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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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08. Oktober 2012

Ausgewählte Highlights von internationalen Kongressen

Jahrestagung der ASCO 2012 – Supportive Therapien

Der Jahreskongress der amerikanischen Gesellschaft für klinische Onkologie (ASCO) 2012 präsentierte als weltgrößter onkologischer Kongress nicht nur Neuerungen auf dem Gebiet der eigentlichen Tumortherapie, sondern bot auch allen supportivmedizinischen Belangen onkologischer Therapien die Beachtung eines weltweiten Publikums.

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Hauttoxizität

Ren et al. hatten in ihrer prospektiven, randomisierten Studie die prophylaktische Gabe einer Urea-basierten Creme zur Vermeidung eines Hand-Fuß-Syndroms (HFS) bei mit 800 mg Sorafenib täglich behandelten Patienten mit hepatozellulärem Karzinom untersucht (Abstr. 4008). 868 Patienten erhielten entweder prophylaktisch eine Urea-haltige Creme 2x tägl. ab Tag 1 (Arm A, n=439) oder best supportive care (BSC), die aber keine Urea-Creme beinhalten durfte, bei Auftreten der Hauttoxizität nach Ermessen des Arztes (Arm B, n=432). Primärer Endpunkt war das Auftreten eines HFS egal welcher Ausprägung in den ersten 12 Wochen der Therapie. Bei den prophylaktisch mit Urea-haltiger Creme behandelten Patienten entwickelte sich im Beobachtungszeitraum mit 56% signifikant seltener ein HFS als in der BSC-Gruppe mit 73,6% (p<0,0001). In Arm A entwickelte sich die Hauttoxizität erst später nach Therapiebeginn. Die Zeit bis zum ersten Auftreten eines HFS war 2,5x länger als in Arm B (84 vs. 34 Tage (p<0,001)). Damit konnte diese chinesische Studie den Wirksamkeitsbeweis für die Prophylaxe mit Urea-haltigen Cremes bei Therapien mit Tyrosinkinaseinhibitoren erbringen.

Eine US-amerikanische randomisierte Studie bei 77 Patienten zeigte erneut, dass die prophylaktische Gabe von Vitamin B6 ein Hand-Fuß-Syndrom unter Capecitabin-haltiger Chemotherapie nicht verhindern kann (Abstr. 9085), weitere konfirmatorische Studien sind nach Meinung der Experten nicht notwendig.

Ein deutsches Poster, das die Applikation einer antioxidatienhaltigen Salbe bei 20 Patientinnen unter pegyliertem liposomalen Doxorubicin untersuchte, stellte hingegen dar, dass sich bei 12 Patientinnen, die die Salbe anweisungsgemäß präventiv auftrugen, kein Hand-Fuß-Syndrom entwickelte. Noch interessanter war die Entdeckung, dass bei den 7 Patientinnen, die sich nicht an die Anweisung hielten und daher ein Hand-Fuß-Syndrom entwickelten, bei anschließend vermehrtem Eincremen mit der Salbe das Hand-Fuß-Syndrom verschwand oder deutlich gemildert werden konnte (Abstr. 5064).

Neurotoxizität

Die Wirksamkeit von Duloxetin bei Chemotherapie-induzierter peripherer Neuropathie (CIPN) untersuchte die Studie CALGB 170601 (Abb. 1) von Lavoie Smith et al. (Abstr. CRA9013). Die randomisierte Placebo-kontrollierte Phase-III-Studie hatte ein doppelblindes Crossover-Studiendesign. 185 der 231 in die Studie aufgenommenen Patienten beendeten die erste Behandlungsphase. Die Patienten hatten eine Taxan- oder Platin-Monotherapie erhalten und einen durchschnittlichen Pain Score von > 4/10. Die meisten waren zuvor mit Oxaliplatin behandelt worden (59%). In der ersten Therapiewoche nahmen sie 1 Kapsel (30 mg) Duloxetin täglich, in den folgenden 4 Wochen 2 Kapseln (60 mg) Duloxetin täglich. Bei den Patienten, die in der ersten Studienphase mit Duloxetin behandelt wurden, reduzierte sich der Pain Score um median -1,09, in der Plazebogruppe um -0,33 (p=0,004). Es gab keine Wirksamkeitsunterscheide hinsichtlich des neurotoxischen Zytostatikums, das die Patienten zuvor erhalten hatten. Die häufigste Nebenwirkung war Grad 2+ Fatigue, die im Duloxetin-Arm signifikant häufiger auftrat (11% vs. 3%, p=0,029).
 

