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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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18. Oktober 2011

Interview mit Prof. Martin Dreyling, München, beim ICML-Kongress 2011, Lugano

Erhaltungstherapie mit Rituximab beim Follikulären Lymphom

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0 Prof. Martin Dreyling, München

Herr Prof. Dreyling, sind alle Vorteile der Erhaltungstherapie mit Rituximab schon bei den Patienten mit FL angekommen?

Ich denke, aufgrund der sehr überzeugenden Daten ist es vollkommen richtig, dass die Rituximab-Erhaltungstherapie beim FL als Behandlung etabliert und zugelassen ist und auch in die Leitlinien übernommen wurde. Offen ist die Rolle der Erhaltungstherapie z.B. noch bei der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) oder beim Morbus Waldenström. Dies wird zur Zeit in Studien untersucht. Die neuen Daten zur Behandlung des Mantelzelllymphoms (MCL) zeigen, dass die Erhaltungstherapie mit Rituximab einen Durchbruch repräsentiert und in meinen Augen künftig auch in dieser Indikation der neue Standard sein wird.

Welche Patienten profitieren Ihrer Meinung nach besonders von einer Erhaltungstherapie?

Wie unterschiedliche Studien gezeigt haben, profitieren Patienten sowohl von einer Primärtherapie als auch von einer Rezidivtherapie. Besonders profitieren aber Patienten, die eine hochwertige Remission erreichen. Die Erhaltungstherapie hat nicht die Aufgabe, eine insuffiziente Induktion zu ersetzen, sondern ist dann optimal eingesetzt, wenn man vorher eine qualitativ hochwertige Remission erreicht hat.

Profitieren auch ältere Patienten noch von einer Erhaltungstherapie?

Durchaus. Für ältere Patienten kommt eine Dosisintensivierung nicht in Frage. Dafür gibt es aber die Möglichkeit, die gut verträgliche Erhaltungstherapie mit Rituximab einzusetzen.

Behandeln Sie auch ihre rezidivierten Patienten, die bereits eine Erhaltungstherapie bekommen hatten, wieder mit einer Rituximab-Erhaltungstherapie?

Dazu fehlen uns noch konkrete Daten. Basierend auf den allgemeinen Kriterien für die onkologische Therapie kann eine erneute Erhaltungstherapie aber durchaus sinnvoll sein, wenn die Patienten nach der ersten Erhaltung eine lang anhaltende Remission erzielt haben und erst Jahre später rezidivieren. Wenn die Patienten allerdings unter der Erhaltungstherapie progredient werden, ist es in meinen Augen nicht angezeigt, diese Behandlung noch ein zweites Mal einzusetzen.

Würde man in diesem Fall zunächst noch eine Induktionstherapie durchführen?

Ja. Unsere Daten zeigen, dass Patienten, die in der Primärbehandlung eine Rituximab-haltige Therapie wie R-CHOP erhalten haben, auch im Rezidiv wieder von der Hinzunahme von Rituximab profitieren. Für eine erneute Induktion käme z.B. eine R-Bendamustin-Therapie oder ein R-Fludarabin-haltiges Regime in Frage. Nach einer Induktionstherapie mit R-CHOP würden wir wegen der kumulativen Kardiotoxizität des Anthrazyklins nicht noch einmal eine CHOP-Chemotherapie einsetzen.

Wie geht es in der Therapie indolenter Lymphome weiter? Was ist zu erwarten?

Ich denke, künftig werden nicht alle Patienten die gleiche Therapie erhalten. Aktueller Standard ist ja die Kombination von Rituximab und einer Chemotherapie, gefolgt von der Rituximab-Erhaltung. Es ist aber durchaus möglich, dass einige Patienten gar keine Chemotherapie mehr benötigen werden oder man eine weniger aggressive Chemotherapie verwenden kann. In Anbetracht des großen Vorteils, den wir mit Rituximab erzielt haben, wäre zu vermuten, dass wir mit einem weiter optimierten Antikörper noch mehr erreichen können.

Was versprechen Sie sich von dem neuen Antikörper GA101?

Nach den in-vitro-Daten auch aus unserem eigenen Labor setzen wir große Hoffnungen in diesen Antikörper. Auch im Makaken-Modell zeigt sich die Wirksamkeit deutlich. GA101 infiltriert in diesem Modell sogar die Lymphknoten, um dort die CD20-positiven Zellen abzutöten. Durch die verstärkte Wirksamkeit könnte aber möglicherweise die Immunsuppression gesteigert sein, was wiederum vermehrt zu Infektionen führen könnte. Letztlich werden randomisierte Studien zeigen, ob sich dieser präklinische Vorteil auch in einen klinischen Vorteil umsetzt. Eine entsprechende randomisierte Studie wird noch im Laufe dieses Jahres unter Federführung der deutschen und der britischen Lymphom-Studiengruppen aktiviert.

Was wird in dieser Studie genau untersucht?

Verglichen wird eine Rituximab-Chemotherapie gefolgt von einer Rituximab-Erhaltung gegenüber einer GA101-Chemotherapie gefolgt von einer GA101-Erhaltung als Primärtherapie bei Patienten mit FL im fortgeschrittenen Stadium. Verschiedene europäische und amerikanische Advisory Boards gaben die Empfehlung, direkt eine Phase-III-Studie zur Erstlinientherapie durchzuführen, um nicht auf eine Phase-II-Studie warten zu müssen, die letztlich keine konklusiven Daten liefern würde.

Wird in Zukunft eine Heilung oder zumindest eine Chronifizierung bestimmter Formen von Non-Hodgkin-Lymphomen möglich sein?

Das denke ich durchaus und das ist auch schon jetzt mit dem Standard der zweijährigen Rituximab-Erhaltung der Fall. Etliche unserer FL-Patienten werden nie mehr wegen dieser Erkrankung behandelt werden müssen, wenn sie die entsprechende Therapie aus Rituximab-Chemotherapie gefolgt von Rituximab-Erhaltung bekommen. Das ist für mich faktisch eine Art Heilung. Wir wissen noch nicht, bei wie vielen Patienten wir das erreichen. Nach den aktuellen Daten könnten es bei niedrigem Risikoprofil vielleicht 30% sein. Aber wir sehen schon jetzt eine Reduktion der Rezidive beim FL.

Vielen Dank für das Gespräch.
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