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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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15. Februar 2016

Kann Eribulin die Prognose beim Mammakarzinom beeinflussen?

In San Antonio wurden Forschungsergebnisse zum Wirkmechanismus von Eribulin, dem synthetischen Analogon des Naturprodukts Halichondrin B vorgestellt. Diese haben laut Experten auch klinische Implikationen, denn Eribulin vermag möglicherweise durch mesenchymale Veränderung der Tumorzelle deren Malignität zu vermindern.

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Die erste beim SABCS vorgestellte Studie zum Hormonrezeptor-positiven/HER2-negativen (HR+/HER2-) Mammakarzinom im Stadium I-II deutet darauf hin, dass neoadjuvant gegebenes Eribulin bei Patientinnen mit den prognostisch ungünstigen, aggressiven Luminal-B-Tumoren eine Konversion zur Luminal-A-Form bewirkt. Möglicherweise profitieren diese Patientinnen am meisten von einer Behandlung mit Eribulin (1). Die Konversion des molekularen Subtyps von Luminal B (HR+, HER2-, Ki-67 hoch) zu Luminal A (HR+, HER2-, Ki-67 niedrig) hätte einen weniger aggressiv wachsenden Tumor und damit eine Verbesserung der Prognose und eine mögliche bessere Wirksamkeit nachfolgender Therapien zur Folge.

Eine weitere Studie ergab, dass Eribulin die Lokalisation des Transmembranproteins E-Cadherin in der Membran von Krebszellen aufrechterhält. Daraus resultiert eine mesenchymale Veränderung der Tumorzelle, wodurch eine weitere Metastasierung evtl. eingeschränkt wird. Eribulin hemmt folglich die Epitheliale-Mesenchymale-Transition (EMT) von Tumorzellen und fördert so den epithelialen Charakter der Zellen, was ebenfalls einen Einfluss auf die Malignität der Erkrankung hat (2).

Als Poster vorgestellt wurde zudem eine Phase-Ib/II-Studie zur Evaluation des Stellenwerts der Kombination von Eribulin und Pembrolizumab bei triple-negativen Karzinomen (TNBC) (3). Von diesem Konzept verspricht man sich eine wirksame Option für diese Patientinnen mit schlechter Krankheitsprognose.

Wie Prof. Christian Jackisch, Offenbach, bei einem Pressegespräch in San Antonio ausführte, empfiehlt die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) in 2015 Eribulin für Patientinnen, die mit Anthrazyklinen und Taxanen vorbehandelt sind, mit dem höchsten Empfehlungsgrad – einem Doppelplus – auf dem Evidenzlevel LOE1 GR B (4). Diese Einordnung beruht auf den Ergebnissen der Studien 301 (5) (Eribulin vs. Capecitabin) und EMBRACE (6) (Eribulin vs. Therapie nach Wahl des Arztes). In beiden Studien hatten die Mammakarzinompatientinnen ≥ 2 Vortherapien im metastasierten Stadium erhalten. Beide Studien ergaben, dass das PFS im Eribulin-Arm signifikant länger war. In EMBRACE wurde erstmals sogar ein signifikant verlängertes OS von 13,1 (Eribulin) vs. 10,6 Monaten (andere Therapien) erreicht (p=0,041). Eine gepoolte Analyse beider Studien, die auf Antrag der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) durchgeführt wurde, analysierte die Daten von 1.864 Patientinnen. Es zeigte sich, dass Eribulin das OS der Gesamtpopulation signifikant gegenüber der Vergleichstherapie verbesserte (15,2 vs. 12,8 Monate, HR=0,85; p=0,003). Auch bei den HER-neg. oder triple-neg. Patientinnen verbesserte Eribulin das OS signifikant.

Dr. Petra Ortner
Pressegespräch „Meet the Expert“, SABCS, 09.12.2015; Veranstalter: Eisai
Literatur:

(1) Prat A et al. SABCS 2015; P3-07-66.
(2) Dybdal-Hargreaves N et al. SABCS 2015, P5-03-09.
(3) Berrak E et al. SABCS 2015; OT1-03-19.
(4) AGO Empfehlungen 2015: www.ago-online.de. Letzter Zugriff Dez. 2015.
(5) Cortes J et al. Lancet 2011; 377: 914-923.
(6) Kaufman et al. J Clin Oncol 2015.

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