mutation unter Afatinib 31,7 Monate vs. 20,7 Monate im Chemotherapiearm (HR=0,59; p=0,0001). Für Patienten mit L858R-Mutation bestand hingegen kein signifikanter Unterschied im Überleben (22,1 vs. 26,9 Monate; HR 1,25; p=0,16). Die Überlebenskurven trennten sich sehr früh und der Therapieeffekt ist konsistent. Die Del19-Mutation war in beiden Studien der einzige positive prädiktive Faktor.

Ein Unterschied von einem Jahr im medianen Überleben konnte zuvor noch nie gezeigt werden und in Zukunft müssen wir zwischen beiden EGFR-Mutationen differenzieren, so Yang. Tumoren mit Del19-Mutationen und L858R-Mutationen scheinen zwei verschiedene Subtypen zu sein. Yang erinnerte daran, dass die Überlebenszeit sowohl durch das Crossover als auch durch nachfolgende Therapielinien beeinflusst wird. In LuxLung 3 erhielten 71% der Patienten aus der Afatinib-Gruppe eine nachfolgende Chemotherapie und 75% aus der Chemotherapiegruppe Afatinib in der nächsten Therapielinie. In LuxLung 6 waren dies 59 bzw. 56%.

Prof. Martin Schuler wies darauf hin, dass eine Behandlung mit Afatinib nach den Ergebnissen der Studie LuxLung 5 auch über den Progress hinaus sinnvoll zu sein scheint (Abstr. 8019). In LuxLung 5 wurden die Patienten, die nach Erstlinientherapie mit Chemotherapie, Erlotinib oder Gefitinib oder Afatinib progredient waren, entweder mit Afatinib plus Chemotherapie oder einer Chemotherapie allein weiter behandelt. Die Erhaltungstherapie mit Afatinib zusätzlich zur Chemotherapie verdoppelte das progressionsfreie Überleben (5,6 vs. 2,8 Monate; HR=0,60; p=0,0003). Die Ansprechrate nach RECIST-Kriterien konnte mit Afitinib mehr als verdoppelt werden (32,1 vs. 13,2 Monate). "Treatment beyond progression ist ein neues Prinzip in der Therapie des Lungenkarzinoms", sagte Schuler.

as

2-in-1 Media Event ASCO 2014 von Boehringer Ingelheim, Vortrag: Abstract 8004, oral presentation, Abstract 8019, poster session

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