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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Juli 2018 Seite 1/2

IQUO 2.0 – Dokumentation begonnen = Neustart gelungen!

F. König, M. Johannsen, J. Klier, R. Schönfelder, R. Eichenauer, C. Doehn, IQUO - Vorstand, Geschäftsstelle Berlin, Claire-Waldoff- Str. 3; 10117 Berlin, J. Schröder, IQUO - Servicegesellschaft, Berlin.

Die Versorgungsforschung führt im Vergleich zu prospektiv randomisierten Studien der Phase II oder III immer noch ein Schattendasein. Letztere sind sicherlich unabdingbar für die Entwicklung und Zulassung neuer Medikamente. Nach der Zulassung besteht jedoch ein dringender Bedarf an sog. „real life“-Daten. Der gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat dies erkannt und fordert inzwischen von den Pharmaunternehmen Daten sowohl zur „frühen“ als auch zur „späten“ Nutzenbewertung neuer Medikamente. Neben diesem kommerziellen Interesse an Versorgungsdaten besteht seit dem letzten Jahr aber auch die gesetzliche Verpflichtung für jeden Urologen, patientenbezogene Versorgungsdaten an die regionalen Krebsregister zu melden. Dies betrifft sowohl die Erstdiagnose (Basisdatensatz) als auch die Verlaufsdaten mit Meldung von Therapieänderungen. Bei Nichterfüllung dieses gesetzlichen Dokumentationsauftrages drohen empfindliche Geldstrafen von bis zu 50.000 €, welche im Wiederholungsfall auch erneut verhängt werden können.
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Der IQUO (Interessenverband zur Qualitätssicherung in der Uroonkologie Deutschland e.V.) hat es sich seit Jahren zur Hauptaufgabe gemacht, uro-onkologische Versorgungsforschung abzubilden. Um dieser Herausforderung gerecht zu werden, bedarf es der Expertise in Datenerhebung, -management und -verwertung. Grundvoraussetzung ist eine faire Kooperation auf Augenhöhe mit den Verbandsmitgliedern, aber auch mit urologischen Kliniken und medizinischen Versorgungszentren (MVZs) sowie anderen Fachgruppen (z.B. Onkologen), der Industrie und der Politik. Die konsequente und vollständige Trennung von der früheren Geschäftsführung und Datenmanagement-Firma ODM, die kürzlich vom börsennotierten Datenunternehmen IQVIA übernommen wurde, ist vollzogen.

Zentraler Bestandteil des Projektes ist die flächendeckende Patientendokumentation mit Hilfe einer einheitlichen Datenplattform für alle uroonkologischen Entitäten (Prostatakarzinom, Nierenzellkarzinom, Urothelkarzinom, Hodentumor, Peniskarzinom). Dafür wurde nach Einbeziehung des Hamburgischen Krebsregisters (HKR) eine neue Software zur Umsetzung einer optimierten Versorgungsforschung mit gleichzeitiger Meldung an die Krebsregister entwickelt. Unterstützt wird der Verband dabei durch die Software-Firma ALCEDIS, welche bereits umfangreiche Erfahrungen bei der digitalen Erfassung onkologischer Krankheitsverläufe und Entwicklung von Schnittstellen zu den Krebsregistern besitzt.

Die gesetzlich geforderte Meldung an die regionalen Krebsregister erfolgt aktuell über das Ausfüllen vorgegebener Formulare, welche sich von Bundesland zu Bundesland zum Teil unterscheiden. Durch die neue Datenplattform des IQUO wird die Datenmeldung deutlich vereinfacht und weitgehend automatisiert. Einmal digitalisiert, lässt sich der Datensatz für die Krebsregister in anonymisierter Form nach schriftlicher Einwilligung des Patienten zusätzlich in einer eigenen IQUO-Datenbank speichern. Dabei können weitere, zusätzliche Informationen abgefragt werden, die Daten bleiben aber immer nur bei dem Arzt/Urologen, der die Daten erhoben hat, und beim IQUO.

Diese Form eines umfassenden Registerprojektes wurde bereits durch ein positives Votum der Ethikkommission der Ärztekammer Berlin freigegeben. Die Honorierung für den Dokumentationsaufwand der teilnehmenden Ärzte erfolgt zum einen durch die Krankenkassen über die Krebsregister derzeit mit 18 € für den Basisdatensatz (Erstmeldung des Patienten). Zusätzlich erhält das IQUO-Mitglied weitere 18 € für die gleichzeitige Übertragung des erweiterten anonymisierten Datensatzes auf die IQUO-Datenbank. Somit wird eine Verdopplung des Honorars für diese einmalige Dokumentation pro Patient erreicht.
 
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