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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Juli 2018 Seite 1/3

ASCO-Jahrestagung – Teil II

Immuntherapie mit CIs: Wirksamkeit und Sicherheit im Langzeitverlauf bestätigt

Die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren (CIs) steht weltweit im Fokus des Interesses klinischer Onkologen, so auch bei der 54. Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) Anfang Juni in Chicago, USA. Allein zum Anti-PD-1 (Programmed-Death-1)-Rezeptor-Antikörper Pembrolizumab wurden bei der Tagung über 250 Abstracts vorgestellt. Diese umfassten neben Updates zu bereits publizierten Studien, die die Wirksamkeit und Sicherheit von CIs im Langzeitverlauf zeigen, auch Ergebnisse zu neuen Tumorentitäten.
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Fortgeschrittenes NSCLC: OS-Vorteil durch Pembrolizumab mono schon bei TPS ≥ 1%

Beim lokal fortgeschrittenen oder metastasierenden nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) ist Pembrolizumab derzeit zugelassen als Monotherapie bei Tumoren mit PD-L1-Expression (Tumor Proportion Score (TPS) ≥ 1%) nach vorheriger Chemotherapie, ferner als Monotherapie zur Erstlinienbehandlung von erwachsenen Patienten mit metastasierendem NSCLC mit Tumoren mit hoher PD-L1-Expression (TPS ≥ 50%) ohne EGFR oder ALK-positive Tumormutationen (1).

Nun zeigen die Daten einer Interimsanalyse der Phase-III-Studie KEYNOTE-046, die Dr. Gilberto Lopes, Miami, USA, in der Plenary-Session als „Late Breaking Abstract“ vorstellte, dass Pembrolizumab beim fortgeschrittenen NSCLC in der Erstlinie bereits ab einem TPS von ≥ 1% als Monotherapie im Vergleich zu einer Platin-basierten Standard-Chemotherapie überlegen wirksam ist (2, 3).

1.274 Patienten mit NSCLC erhielten nach 1:1 Randomisierung entweder Pembrolizumab (200 mg i.v. alle 3 Wochen für max. 35 Zyklen) oder eine Platin-basierte Chemotherapie nach Wahl des Therapeuten: bei Plattenepithelkarzinomen Carboplatin/Paclitaxel und bei Nicht-Plattenepithelkarzinomen Carboplatin/Pemetrexed. Primärer Studienendpunkt war das Gesamtüberleben (OS) bei 3 Patientensubgruppen mit unterschiedlich ausgeprägter PD-L1-Expression (TPS ≥ 50%, ≥ 20% und ≥ 1%). Wie Lopes berichtete, war das OS bei allen Subgruppen signifikant zugunsten der Pembrolizumab-Therapie verbessert (TPS ≥ 50%: HR=0,69, p=0,0003; TPS ≥ 20%: HR=0,77, p=0,020; TPS ≥ 1%: HR=0,81, p=0,0018). Das mediane OS in den 3 Gruppen betrug für Pembrolizumab gegenüber der Chemotherapie 20,0 vs. 12,2 Monate (TPS ≥ 50%), 17,7 vs. 13,0 Monate (TPS ≥ 20%) und 16,7 vs. 12,1 Monate (TPS ≥ 1%). Auch die Dauer des Ansprechens (DoR) war in allen 3 Gruppen unter Pembrolizumab länger als unter der Chemotherapie. Das Sicherheitsprofil von Pembrolizumab war konsistent mit früheren Untersuchungen. Die aktuellen Daten könnten laut Lopes dazu beitragen, eine Pembrolizumab-Monotherapie zukünftig möglicherweise einem noch größeren Anteil von Patienten mit PD-L1-exprimierenden Tumoren als Standardbehandlung zugänglich zu machen.

Auch die Interimsdaten der Phase-III-Studie KEYNOTE-407 unterstützen den Ansatz, Pembrolizumab in die Erstlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC zu integrieren – hier in Kombination mit Carboplatin/(nab-)Paclitaxel und speziell beim NSCLC mit Plattenepithelkarzinom-Histologie. Die Hinzunahme des PD-1-Inhibitors zur Platin-basierten Chemotherapie verlängerte das OS und progressionsfreie Überleben (PFS) der Patienten signifikant, berichtete Prof. Dr. Luis Paz-Ares, Madrid, Spanien, im Rahmen eines Clinical Science Symposiums (4). Die randomisierte, Placebo-kontrollierte Studie KEYNOTE-407 vergleicht bei 560 therapienaiven Patienten mit metastasierendem Plattenepithelkarzinom-NSCLC Carboplatin + Paclitaxel oder nab-Paclitaxel + Pembrolizumab mit alleiniger Chemotherapie (4, 5). Nach einer 1:1 Randomisierung erhalten die Patienten entweder 6 mg/ml/min Carboplatin und 200 mg/m² Paclitaxel alle 3 Wochen oder wöchentlich 100 mg/m² nab-Paclitaxel entweder mit 200 mg Pembrolizumab i.v. alle 3 Wochen oder Placebo über 4 Zyklen gefolgt von Pembrolizumab oder Placebo für max. 31 Zyklen. Koprimäre Endpunkte sind das PFS und OS. Zum Zeitpunkt der Analyse (medianes Follow-up 7,8 Monate) standen 121/278 Patienten der Immuntherapie-Gruppe noch unter Behandlung im Vergleich zu 72/280 Patienten der Vergleichsgruppe.

Unter dem Einfluss von Pembrolizumab lag das mediane OS bei 15,0 Monaten gegenüber 11,3 Monaten mit alleiniger Chemotherapie (HR=0,64; 95%-KI: 0,49-0,85; p=0,0008). Der Überlebensvorteil betraf alle vorher definierten Patientensubgruppen und war unabhängig vom Ausmaß der PD-L1-Expression der Tumoren. Hinsichtlich des medianen PFS zeigte sich ebenfalls ein signifikanter Vorteil für die Patienten, die zusätzlich den CI erhalten hatten (6,4 Monate vs. 4,8 Monate; HR=0,56; 95%-KI: 0,45-0,70; p<0,0001). Die objektive Ansprechrate (ORR) betrug 57,9% vs. 38,4% unter alleiniger Chemotherapie (p=0,0004). Unerwünschte Ereignisse ab Grad 3 traten bei 69,8% der Patienten im Kombinations- und 68,2% der Patienten im Chemotherapie-Arm auf, am häufigsten Anämie, Alopezie, Neutropenie, Nausea, Thrombozytopenie und Diarrhoe. In der Pembrolizumab-Gruppe wurden in 10,2% der Fälle immunvermittelte Nebenwirkungen ab Grad 3 dokumentiert, in der Vergleichsgruppe bei 3,2%. Neue Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet.

Die aktuellen Daten bereiten nach Ansicht von Paz-Ares den Weg dafür, die Kombination aus Pembrolizumab mit Carboplatin/(nab-)Paclitaxel zukünftig als einen neuen Erstlinien-Behandlungsstandard für das metastasierte Plattenepithelkarzinom-NSCLC einzusetzen – unabhängig von der PD-L1-Expression (4).
 
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