Abb.1: Studiendesign CALGB 170601.
 

Diese ersten Ergebnisse nach dem ersten Studienabschnitt machen damit deutlich, dass 60 mg Duloxetin täglich die Stärke chronischer Schmerzen durch CIPN senkt, die Lebensqualität der Patienten erhöht und wahrscheinlich aufgrund der reduzierten Initialdosis von 30 mg gut verträglich ist.

Fatigue

Die VITAL-Studie untersuchte die Wirksamkeit von Vitamin D3 auf muskuloskelettale (MS) Symptome und Fatigue bei Brustkrebspatientinnen, die eine adjuvante Therapie mit dem Aromataseinhibitor Letrozol erhalten (Abstr. 9000). Bei 147 Patientinnen war die Wirksamkeit der Prophylaxe mit 30.000 IU/Woche Vitamin D3 nach 6 Monaten auswertbar. Die Gabe von Vitamin D3 führte zu deutlich weniger MS-Ereignissen als in der Placebo-Gruppe (51% vs. 37%; p=0,069) und bei signifikant mehr Patientinnen in der Placebo-Gruppe verschlechterte sich die Lebensqualität z.B. durch Fatigue oder Schmerzen gegenüber den Patientinnen, die Vitamin D3 erhalten hatten (72% vs. 42%; p<0,001).

Die NCCTG Phase-III-Studie N07C2 von Barton et al. (Abstr. 9001) untersuchte die Wirksamkeit von amerikanischem Ginseng in der Behandlung von Fatigue. 364 Patienten mit einer Fatigue von mindestens 4 auf einer numerischen analogen Fatigue-Skala von 1-10 nach oder während adjuvanter Therapie erhielten entweder 2.000 mg amerikanischen Ginseng oder Placebo 2x tägl. über 8 Wochen. Primärer Endpunkt war die Veränderung auf dem Multidimensionalen Fatigue Symptom Inventory (MFSI). In der Rubrik „MFSI General“ zeigte sich eine deutliche Verbesserung nach 4 und nach 8 Wochen der Ginseng-Therapie. Auch die physischen Auswirkungen der Fatigue besserten sich nach 8 Wochen. Nebenwirkungen traten keine auf.

Die Gabe von Dexamethason beim Auftreten von Fatigue bei Tumorpatienten untersuchten Yennurajalingam et al. (Abstr. 9002) in einer doppelblinden randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie, bei der Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung und Fatigue ≥ 4/10 auf der Edmonton Symptom Assessment Scale (ESAS) und mindestens zwei durch Fatigue verursachte Symptome entweder 4 mg Dexamethason oder Placebo 2x tägl. über 15 Tage erhielten. Dexamethason reduzierte dabei die Fatigue wirksamer als Placebo, und es traten nicht signifikant mehr Grad-3-Nebenwirkungen auf als in der Placebo-Gruppe. Allerdings betrug der Beobachtungszeitraum nur 14 Tage, so dass Studien mit Langzeit-Follow-Up notwendig sind. Die Studie zeigte den schnellen Wirkungseintritt von Dexamethason und eine Verbesserung des Appetits sowie der körperlichen Symptome der Patienten.

Bisphosphonate

Eine prospektive, randomisierte, offene, multizentrische Phase-III-Studie verglich die Langzeitgabe von Zoledronat in einem 12-wöchentlichen mit einem 4-wöchentlichen Dosierungsschema bei 425 Patienten mit Knochenmetastasen, die zuvor ein Jahr eine Standardtherapie mit Zoldedronat erhalten hatten (Abstr. 9005).Die SMR (skeletal morbidity rate; primärer Endpunkt) war mit beiden Dosierungen vergleichbar, so dass die Gabe von Zoledronat alle 3 Monate in dieser Therapiesituation ausreichend sein könnte, allerdings sollte noch abgewartet werden, ob weitere Phase-III-Studien die Nicht-Unterlegenheit des 12-wöchentlichen Dosierungsschemas von Zoledronat bestätigen können.

Berichterstattung: Dr. rer. nat. Petra Ortner, München


Das nächste gemeinsame Jahressymposium von MASCC und ISOO wird vom 27. bis 29. Juni 2013 in Berlin unter dem Vorsitz von Prof. Dr. Petra Feyer, Berlin, und Dr. Petra Ortner, München, stattfinden.

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