Samstag, 25. November 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
30. Oktober 2017 Seite 1/4

Klinisches Vorgehen bei zystischen Pankreasläsionen

J. M. Werner, H. J. Schlitt, Klinik und Poliklinik für Chirurgie, Universitätsklinikum Regensburg.

Es werden in den letzten Jahren in Folge des zunehmenden Einsatzes moderner hochauflösender Bildgebungen des Abdomens und aufgrund einer älter werdenden Gesellschaft immer häufiger zystische Veränderungen des Pankreas diagnostiziert. In zahlreichen Fällen sollte eine weitere Abklärung erfolgen, da Patienten mit einer zystischen Läsion im Pankreas ein gegenüber der Normalbevölkerung erhöhtes Risiko für eine bösartige Veränderung haben. Hierbei hilft sowohl der Einsatz moderner Schnittbildgebung als auch die Endosonografie in Verbindung mit einer Feinnadelaspiration zur Evaluation der Risikokonstellation für eine bösartige Veränderung. Bei Patienten mit einer symptomatischen Pankreaszyste bzw. mit einem erhöhten Malignitätsrisiko besteht die Indikation zur chirurgischen Therapie. Insbesondere aufgrund der komplexen Interpretation der differentialdiagnostischen Befunde sollten die Patienten in einem Pankreaszentrum mit entsprechender Expertise vorgestellt werden.
Anzeige:
 
 
Das duktale Adenokarzinom ist der häufigste Tumor des Pankreas (ca. 80%). Im Vergleich hierzu stellen die zystischen Pankreastumoren prozentual immer noch eine Minderheit dar. Es werden jedoch in den letzten Jahren in Folge des zunehmenden Einsatzes moderner hochauflösender Bildgebungen (z.B. Computertomographie (CT), Magnetresonanztomographie (MRT) oder Magnetresonanzcholangiopankreatikografie (MRCP)) und aufgrund einer älter werdenden Gesellschaft immer häufiger zystische Veränderungen des Pankreas diagnostiziert. So wurde in einer Untersuchung an 2.803 Probanden mittels MRT im Rahmen einer Vorsorgestudie in 2,4% der Fälle eine abklärungsbedürftige Pankreaszyste festgestellt (1).

Eine Studie an Autopsie-Präparaten legt nahe, dass diese Zahl mit höherem Alter sogar noch steigen könnte, da in bis zu 50% der untersuchten Bauchspeicheldrüsen mikrozystische Läsionen zu finden waren, wovon immerhin 3,4% in kleinen Läsionen Epithel-Atypien zeigten (2). Anzunehmen ist, dass Patienten mit einer zystischen Läsion im Pankreas gegenüber der Normalbevölkerung ein erhöhtes Risiko für eine bösartige Veränderung haben. Das relative Risiko hierfür kann sogar in manchen Konstellationen bis auf das 22,5-Fache gesteigert sein (3). In einer größeren Untersuchung an 1.058 Patienten mit auffälligen Befunden am Pankreas konnte gezeigt werden, dass ein Zysten-Durchmesser von 5 mm oder größer das Risiko für ein Pankreaskarzinom bereits um das 6,2-Fache erhöht (4). Das Entartungsrisiko für zystische Pankreasläsionen ist somit absolut real, hängt allerdings von zahlreichen Faktoren ab, auf die wir in der Folge im Detail eingehen werden. Ein Entfernen jedweder Pankreaszysten erscheint insbesondere unter Berücksichtigung der Größe des chirurgischen Eingriffs jedoch als übertrieben. Der vorliegende Artikel möchte daher die aktuelle Diagnostik und Therapie mittels Algorithmen systematisch zusammenfassen und so das individuelle Vorgehen erleichtern.


Einteilung der zystischen Pankreasläsionen

Zystische Veränderungen des Pankreas umfassen sowohl rein benigne als auch neoplastische Läsionen. Bei etwa 60-70% der zystischen Pankreasbefunde handelt es sich um benigne Pseudozysten nach akuter oder chronischer Pankreatitis. Die primär zystischen Pankreasneoplasien machen etwa 30-40% der zystischen Pankreasbefunde aus. Wie in Tabelle 1 dargestellt, fallen hierunter 4 Entitäten von größerer klinischer Bedeutung: die intraduktalen papillär muzinösen Neoplasien (IPMN), die muzinös zystischen Neoplasien (MCN), die serös zystischen Neoplasien (SCN) und die soliden pseudopapillären Neoplasien (SPN). Durch maligne Transformation kann im Verlauf aus einer zunächst noch prämalignen zystischen Neoplasie ein invasives Karzinom des Pankreas entstehen. Diese werden entsprechend der zystischen Vorläufer als intraduktal papillär muzinöses Karzinom, seröses Zystadenokarzinom, muzinöses Zystadenokarzinom und pseudopapilläres Zystadenokarzinom bezeichnet (5).
 
Tab. 1: Einteilung zystischer Pankreasläsionen (mod. nach (6, 7)).
Zystische
Pankreasläsion
Geschlecht und
Alter (Jahre)
Lokalisation Hauptmerkmale in der
Bildgebung
Malignitäts-
risiko
Pseudozysten Männer
(30-60)
Meist außerhalb des Pankreas Hämorrhagisch-nekrotischer Zysteninhalt;
Gangbezug möglich
ca. 0%
IPMN

- MD
- BD
- MD/BD-
Mischtyp
Männer
(60-70)
Pankreaskopf oder -korpus - Muzinös; Bezug zum
Pankreashauptgang (≥ 5 mm)
- Muzinös; Kein Bezug zum
Pankreashauptgang (< 5 mm)
- Erfüllt Kriterien von beiden IPMN
Suptypen
38-68%

12-47%

38-65%
MCN Frauen
(25-75)
Pankreaskorpus oder -kauda Muzinös; Keine Verbindung zum
Pankreasgang; Ovar-ähnliches Stroma
10-17%
SCN Frauen
(> 60)
Pankreaskorpus oder -kauda Serös; Zystenstruktur Honigwaben-
ähnlich mit sternförmiger zentraler Narbe
ca. 0%
SPN Frauen
(< 30)
Gesamtes Pankreas Sehr große, gemischt solide-
zystische Läsion
8-20%
 
Vorherige Seite
1 2 3 4
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs