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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Mai 2011

Konsolidierende Radioimmuntherapie mit Zevalin® beim follikulären Lymphom

Chance auf lange progressionsfreie Zeit

Patienten mit neu diagnostiziertem, fortgeschrittenem follikulären Lymphom (FL) und objektiver Remission nach Induktionstherapie profitieren von einer konsolidierenden Radioimmuntherapie (RIT) mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan (Zevalin®). Dies zeigen die aktuellen Ergebnisse der FIT-Studie. Die RIT mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan belastet die Patienten nur wenig und bietet ihnen die Chance auf eine langes progressionsfreies Überleben (PFS). Der Aufwand einer RIT ist verglichen mit einer Chemotherapie sehr gering, die Hämatotoxizität lässt sich gut beherrschen.
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Die RIT kombiniert Bestrahlung und Antikörpertherapie und macht damit auch den Patienten im fortgeschrittenen Stadium einer Strahlentherapie zugänglich, die dank des Antikörpers zielgenau appliziert werden kann, erläuterte PD Dr. med. Christian Scholz, Berlin.

Die FIT-Studie (First-line-Indolent Trial) ist eine große randomisierte Phase-III-Studie mit 409 Patienten mit neu diagnostiziertem und fortgeschrittenem FL (Stadium III/IV). Die aktuelle Auswertung bestätigt die RIT mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan erneut als wirksame und subjektiv gut verträgliche First-line-Konsolidierungstherapie. Die Ergebnisse zeigen nach konsolidierender RIT mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan und einer Nachbeobachtungszeit von 66 Monaten ein medianes PFS von 49 Monaten vs. 15 Monate im Kontrollarm ohne Konsolidierungstherapie (HR 1,95; p<0,001) (Abb. 1). Das Progressionsrisiko war damit nach 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan nur halb so hoch wie im Kontrollarm, erläuterte Prof. Christian Buske, Ulm. Nach 5 Jahren war noch fast die Hälfte (47%) der mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan behandelten Patienten ohne Progress versus 29% im Kontrollarm. Die Vorteile bestanden unabhängig davon, welche Induktionstherapie die Patienten erhalten hatten und unabhängig davon, ob sie nach Induktion eine komplette/unbestätigt komplette (CR/CRu) oder partielle Remission (PR) erzielt hatten.

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Abb. 1: Das 5-Jahres-Gesamt-PFS: 29% im Kontroll-Arm vs. 47% im 90Y-Ibritumomab-Arm.

Bei 78 von 100 Patienten mit PR nach Induktionstherapie führte die RIT zu einer Konversion in eine CR oder CRu. Im Kontrollarm war dies bei lediglich 17 von 88 Patienten der Fall. Die Zeitspanne bis zur nächsten Folgetherapie war bei den mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan weiterbehandelten Patienten mehr als 5 Jahre länger als im Kontrollarm (> 99 vs. 35 Monate). Die Patienten vertrugen die Konsolidierungstherapie insbesondere subjektiv gut. Die hämatologischen Nebenwirkungen waren ausgeprägt, aber gut handhabbar und reversibel. Laut Buske gibt es bislang keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko für sekundäre Neoplasien oder ein myelodysplastisches Syndrom (MDS).

Gute klinische Erfahrungen hat der niedergelassene Internist Dr. med. Andreas Kirsch, Berlin, mit der konsolidierenden RIT nach Induktionstherapie gemacht. Toxizität und organisatorischer Aufwand waren gering. Von 2007 bis 2010 behandelte er 20 Patienten mit fortgeschrittenem FL konsolidierend mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan. Das mediane Alter der Patienten betrug 72 Jahre. Alle Patienten sind noch am Leben. Bei 6 Patienten erreichte die RIT die Konversion einer PR in eine CR. Die Behandlung mit 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan erwies sich als sicher, für die Patienten wenig belastend und in der Handhabung unkompliziert. Entsprechend hoch war die Akzeptanz bei den Patienten. Nur ein Patient musste wegen neutropenischen Fiebers vorübergehend stationär aufgenommen werden.

Wichtig ist die Zusammenarbeit mit einem radiologischen Zentrum (www.nuklearmedizin.de/patienten/standorte/standort_search.php?navld=68). Der Nuklearmediziner erledigt die behördlichen Genehmigungen und beantragt die Kostenübernahme der Therapie bei den gesetzlichen Krankenkassen, was in der Regel unproblematisch ist. Die Patienten schätzen die kurze Therapiedauer von einer Woche, in der sie insgesamt 3 Infusionen erhalten: Vor der RIT eine zweimalige Rituximab-Gabe durch den Hämatologen, der die einmalige Infusion von 90Y-Ibritumomab-Tiuxetan durch den Nuklearmediziner folgt. Die Rituximab-Vortherapie dient dazu, die Zahl nicht-maligner CD20-positiver B-Zellen zu reduzieren, so dass sich die RIT gezielt auf die Lymphomzellen richtet. Im Rahmen der Nachkontrolle erfolgen wöchentliche Blutbildkontrollen, die sich nach 3 Monaten auf vierteljährliche klinische Kontrollen reduzieren.

Die klinischen Erfahrungen und speziell die Ergebnisse der FIT-Studie legen nahe, dass die RIT für bestimmte Patienten, die keine Chemotherapie erhalten dürfen, künftig eine Alternative sein könnte. Erste klinische Daten aus einer Phase-II-Studie [1] stützen diese Hypothese.

Birgit-Kristin Pohlmann

Pressekonferenz: Radioimmuntherapie – denn sie tun nicht, was sie wissen!, Köln, 12.04.2011.
Veranstalter: Bayer Health Care.


Literatur:
1. Pezzutto A, et al. ASH 2010; Abstract 593
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