Sonntag, 19. August 2018
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren
Zentren
Kasuistiken
Studien


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
21. Juni 2018

Interview: Typ-II-Anti-CD20-Antikörper Obinutuzumab – Zentraler Baustein der CLL-Therapie

Interview mit Prof. Dr. med. Michael Hallek, Universitätsklinik Köln

In der Therapie der chronisch lymphatischen Leukämie (CLL) wird seit 20 Jahren ein permanenter Fortschritt verzeichnet. Über die wichtigsten Erfolge der Deutschen CLL Studiengruppe (DCLLSG), aktuelle Studiendaten zur CLL-Therapie mit Obinutuzumab und das Potential neuer Kombinationstherapien mit dem Typ-II-Anti-CD20-Antikörper haben wir mit Herrn Prof. Dr. Michael Hallek, Direktor Klink I für Innere Medizin der Universitätsklinik Köln und Leiter der DCLLSG gesprochen.
Anzeige:
Fachinformation
 
Michael Hallek
Die DCLLSG wurde 1996 gegründet, um die Diagnostik und Therapie der CLL im Rahmen kontrollierter prospektiver Studien zu optimieren. Was sind die Highlights?
 
HALLEK: Als womöglich wichtigstes Highlight ist die CLL8-Studie zu nennen. Bis dahin war unklar ob eine hohe Effizienz der Ersttherapie wichtig ist oder die beste Therapie möglicherweise auch später gegeben werden kann. Nach dieser Studie war klar: Die Ersttherapie in Form von Chemo-Immuntherapie mit einem Anti-CD20-Antikörper – Rituximab + Fludarabin/ Cyclophosphamid (FC-R) – verlängert das Überleben von CLL-Patienten signifikant. Weiter stellte die Festlegung der minimalen Resterkrankung als Parameter zur Optimierung der Therapie durch die DCLLSG einen Meilenstein dar. Ebenso der Nachweis, dass wir die Behandlung von CLL-Patienten in Abhängigkeit von der Fitness optimieren können. Auch dies haben wir mit einem Konzept erstmals eingeführt.
 
Auf dem EHA 2018 wurde die finale Analyse der Zulassungsstudie CLL11, die unter Federführung der DCLLSG durchgeführt wurde, präsentiert: Was sind die zentralen Ergebnisse dieser Auswertung?
 
HALLEK: Hier wurde überraschend nachgewiesen – das war bei der Konzeption der Studie nicht geplant –, dass der potente Typ-II-Anti-CD20-Antikörper Obinutuzumab, gegenüber Rituximab einen Überlebensvorteil bringt. Die Studie lieferte einen klaren Beleg, dass Obinutuzumab bei der CLL effizienter ist und besser wirkt als Rituximab. Vorteile durch eine bessere Ansprechrate und eine höhere Rate MRD-negativer Erkrankungen waren bereits zuvor gezeigt worden. Nach der CLL11-Studie ist Chlorambucil + Obinutuzumab ein möglicher neuer Standard in der Behandlung älterer Patienten mit CLL. 
 
Aktuelle rekrutierende Studien der DCLLSG sind beispielsweise die CLL13- Studie sowie die Studie CLL2-GIVe. Was sind die Ziele der beiden Studien?
 
HALLEK: Das Ziel ist hier, die Raten für MRD-Negativität weiter zu erhöhen und die Erkrankung bei einem immer höheren Anteil der Patienten auszuheilen. Ob dies gelingt, müssen Langzeitbeobachtungen zeigen. Optimistisch stimmen vorläufige Ergebnisse, nach denen mit Kombinationen aus Venetoclax + Obinutuzumab in über 90% der Patienten die minimale Resterkrankung nicht mehr nachweisbar ist. Bei aller Zurückhaltung scheint sich hier erneut ein grundsätzlicher Fortschritt abzuzeichnen.
 
Was für ein Fazit lässt sich aus den Studien CLL2-BIG und BAG zum Potential neuer Kombinations-therapien mit Obinutuzumab in der CLL-Therapie ziehen?
 
HALLEK: In diesen neueren kleinen Phase-II-Studien zu Kombination von Ibrutinib + Obinutuzumab in der BIG-Studie und Venetoclax + Obinutuzumab in der BAG-Studie haben fast alle Patienten ein Ansprechen gezeigt, und zwar unabhängig davon, ob sie in der Erst- oder Zweitlinie behandelt wurden. Beide Kombinationen sind sehr effektiv. Bei BIG wurde eine Rate von 48% MRD-negativer Remissionen gesehen, mit dem BAG-Protokoll lag diese Rate noch deutlich höher bei mehr als 90%. Insbesondere BAG scheint demnach hervorragend zu wirken.
 
Was sind aus Ihrer Sicht die nächsten Schritte bei der Optimierung der Therapie und welche langfristigen Therapieziele könnten sich daraus ergeben?
 
HALLEK: Als nächster großer Erfolg zeichnet sich ab, dass wir Patienten mit CLL in der Erst- und Zweitlinie wahrscheinlich in wenigen Monaten ohne Chemotherapie behandeln können. Die Möglichkeit hierzu bietet sich durch Venetoclax, Ibrutinib, Obinutuzumab und eventuell auch Idelalisib. In welchen Kombinationen wir die besten Resultate erreichen, muss sich zeigen. Die Perspektive ist jedoch wiederum ein kompletter Umbruch in der Behandlung der CLL. Wir haben seit 20 Jahren einen permanenten Fortschritt zu verzeichnen, zunächst durch die Kombination von Antikörpern mit Chemotherapie und jetzt durch die Kombination von neuen gezielten Medikamenten mit effektiveren Antikörpern. Das Ziel und meine langfristige Erwartung ist, dass es gelingt die CLL durch die Ersttherapie zur Ausheilung zu bringen.
 
 
Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Daniel Neubacher
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
NET
CUP
CML
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Fachgesellschaften
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
Betroffenenrechte
AGB
Fakten über Krebs
 
EHA 2018