Freitag, 22. September 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
08. September 2017 Seite 1/2

Interview mit PD Dr. Barbara Eichhorst, Uniklinik Köln.

Kombinationstherapien mit neuen Substanzen zur Behandlung der CLL

Auf dem ASH 2016 in San Diego und dem EHA 2017 in Madrid wurden Daten zu neuen Kombinationstherapien sowie neue Substanzen in der Behandlung der chronischen lymphatischen Leukämie (CLL) vorgestellt. BTK-Inhibitoren, CAR-T-Zellen und weitere Kinase-Inhibitoren bieten neue Therapieansätze. In Zukunft sollen die Dauertherapien durch die neuen Kombinationstherapien ersetzt werden. PD Dr. med. Barbara Eichhorst gab einen Überblick über zukünftige und vielversprechende Therapieansätzen bei der CLL.
Anzeige:
 
 
PD Dr. Barbara Eichhorst
JOURNAL ONKOLOGIE: Auf dem ASH 2016 wurden die CLL2-BIG-Studie der Kölner Studiengruppe, auf dem EHA erstmals Daten der CLL2-BAG-Studie präsentiert. Wie bewerten Sie die Ergebnisse?

Eichhorst:
Die CLL2-BIG-Studie (1), eine Phase-II-Studie, wurde entwickelt, um neue Therapiekonzepte zu evaluieren. Initial wird eine Debulking-Therapie mit 2 Zyklen Bendamustin-Chemotherapie durchgeführt. Anschließend wird in der Induktionstherapie eine Kombination aus Ibrutinib, einem BTK-Inhibitor, und Obinutuzumab, einem Anti-CD20-Antikörper, verabreicht. Nach 6 Monaten wird eine genauere Messung auf restliche CLL durchgeführt. In der Regel sind noch Zellen nachweisbar, d.h. es liegt eine Minimale Resterkrankung (MRD+) vor, worauf die Patienten eine Erhaltungstherapie von bis zu 36 Monaten erhalten bzw. so lange, bis keine CLL-Zellen im peripherem Blut mittels Durchflusszytometrie mehr nachweisbar sind (MRD-). Die auf dem ASH vorgestellten Daten zeigen, dass die Patienten zu 100% auf diese Therapieform ansprechen und dass bei 47% der Patienten keine CLL-Zellen mehr im peripheren Blut nachweisbar waren. Die Daten bestätigen ein ausgezeichnetes Ansprechen.

Auf dem EHA 2017 stellte Frau Dr. Cramer aus unserer Klinik die CLL2-BAG-Studie (2) vor, ebenfalls eine prospektive, unverblindete und multizentrische Phase-II-Studie, die bei Patienten mit CLL und hoher Tumorlast in der Erstlinie eine Debulking-Therapie mit Bendamustin einsetzt, gefolgt von einer Induktionstherapie mit Obinutuzumab (O) und Venetoclax (V), welcher sich eine Erhaltungstherapie mit V und O anschließt. Durch das Debulking wird bei Patienten mit hoher Tumorlast das Risiko eines Tumorlysesyndroms durch Venetoclax reduziert. In der CLL2-BAG-Studie gab es vereinzelt Fälle von Labor-Tumorlyse, allerdings war kein einziges klinisches Tumorlysesyndrom aufgetreten. Bemerkenswert an dieser Studie, in die sowohl vorbehandelte als auch nicht vorbehandelte Patienten eingeschlossen wurden, war die hohe MRD-Negativitätsrate nach 6 Monaten Induktionstherapie von 80% bei den vorbehandelten und sogar von 90% bei den nicht vorbehandelten Patienten bei gleichzeitig guter Verträglichkeit dieser Kombinationstherapie.


JOURNAL ONKOLOGIE: Es wurden weitere Ergebnisse zu Kombinationsstudien vorgestellt, was können Sie zusammenfassend berichten?

Eichhorst:
Eine sogenannte „Safety Run-in-Phase“, die einer Phase-III-Studie, der CLL11-Studie, vorgeschaltet war, (3) wurde mit Daten zum Ansprechen auf dem ASH präsentiert. In dieser Studie wurde die Kombination von Venetoclax mit Obinutuzumab bei komorbiden Patienten in der Erstlinientherapie untersucht. Die Ergebnisse der Studie zeigen eine 90%ige MRD-Negativität. Ferner wurden Daten einer Studie aus der Ohio State University präsentiert, welche eine Dreifach-Kombination aus Venetoclax + Obinutuzumab + Ibrutinib bei der rezidivierten CLL einsetzte. Diese Daten zeigen, dass die Dreifach-Kombinationstherapie sicher ist und die Patienten sehr gut auf die Behandlung ansprechen. Etliche Patienten waren auch hier MRD-negativ.

Im Januar 2017 ist die CLL13-Studie (NCT02950051) gestartet, in der untersucht wird, ob die Erstlinientherapie der CLL mit Chemo-Immuntherapie durch eine Therapie mit Venetoclax + CD20-Antikörper oder durch die Tripel-Kombination Venetoclax + Obinutuzumab + Ibrutinib ersetzt werden kann. Die CLL13-Studie ist eine große internationale Studie, die in Kooperation mit der HOVON, der Nordic Group und der SAKK mit 160 Zentren in Europa durchgeführt wird. 920 CLL-Patienten sollen eingeschlossen werden, die jünger und als körperlich fit definiert sind, eine gute Nierenfunktion aufweisen und keine Mutationen im TP53-Gen haben.

Auf den letzten Kongressen wurden ferner Studiendaten zu neuen Kinase-Inhibitoren, also der nächsten Generation, diskutiert, sowie deren Kombinationsmöglichkeiten. Nach Zulassung der neuen Substanzen werden nun verschiedene Kombinationstherapien evaluiert – mit dem Ziel, durch die Intensivierung die Therapie bei maximalem Ansprechen zu beenden, um von einer Dauertherapie wegzukommen.

Auf dem diesjährigen EHA wurde eine Reihe interessanter Studien vorgestellt: Eine Phase-II-Studie (4) einer Arbeitsgruppe aus Boston untersuchte bei fitten CLL-Patienten die Kombination aus der Standardtherapie FCR mit Ibrutinib. Die Vorstellung war, dass durch die Hinzunahme von Ibrutinib die Ansprechraten noch verbessert werden können, zweiter Aspekt war, die Machbarkeit dieser Kombinationstherapie zu prüfen. Das Nebenwirkungsprofil der Kombinationstherapie entsprach dem unter einer FCR-Therapie zu erwartenden. Obwohl Ibrutinib auch Neutropenien hervorrufen kann, waren unter der Kombination nicht signifikant mehr Neutropenien aufgetreten als im historischen Vergleich unter FCR. Bemerkenswert ist, dass deutlich mehr komplette Remissionen unter der Kombinationstherapie berichtet worden sind, die CR-Rate lag bei 17%. Ob diese Studie „practice-changing“ ist, würde ich aber in Frage stellen, da sich die Entwicklung weg von der Chemotherapie hin zu der Chemotherapie-freien Kombinationstherapie bewegt.

Ebenfalls sehr interessant war die CLARITY-Studie (5), deren Sicherheitsdaten Peter Hillmen auf dem EHA vorstellte. Im Rahmen dieser Studie wird Venetoclax mit Ibrutinib kombiniert. Die Kombination scheint machbar zu sein, bezüglich der Effektivität waren die Daten aber noch sehr limitiert.

 
Vorherige Seite
1 2
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2017