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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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06. August 2014

Kasuistik 2: Lokales ipsilaterales Rezidiv eines großen, primär-operativ behandelten Mammakarzinoms

Bei der 43-jährigen Patientin wurde 2007 ein großes Mammakarzinom links diagnostiziert und mit einer Segmentresektion und LNE versorgt. Im Februar 2013 wurde sie wegen eines Rezidivs behandelt (Kasuistik vorgestellt von Dr. Matthias Geberth, Praxisklinik am Rosengarten, Mannheim).

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Diagnose:
Die 1964 geborene Patientin wurde 2007 im Alter von 43 Jahren mit einem sehr großen, HER2+ Mammakarzinom links vorstellig (cT3, Nx, M0), ER12, PR9, HER2-negativ, negative Familienanamnese.

Therapie und Verlauf:
Es wurde eine Segmentresektion mit axillärer Lymphonodektomie durchgeführt: pT2, pN0 (0/12), G2, ER12/PR9, HER2-, Ki-67 nicht bestimmt.

Die Histologie zeigte ausgedehnte Infiltrationen und ein mäßig differenziertes, invasives Mammakarzinom unter dem Bild eines invasiv-duktalen Mammakarzinoms. Die Staginguntersuchung war unauffällig.

2007/2008: Die Patientin lehnte jeden weiteren Therapievorschlag rigoros ab und nahm auch keine Nachsorgetermine mehr wahr.

02/2013: Mit einem Tastbefund wurde die Patientin erneut vorstellig, nun mit einem 4 cm großen ipsilateralen Rezidiv (cT2, cN+, ER8, PR3, HER2-, Ki-67 15%, L0; V0; R0; M0).

Die Patientin lehnte eine Ablatio ab, MRT von Lunge, Leber sowie Knochenszintigraphie waren ohne Befund.

05/2013-08/2013: Die Patientin verweigerte Cortison-Gaben, daher wurde eine primäre systemische Therapie statt mit EC/Paclitaxel (mit Co-Medikation Cortison) mit EC und nab-Paclitaxel durchgeführt: 4x Epirubicin 90 mg/m2 und Cyclophosphamid 600 mg/m2, 4x nab-Paclitaxel wöchentliches Schema mit 150 mg/m2.

Nach Auftreten von Neurotoxizität vom Grad 2 unter nab-Paclitaxel nach der 4. Gabe Dosisreduktion auf 125 mg/m2.
 
Wegen abfallender Leukozyten < 2,5 in Zyklus 1 und 4 wurde als Supportivmedikation G-CSF verabreicht, ansonsten gute Verträglichkeit und gutes Ansprechen.

Das MRT zeigte nach Chemotherapie keine Residuen der vormals vier großen Tumorformationen und somit eine Komplettremission.

Die Patientin wurde brusterhaltend operiert, ein axilläres Sampling lehnte sie ab. Der Resttumor (ER12, PR0, HER2neu 1+) wurde bestrahlt und parallel mit 20 mg Tamoxifen behandelt. Die Patientin ist nun, mit 48 Jahren, postmenopausal.

Bei dieser Patientin würde man heute bei der Erstdiagnose eine Genexpressionsanalyse durchführen, sagte Geberth. In diesem Fall hätte man mit großer Wahrscheinlichkeit einen Low-Risk-Risiko-Score erhalten, da die Patientin 6 Jahre lang kein Rezidiv hatte, es sich also vermutlich um einen Luminal A-Tumor handelte. Eine Chemotherapie war daher auch aus heutiger Sicht nicht notwendig, doch sollte man diese Patientin wegen des hohen Lokalrezidiv-Risikos nach der OP noch einer Bestrahlung unterziehen - die Patientin hatte dies jedoch abgelehnt.

EC/nab-Paclitaxel ist kein zulassungskonformes Regime, doch die Patientin lehnte auch Cortison-Gaben ab. nab-Paclitaxel muss im Gegensatz zu Paclitaxel nicht mit Cortison gegeben werden.

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