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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Mai 2017 Seite 1/2

Krebstherapie: ambulant, multiprofessionell, individuell

Katja Rußwurm, Universitätsklinikum Regensburg.

Im Universitätsklinikum Regensburg (UKR) greifen verschiedene Fachbereiche zur Versorgung ihrer onkologischen Patienten gemeinsam auf die Struktur einer neuen Tagesklinik zurück.
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Das UKR versorgt einen Großteil seiner onkologischen Patienten seit Herbst 2016 im Interdisziplinären Centrum für medikamentöse Tumortherapie – kurz ICT. Das Centrum versteht sich als eine ambulante, multiprofessionelle und ganzheitliche Systemtherapieeinheit, in der Ärzte unterschiedlicher Fachdisziplinen ihre Tumorpatienten mit onkologischen oder supportiven Systemtherapien auf Grundlage aktuellster Leit­linien und neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse behandeln.

Die interdisziplinäre Zusammenarbeit fördert den Dialog zwischen den Fachkliniken und führt zu gemeinsam abgestimmten Therapiestrategien. Dies betrifft nicht nur die Therapieregime, sondern auch die Supportivmaßnahmen, das Nebenwirkungsmanagement, die psychoonkologische Mitbetreuung und die Indikation für eine frühe Integration palliativmedizinischer Maßnahmen.

 
Abb. 1: Am ICT-Stützpunkt laufen alle Informationen zusammen.
Am ICT-Stützpunkt laufen alle Informationen zusammen.




An die Bedürfnisse der Patienten angepasst

Für ihre Therapie verbringen Patienten bis zu 8 Stunden am Tag im ICT. Bei der Planung der Räumlichkeiten wurde deswegen besonderer Wert auf eine angenehme Atmosphäre gelegt.

In 4 Behandlungsräumen stehen insgesamt 26 ambulante Therapieplätze zur Verfügung, die sich auf 2 Bettplätze, 21 Therapiesessel und 3 Therapiestühle aufteilen.

Zum individuellen Zeitvertreib ist jeder Therapieplatz mit einem eigenen TV-Gerät und kostenlosem WLAN ausgestattet. Die Technik verschwindet fast vollständig hinter den Wandverkleidungen. Zudem verfügt jeder Platz über verstellbare Jalousien, um je nach Wohlbefinden und Stimmung entweder Privatsphäre oder den unverstellten Kontakt zum Sitznachbarn zu ermöglichen.

Neben den 2 großen Therapieräumen gibt es auch 2 Spezialbereiche. Einer davon ist mit 4 separaten Therapiesesseln für die Behandlung stammzelltransplantierter Patienten vorgesehen. Daneben gibt es die sog. „Early Clinical Trial Unit“ (ECTU) mit 3 Therapieplätzen. Die ECTU ermöglicht Patienten die Teilnahme an frühen klinischen Studien (Phase I und Phase II). So trägt das ICT aktiv dazu bei, den medizinisch-wissenschaftlichen Fortschritt auf dem Gebiet der Onkologie voranzutreiben. Die technischen Voraussetzungen für die Durchführung von frühen klinischen Studien sind bereits in der Planung des ICT berücksichtigt worden. Um höchste Patientensicherheit zu garantieren, ist die ECTU unter anderem mit einer der modernsten Monitoring-Anlagen, einem Kontrastmittel-Sonographiegerät und einem medical Body Composition Analyzer ausgestattet.

Neben den Behandlungsräumen stehen ein Interventionsraum für diagnostische und therapeutische Punktionen, ein Therapiezubereitungsraum, ein Blut­entnahmeraum und mehrere Arztzimmer zur Verfügung.

 
Abb. 2: Eine interdisziplinäre Behandlung in gemeinsamen Strukturen kennzeichnet das ICT.
Abb. 2: Eine interdisziplinäre Behandlung in gemeinsamen Strukturen kennzeichnet das ICT.



Die Infrastruktur einer multiprofessionellen und individuellen Versorgung

Das ICT ermöglicht den verschiedenen Fachbereichen des UKR eine gemeinsame ambulante Weiterbehandlung ihrer onkologischen Patienten unter ihrer eigenen medizinischen Führung. Die übergreifende Struktur- und Prozess­organisation wird von Prof. Dr. Wolfgang Herr, Direktor der Klinik und Poliklinik für Innere Medizin III (Hämatologie und Internistische Onkologie) des UKR, unter der operativen Leitung von Prof. Dr. Tobias Pukrop übernommen. Die interdisziplinäre Nutzung ist durch eine gemeinsame Geschäftsordnung organisiert. Derzeit sind am UKR die Fachbereiche Dermatologie, Innere Medizin I, Innere Medizin II, Innere Medizin III, Neurologie und Strahlentherapie Mitglieder des ICT.

 
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