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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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23. Februar 2015

ASH 2014

JAK-Inhibition erfolgversprechend bei Polycythaemia vera und essenzieller Thrombozythaemie

Polycythaemia vera (PV) und essenzielle Thrombozythaemie (ET) sind myeloproliferative Erkrankungen, die zunächst relativ indolent verlaufen, aber langfristig erhebliche Risiken bergen für thrombotische Ereignisse, Blutungen und die Entwicklung einer Myelofibrose oder gar einer Leukämie. Moderne Therapien mit JAK-Inhibitoren scheinen bei beiden Krankheitsbildern die Kardinalsymptome erheblich zu lindern.

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Therapieziel ist es primär, die genannten Komplikationen zu vermeiden und die systemischen Symptome zu kontrollieren. Traditionell geschah das mittels Phlebotomien, niedrig dosierter Acetylsalicylsäure, Zytostatika (v.a. Hydroxyurea und Busulfan) sowie Interferon, das allerdings für diese Indikation nicht zugelassen ist, so Alessandro Vannucchi, Florenz. Patienten mit PV werden leicht resistent gegen Hydroxyurea und haben dann ein erheblich erhöhtes Risiko für Tod und leukämische Transformation. Weltweit wird derzeit eine Reihe therapeutischer Ansätze erprobt, am weitesten fortgeschritten ist die Entwicklung des JAK1/2-Inhibitors Ruxolitinib.

In einer Phase-II-Studie hatten 97% der Patienten nach 24 Wochen unter Ruxolitinib einen Hämatokrit von <45% erzielt, ohne dass dafür noch Phlebotomien erforderlich gewesen wären. Bei 63% derer, die zu Beginn eine Splenomegalie aufgewiesen hatten, war die Milz nach 24 Wochen Ruxolitinib-Therapie nicht mehr tastbar gewesen. In der Phase-III-Studie RESPONSE wurde Ruxolitinib daher randomisiert gegen die beste verfügbare konventionelle Therapie getestet. Bei 60% der Patienten unter Ruxolitinib sprach der Hämatokrit an (vs. 20% im Kontrollarm), die Milzgröße ging bei 38% bzw. 1% der Patienten auf höchstens 35% der Ausgangsgröße zurück. Beide Bedingungen zusammen bildeten den primären Endpunkt; er wurde bei 21% der Patienten im Ruxolitinib-, aber nur bei 1% im Kontrollarm erreicht. Eine komplette hämatologische Remission (Normalisierung von Hämatokrit, Thrombozyten und Leukozyten) trat unter dem JAK-Inhibitor bei 23,6%, unter der Kontrollbehandlung nur bei 8,9% der Patienten ein. Auch die klinischen Symptome (durch Zytokine, Hyperviskosität und Splenomegalie verursacht) bildeten sich bei erheblich mehr der Patienten unter Ruxolotinib zurück; thromboembolische Ereignisse traten hier nur bei einem, im Kontrollarm hingegen bei 6 Patienten auf.

Die gute Verträglichkeit von Ruxolitinib lässt sich daraus ablesen, dass hier 85% der Patienten nach median 81 Wochen die Behandlung noch einnahmen; nur wenige von ihnen entwickelten Zytopenien vom Grad 3 oder 4. Bei Patienten mit ET läuft eine Phase-II-Studie, deren erste Ergebnisse beim ASH-Kongress vorgestellt wurden.

jg

Novartis-Satellitensymposium im Rahmen des ASH 2014

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