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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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31. Mai 2017 Seite 1/3

Komplementärmedizin – Standards in der Spezialambulanz Integrative Medizin Erlangen

C. C. Hack, J. Hackl, A.-K. Theuser, H. Langemann, M. W. Beckmann1. 1 Universitäts-Brustzentrum Franken, Frauenklinik, Universitätsklinikum Erlangen, Friedrich-Alexander Universität Erlangen-Nürnberg, Comprehensive Cancer Center Erlangen-EMN, Erlangen

Der Einsatz komplementärer Medizin ist in der Indikation nicht standardisiert und sehr heterogen. Es gibt bis dato wenige publizierte Konzepte zur Beratung für Integrative Medizin. Unser Ziel war es, einen Standard für eine Sprechstunde für Integrative Medizin, einen Basisfragebogen für die Therapieentscheidung und einen Follow-up-Fragebogen zur Verlaufsbeurteilung zu etablieren. 2013 wurde an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen eine standardisierte Sprechstunde für Integrative Medizin in der Gynäkologischen Onkologie aufgebaut und bis heute professionalisiert. Es wurde eine „standard operation procedure“ (SOP) entwickelt und das notwendige Instrumentarium erstellt. Der vorliegende Standard für eine Sprechstunde für Integrative Medizin ist einer der ersten publizierten überhaupt. Er könnte zukünftig auch in anderen Kliniken und zertifizierten Krebszentren eingeführt werden, um Patienten die größtmögliche Sicherheit und auch eine standardisierte Qualität in der Integrativen Medizin zu bieten.
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Der Einsatz von komplementären Therapieverfahren im Rahmen der Integrativen Medizin hat in den letzten Jahren deutlich zugenommen (1, 2). Hierbei werden komplementäre Methoden, die zur ganzheitlichen Betreuung beitragen sollen, in die gegenwärtig praktizierten Medizinkonzepte integriert (3). In den USA, Australien und Europa nutzen 38% bis 60% aller Krebspatienten komplementäre und alternative Medizin (englisch: „complementary and alternative medicine“, CAM) im Krankheitsverlauf zur Therapieunterstützung (1, 4, 5). Bei Brustkrebspatientinnen liegt die Zahl stadiumabhängig höher bei bis zu 90% (2, 6, 7).

Studien bestätigen, dass Integrative Medizin helfen kann, die Nebenwirkungen der modernen Krebstherapien bzw. Folgen der Krebserkrankung zu reduzieren (8-10) und die Lebensqualität zu steigern (11-13). Häufig eingesetzte Methoden der Integrativen Medizin sind Homöopathie, Anthroposophische Medizin, darunter insbesondere die Misteltherapie, klassische Naturheilverfahren, Phytotherapie, Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) inklusive Akupunktur, Sport, Ernährungskonzepte, Vitaminpräparate, Mineralstoffe, Nahrungsergänzungsmittel und Entspannungstherapien (11, 12, 14-17).

Der Einsatz von Methoden der Integrativen Medizin ist nicht standardisiert und sehr heterogen. Grund hierfür ist, dass weltweit keine allgemeingültigen Leitlinien und Standards zu CAM exis­tieren. Lediglich zu Einzelbereichen der Integrativen Medizin finden sich einige Webseiten, Datenbanken und medizinische Literatur mit CAM-bezogenen Informationen unterschiedlicher Qualität (18-20). Es gibt fast keine publizierten Standards zur Durchführung einer Sprechstunde für Integrative Medizin, zum Einsatz von validierten CAM-Fragebögen als Informationsgrundlage für die Sprechstunde und zu allgemeingültigen Therapieempfehlungen von CAM (21-24). In der Literatur finden sich keine validierten CAM-Fragebögen, die im Rahmen einer Sprechstunde als Basis für die CAM-Therapieentscheidung im Bereich der Gynäkologischen Onkologie genutzt werden können. Arzneimittelsicherheit, Arzneimittelinteraktionen, Kontraindikationen, Wünsche und Ziele der Patientin werden oft nicht adäquat berücksichtigt. Daher sind eine ausführliche Anamnese mittels allgemeinem Anam­nesebogen und ein CAM-spezifischer Fragebogen zur Erhebung der notwendigen Informationen unabdingbar.

Ziel war es, einen standardisierten Patientenfragebogen als Basis für die Therapieentscheidung zu Integrativer Medizin in der Gynäkologischen Onkologie, ein standardisiertes Tagebuch zur Verlaufsbeurteilung des Einsatzes der Integrativen Therapiemethoden und eine standardisierte Sprechstunde für Integrative Medizin mit dem notwendigen Instrumentarium zu etablieren und zu validieren.

Sprechstunde für Integrative Medizin

Von Juni 2013 bis September 2014 wurde an der Frauenklinik des Universitätsklinikums Erlangen eine standardisierte Sprechstunde für Integrative Medizin im Rahmen der Gynäkologischen Onkologie, das heißt im Geltungsbereich des zertifizierten Brustzentrums bzw. des Gynäkologischen Krebszentrums, aufgebaut und etabliert. Es wurde eine SOP für den Ablauf der Sprechstunde entwickelt und das hierfür notwendige Instrumentarium erstellt und validiert. Diese Sprechstunde wird seit 01.01.2015 in der etablierten Form durch­geführt (25).

Patienten- und Follow-up-Fragebogen für Integrative Medizin

Als Grundlage für den standardisierten Ablauf der Sprechstunde für Integrative Medizin wurde ein Fragebogen für Integrative Medizin (IMed-Fragebogen), bestehend aus 43 Fragen, entwickelt und validiert. Dieser und die allgemeine bzw. die onkologische Anamnese dienen als Informationsgrundlage für die spezifische Therapieempfehlung, die ergänzend zur eigentlichen Krebstherapie erfolgen kann (25).

Der IMed-Fragebogen enthält Fragen zu folgenden Bereichen: (1) Allgemeine Angaben (u.a. Person, Demographie, Krankheit, bisherige und aktuelle Therapie, Begleitmedikation, soziales Umfeld), (2) Lebensstil (u.a. Sport, Ernährung), (3) Komplementäre und Alternative Therapieverfahren, (4) körperlicher und seelischer Zustand (u.a. Beschwerden, Lebensqualität) und (5) Ziele der Patientin (u.a. Wünsche, Erwartungen) (25).

 
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