Mittwoch, 23. August 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
Fachinformation
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
05. April 2012

DKK 2012

Höherer Stellenwert der Palliativmedizin gefordert

„Die Palliativmedizin hat noch nicht den Stellenwert in der Onkologie, den sie haben müsste“, so Prof. Friedemann Nauck, Göttingen. Er bemängelte, dass diese nicht in den Nationalen Krebsplan aufgenommen wurde. „Um das Leben von Krebs-Patienten auch am Ende zu erleichtern, ist ein frühes multidisziplinäres Zusammenarbeiten unbedingt notwendig.
Anzeige:
 
 
Das Hauptanliegen der Palliativmedizin ist die Erhaltung der Lebensqualität in einer Phase der Erkrankung, in der eine Heilung nicht mehr möglich ist. Der Aufgabenbereich reicht von der Linderung typischer Symptome wie Schmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit, Obstipation, Schwäche oder Atemnot bis hin Behandlung psychischer und sozialer Probleme. „Die Palliativmedizin hat zu einem Paradigmenwechsel in der Krebstherapie geführt. Eine gute Onkologie geht nicht ohne die Palliativmedizin“, so Nauck.

Um Patienten in dieser Situation optimal zu betreuen, sei ärztliche Kompetenz gefragt, wie Dr. Jutta Hübner, Frankfurt/Main, anmerkte. Dazu gehöre auch die Berücksichtigung komplementärmedizinischer Aspekte: „Ein Onkologe sollte immer auch ein bisschen über seinen Fachbereich hinaus Bescheid wissen, um den Patienten gut informieren und beraten zu können.“ Komplementärmedizin kann dazu beitragen, Symptome erträglicher zu machen. Wenn Patienten oder deren Angehörige diesbezüglich um Rat fragen, sei absolute Ehrlichkeit auf beiden Seiten gefordert. „Keinesfalls darf es aber alternative Medizin sein“, so Hübner.

Wichtig sei schon eine sehr frühe Einbeziehung des Patienten, wie Prof. Florian Lordick, Braunschweig, aus seinen Erfahrungen berichtete: So konnte in einer Studie belegt werden, dass sich nicht nur die Lebensqualität verbesserte, sondern sogar das Gesamtüberleben von Lungenkrebs-Patienten verlängert wurde, wenn sie mittels psychoedukativer Intervention gezielt durch ein Palliative Care Team informiert wurden (1).

Dass die palliative Versorgung in Deutschland derzeit noch unzureichend ist, zeigte Dr. Imke Strohscheer, Barmbek, am Beispiel der Behandlung tumorbedingter Schmerzen auf: „Mit dem WHO-Stufenschema könnten heute 80-90% der Patienten korrekt auf Medikamente eingestellt werden. In der Praxis ist dies aber aktuell nur bei etwa 50% der Tumorschmerz-Patienten der Fall.“ Dies läge zum einen daran, dass die Ärzte oft die Qualität ihrer verschriebenen Schmerzmedikation überschätzen und zum anderen an fehlender Compliance der Patienten. Letzteres könnte durch psychoedukative Maßnahmen vielleicht verhindern werden, so Strohscheer. Sie forderte, dass für eine bestmögliche Therapie Schmerzen in der Onkologie besser dokumentiert werden müssen.

sr

Literaturhinweis:
(1) Temel JS, et al. N Engl J Med. 2010;363(8):733-42

DKK-Hauptpressekonferenz „Neue Impulse in der Palliativmedizin“, 22.02.2012, DKK 2012, Berlin
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
NET
CUP
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs
 
ASCO 2017