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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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10. Dezember 2014

DGHO 2014

Hoffnungsvolle Perspektiven: Immuntherapie gegen Tumoren

Jahrelang fristete die Tumor-Immuntherapie ein stiefmütterliches Dasein. Doch spätestens seit das Wissenschaftsmagazin Science den immuntherapeutischen Ansatz 2013 zum "Durchbruch des Jahres" erklärte, ist sie zu einem Brennpunkt der Forschung - und der onkologischen Kongresse avanciert.

"Die Theorie, dass das Immunsystem für die Überwachung von Tumoren verantwortlich ist, wird durch einige gute klinische Daten gestützt", erklärte Prof. Andreas Mackensen, Erlangen. So korreliert etwa eine hohe Anzahl an Immunzell-Infiltraten im Primärtumor häufig mit einer guten Prognose. Auch die Immunzell-vermittelte Spontanremission maligner Tumoren spricht dafür, dass das Immunsystem Tumorzellen bekämpfen kann. Allerdings haben die Tumorzellen komplexe Mechanismen entwickelt, den Immunzellen zu entkommen.

Das momentan drängendste Anliegen ist es daher, diese "Immun-Escape-Mechanismen" der Tumoren zu überwinden. Einen wichtigen Ansatzpunkt stellen dabei die Checkpoint-Moleküle CTLA-4 und PD-1 dar, welche die Immunantwort des Körpers auf den Tumor limitieren. "Mit der Hemmung dieser Moleküle können wir die Bremse des Immunsystems lösen", berichtete Mackensen. Dieses Therapiekonzept stellt einen völlig neuen Ansatz dar, da es nicht direkt auf die Tumorzellen, sondern primär auf die Immunzellen abzielt.

Mit Ipilimumab (Yervoy®) und Nivolumab stehen zwei Antikörper zur Verfügung, die einerseits gegen das zytotoxische T-Lymphozyten-assoziierte Antigen (CTLA-4) und andererseits gegen den programmierten Zelltod-Rezeptor (PD-1) gerichtet sind. "Studien mit Ipilimumab haben erstmals gezeigt, dass ein Langzeitüberleben von Patienten mit fortgeschrittenem Melanom möglich ist", sagte Mackensen. Laut einem Update (1), das auf dem ESMO gezeigt wurde, liegt die 3-Jahres-Gesamtüberlebensrate bei 21%. Eine "softe Therapie" ist das allerdings nicht. Die Nebenwirkungen bestehen in der Regel in autoreaktiven Immunreaktionen, die insbesondere in der Haut, im Gastrointestinaltrakt oder als endokrine bzw. hepatische Autoimmunphänomene auftreten. Fast 18% der Patienten sind von diesen Nebenwirkungen (Grad 3-4) betroffen (2). "Der Patient muss darüber aufgeklärt und entsprechend mit Immunsuppressiva behandelt werden", betonte der Onkologe.

Noch überzeugendere Ergebnisse scheint der eben in USA zugelassene Antikörper Nivolumab zu liefern. In einer Phase-I-Studie (3) mit Melanom-Patienten lag das 2-Jahres-Gesamtüberleben bei 43%. "Interessant ist, dass dieser Antikörper auch bei anderen Tumoren wie Nierenzell-, Blasen-, nicht-kleinzelligem Bronchialkarzinom, Kopf-Hals-Tumoren und vermutlich bei einigen weiteren wirkt", berichtete Mackensen. Die Art der Nebenwirkungen ist vergleichbar, allerdings liegt die Rate an schweren Nebenwirkungen mit 5% (Grad 3-4) wesentlich niedriger als bei Ipilimumab.

Ein besseres Ansprechen, aber auch deutlich mehr Toxizität wird unter der Kombination von CTLA-4 und PD-1-Antikörper beobachtet. Dies zeigt eine Studie (4) an 53 Patienten mit metastasierendem Melanom. Ein antitumoraler Effekt trat bei 65% auf, eine objektive Response bei 40%. Die gleichzeitige Infusion beider Antikörper resultierte jedoch in einer hohen Toxizitätsrate (53% Grad 3 oder 4).

Ein weiterer erfolgversprechender Ansatz scheint der adoptive Lymphozyten-Transfer zu sein. Dabei werden körpereigene T-Zellen isoliert, mit einem chimären Antigenrezeptor (CAR) modifiziert und anschließend reinfundiert. Die gentechnisch veränderten T-Zellen attackieren die Tumorzellen und führen zu einer gezielten Proliferation von T-Zellen mit antitumoraler Wirkung. "Diese Anwendungen sind sehr interessant", erklärte Mackensen und berichtete beispielhaft vom Fall eines 11-jährigen Mädchens, das im Dezember 2012 an akuter Leukämie erkrankte und auf keine Therapie ansprach. Der Krebspionier Carl H. June aus Philadelphia behandelte die junge Patientin mit der neuartigen Therapie. Sie sprach gut darauf an und befindet sich noch immer in Remission.

M. Hofmann-Aßmus

Kongress-Pressekonferenz: "Highlights" der DGHO: "Immuntherapie und Behandlung von Lymphomen", 11.10.2014

Literaturhinweise:
(1) Schadendorf D. ECCO 2013.
(2) Ibrahim RA. J Clin Oncol. 2011.
(3) Sznol M. ASCO 2013.
(4) Wolchok JD. N Engl J Med. 2013.

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