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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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07. Februar 2012

Kasuistik II: Patient mit metastasiertem Kastrationsrefraktären Prostatakarzinom (mCRPC) und nicht adäquatem Ansprechen auf Firstline Docetaxel

Bei einem damals 64-jährigen Patienten wird im Februar 2006 ein primär nicht metastasiertes, lokal begrenztes Adenokarzinom der Prostata diagnostiziert.
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Diagnose

Februar 2006: Erstdiagnose cTX pN0 (0/8) cM0, Gleason 9 (4+5) mit initialem PSA-Wert von 45 ng/ml.

Therapie und Verlauf

Juni 2006: kurativer Therapieansatz mit perkutaner Bestrahlung der Prostataloge plus der regionalen Lymphabflusswege. Der PSA-Nadir sinkt auf 1,16 ng/ml.

August 2006: PSA-Wert-Anstieg auf 2,24 ng/ml. Beginn einer kontinuierlichen LHRH-Analoga-Gabe (3-Monats-Depot-Präparat) mit PSA-Wert-Abfall auf 1,24 ng/ml (01/2007)

August 2007: PSA-Progress auf 10,13 ng/ml. Komplette Androgenblockade mit Bicalutamid. PSA-Nadir sinkt auf 0,42 ng/ml.

August 2008: PSA-Progress auf 1,62 ng/ml, kontinuierlich steigend.

August 2009: Nachweis retroperitonealer Lymphknotenmetastasen bei einem PSA-Wert von 23,99 ng/ml. Wechsel auf Chemotherapie.

August 2009 - Oktober 2009: vier Zyklen Docetaxel (75 mg/m², alle 3 Wochen). Kein Ansprechen: PSA-Wert steigt auf 69,83 ng/ml (11/2009). Patient entwickelt eine tiefe Beinvenenthrombose, die zum Abbruch der Chemotherapie führt.

Januar/Februar 2010: PSA-Progress auf 81,05 ng/ml (01/2010) und > 100 ng/ml (02/2010). Nachweis ossärer Metastasen (Scapula, Rippen, BWS, Becken bds.), Nachweis zervikaler und mediastinaler Lymphknotenmetastasen. Progress der retroperitonealen Metastasen.

Februar 2010 - Juni 2010: acht Zyklen Mitoxantron (10 mg/m² KOF) unter Fortführung der antihormonellen Therapie plus Bisphosphonat-Gabe (Zoledronsäure). Kein Ansprechen: PSA-Progress auf 200 ng/ml mit weiterer Ausdehnung der lymphonodulären (Tumorbulk paraaortal/parakaval) und ossären Metastasierung.

Juli 2010: Wechsel auf sekundäre Hormonmanipulation mit transdermalem Estradiol-Präparat. PSA-Progress auf 710 ng/ml (10/2010).

Oktober 2010: Re-Staging zeigt eine weitere diffuse Ausdehnung der ossären Metastasierung in BWS, Rippen bds., Ileosakral-Gelenke (Becken) sowie große Lymphknoten-Konglomerate mediastinal und Lymphome hinter den Zwerchfellschenkeln bzw. retro-crural.

02.11.2010: Erstvorstellung des Patienten in der urologischen Universitätsklinik Düsseldorf. Patient kommt mit dem Wunsch einer Drittlinien-Chemotherapie mit Cabazitaxel und wird in das Cabazitaxel-Härtefall-Programm aufgenommen.

Status Quo vor Cabazitaxel-Behandlung

Status-quo: 68-jähriger Patient (169 cm, 85 kg, BMI 29,8) mit mCRPC und leicht eingeschränktem Allgemeinzustand (ECOG 1), diffuser ossärer Metastasierung insbesondere des Stammskeletts (Abb. 5) sowie ausgedehnter Lymphknotenmetastasierung, ohne Schmerzmedikation schmerzfrei, rasch steigender PSA-Wert (aktuell: 842,20 ng/ml) sowie Progress in der Bildgebung. Als Markerläsion wird eine retroperitoneale Lymphknotenmetastase (35,4 mm) auf Höhe des Nierenhilius (~LWK 1) ausgemessen (Abb. 6).

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Abbildung 5: Baseline-Skelettszintigraphie (18.10.2010) mit 710 MBq Tc-99m vor 1. Cabazitaxelgabe.
Lokalisationen der Knochenmetastasen: Brustwirbelsäule diffus, Rippen beider Thoraxseiten, Becken mit Punctum maximum im Bereich beider Ileosakral-Gelenke.

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Abbildung 6: Markerläsion im CT vom 20.10.2010 vor 1. Cabazitaxelgabe. 35,4 mm große retroperitoneale Lymphknotenmetastase auf Höhe des Nierenhilus.

23.11.2010-08.03.2011: Sechs Zyklen Cabazitaxel plus G-CSF-Support ab dem ersten Zyklus wegen ausgeprägter Myelosuppression. Initiale Cabazitaxel-Standarddosierung von 25 mg/m² KOF wird ab dem zweiten Zyklus auf 20 mg/m² reduziert wegen deutlicher Verschlechterung des Allgemeinzustandes (ECOG 3), Appetitverlust (CTC 3) und Fatigue-Symptomatik (CTC 3). Nach Dosisreduktion kommt es zur Wiederherstellung eines guten Allgemeinzustandes (ECOG 1). Nach sechs Zyklen Cabazitaxel zeigt sich ein PSA-Wert-Abfall von 842,2 ng/ml auf 247,7 ng/ml.

16.03.2011: Re-Staging nach sechs Zyklen Cabazitaxel

Keine Hinweise auf einen Progress der vor Therapiebeginn mit Cabazitaxel rasch progredienten Tumorerkrankung (Abb. 7). In der Computertomographie zeigt sich ein leichtes Ansprechen der Markerläsion retroperitoneal (Abb. 8). Die Anforderungen nach RECIST 1.0 für das Vorliegen einer partiellen Remission werden jedoch nicht erfüllt.

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Abbildung 7: Skelettszintigraphie mit 720 MBq Tc-99m-DPD (16.03.2011) nach der 6. Cabazitaxelgabe.
Keine neu aufgetretenen Knochenmetastasen, status idem zur baseline Untersuchung.

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Abbildung 8: Markerläsion im CT vom 17.03.2011 nach der 6. Cabazitaxelgabe. Größenregredienz der initial 35,4 mm großen retroperitonealen Lymphknotenmetastase auf 33,9 mm, keine neu aufgetretenen Lymphknoten- oder viszeralen Metastasen.

Ab 16.03.2011: Trotz Therapieansprechen und guter Verträglichkeit erfolgt wegen der hohen kumulativen Chemotherapie-Dosen eine Therapiepause mit Re-Staging alle drei Monate und monatlicher PSA-Kontrolle. Der Patient war Ende April 2011 noch ohne Progress und hatte zu diesem Zeitpunkt eine progressionsfreie Überlebenszeit von etwa fünf Monaten erreicht bei gleichzeitig guter Lebensqualität ohne therapierelevante Nebenwirkungen.
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