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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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24. Juni 2016

Molekulargenetische Analyse zirkulierender Tumor-DNA

Innovative Liquid-Biopsy-Technologie zur nicht-invasiven Diagnostik bei Lungenkrebs

Die Verfügbarkeit neuer Verfahren zur Durchführung molekularer Analytik an Blut stellt einen Meilenstein in der Verbesserung der Versorgung von Krebspatienten dar. Beim diesjährigen ASCO-Kongress wurde der Nutzen blutbasierter molekularer Diagnostik, die nicht nur Punktmutationen, sondern auch Genfusionen und Kopienzahlveränderungen verlässlich detektiert, für die Therapiestratifizierung beim Lungenkarzinom diskutiert (1).

Molekulare Tumorgenomanalysen bei Lungenkrebspatienten werden bisher üblicherweise ausschließlich an Gewebe durchgeführt, das durch risikoreiche invasive Verfahren wie Biopsie oder Bronchoskopie gewonnen wird. Das entnommene Material reicht jedoch oftmals nicht aus, um alle therapeutisch relevanten genetischen Veränderungen nachzuweisen. Kommt es unter zielgerichteter Therapie zum Rezidiv, musste bislang zudem erneut biopsiert werden, um den zugrunde liegenden molekularen Resistenzmechanismus zu identifizieren (2).


Umfassende Tumoranalytik an Blut als Alternative zur Re-Biopsie

Je nach Lage des zu biopsierenden Tumorherds birgt eine Biopsie Risiken wie Tumorzellverschleppungen, Blutungen oder Pneumothorax, die im schlimmsten Fall einen verlängerten (intensiv-) stationären Aufenthalt erforderlich machen können. In dieser Situation kann eine Liquid-Biopsy-Analyse eine schonende Alternative darstellen, um weitere Therapieoptionen ohne invasiven Eingriff zu eröffnen.

Mit NEOliquid* steht Lungenkrebspatienten in Deutschland jetzt über das Lungennetzwerk NOWEL ein sensitives Liquid-Biopsy-Verfahren zur Verfügung, das einfach und schnell eine umfassende molekulare Blutanalyse ermöglicht, um die individuell am besten geeignete zielgerichtete Therapie zu identifizieren. Die Analytik erfolgt hierbei an zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA), die vom Tumor ins Blut abgegeben wird, und die sich vor allem im Blut von Patienten mit metastasierter Erkrankung bzw. von Patienten mit Progress nachweisen lässt, in geringerer Konzentration aber auch im Blut von Patienten mit lokal begrenzter Erkrankung vorliegt (3, 4).


Technologie mit hoher Sensitivität

Mithilfe der Technologie des „Hybrid-Capture-basierten Next Generation Sequencing“ (5) werden hierbei mit hoher Sensitivität Veränderungen in Tumortreibern sowie Resistenzmutationen nachgewiesen. Neben Punktmutationen wie z.B. in KRAS oder EGFR werden auch Insertionen, Deletionen, Kopienzahlveränderungen wie HER2 oder MET sowie Genfusionen wie ALK, RET oder ROS1 nachgewiesen (Tab. 1) (1). Das gesamte klinisch relevante genetische Profil des individuellen Tumors, das die Grundlage der Entscheidung für eine zielgerichtete Therapie bildet, kann somit ohne eine erneute Gewebeentnahme an einer einfachen Blutprobe ermittelt werden. Hinzu kommt, dass bei ein und demselben Patienten mehrere Tumormanifestationen auch unterschiedliche Resistenzmechanismen aufweisen können, die gegebenenfalls ebenfalls im Blut nachweisbar sind (6, 7).
 

Tab. 1: Liste der mit NEOliquid getesteten Gene.
Tab. 1: Liste der mit NEOliquid getesteten Gene.


Für Patienten in einer Re-Biopsie-Situation bietet sich somit erstmals die Chance, eine informierte Therapieentscheidung mit minimalem Risiko zu treffen, sowie mögliche Therapieresistenzen frühzeitig zu erkennen und die Behandlung gegebenenfalls anzupassen.


Mit freundlicher Unterstützung von NEO New Oncology


* Der Test ist noch nicht käuflich zu erwerben. Aufgrund von medizinproduktrechtlichen Vorgaben kann die zukünftige Verfügbarkeit nicht zugesagt werden.
Claudia Urban, Berlin
Literatur:
(1) Heukamp LC et al. J Clin Oncol 34, 2016 (suppl; abstr e23181).
(2) Griesinger F et al. TumorDiagn u Ther 2016; 37: 1-7.
(3) Dahl E et al. Pathologe 2015, 36:92-97.
(4) Yong E. Nature 2014;511(7511):524-26 .
(5) Heuckmann JM, Thomas RK. Ann Oncol 2015, 26:1830-37.
(6) Gautschi O et al. J Thorac Oncol 2015, 10(12):e122-3.
(7) Menon R et al. DKK 2016, Abstract 0394.
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