Mittwoch, 18. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
26. Juni 2017 Seite 1/6

Neues aus Diagnostik und Therapie des Prostatakarzinoms:

Von der Fusionsbiopsie zur fokalen Therapie beim lokal begrenzten Prostatakarzinom

B. Rosenhammer, J. Bründl, Caritas-Krankenhaus St. Josef, Klinik für Urologie der Universität Regensburg.

Das Prostatakarzinom erlebt seit einigen Jahren in Diagnostik und Therapie zahlreiche Veränderungen und Neuerungen. Egal ob multiparametrische MRT-Untersuchung der Prostata im nicht metastasierten Stadium oder PET-CT/MRT-Diagnostik mittels radioaktivem Marker PSMA bei metastasierten Tumoren – bildgebende Verfahren werden zukünftig zunehmend an Bedeutung gewinnen und vermutlich eine zentrale Rolle in der Diagnostik und Therapieplanung einnehmen. Infolge der zunehmenden Verbreitung des PSA-Screenings und einer konsekutiven Diagnose-Zunahme von lokal begrenzten Niedrigrisiko-Tumoren werden für diese Gruppe von Karzinomen weniger radikale, fokale Therapieverfahren in den Mittelpunkt des Interesses rücken. Voraussetzung hierfür wiederum ist eine exakte Lokalisation des Tumors innerhalb der Prostata, was erneut die Wichtigkeit der bildgebenden Diagnostik und der gezielten histologischen Sicherung unterstreicht. Im Folgenden soll eine Übersicht über die Bedeutung der MRT-Untersuchung der Prostata als Voraussetzung für eine gezielte Biopsieentnahme und fokale Therapieplanung gegeben werden.
Anzeige:
 
 
Hintergrund

Mit 25,4% aller diagnostizierten Krebserkrankungen ist das Prostatakarzinom die häufigste Krebserkrankung des Mannes in Deutschland. Seit der Einführung und steigenden Verbreitung der PSA-Diagnostik (PSA= Prostata-spezifisches Antigen) in den 1990er Jahren kam es zu einem deutlichen Anstieg der Inzidenz mit inzwischen weit über 60.000 neu diagnostizierten Prostatakarzinomen in Deutschland pro Jahr. Dieser hohen Inzidenz steht allerdings eine weitaus niedrigere Sterberate von nur etwas über 10% gegenüber und damit steht das Prostatakarzinom nur an 3. Stelle aller Tumorerkrankungen. Im Gegensatz zur steigenden Inzidenz der Erkrankung zeigte sich die Mortalitätsentwicklung zuletzt weitgehend konstant bis sogar leicht abnehmend (1). Ursächlich hierfür dürfte sicherlich die Einführung des PSA-Screenings sein, welche zu einer Verschiebung der Tumorstadien bei Erstdiagnose im Sinne einer Zunahme von Niedrigrisiko-Prostatakarzinomen führte. Tatsächlich wird die Mehrzahl der Tumoren in einem Organ-begrenzten und somit einer kurativen Therapie zugänglichen Stadium diagnostiziert.

Das Organ-begrenzte Prostatakarzinom wird anhand der sogenannten d´Amico-Klassifikation in Karzinome des niedrigen, mittleren und hohen Risikos eingeteilt, wobei hierfür der PSA-Wert, der Gleason-Score (im Rahmen der histologischen Aufarbeitung des Stanzzylinders) und das klinische T-Stadium in die Definition eingehen (2). Durch den genannten Stadienshift seit Einführung des PSA-Screenings ergibt sich allerdings das Dilemma, dass viele Tumoren diagnostiziert werden, die unter Umständen nie symptomatisch geworden wären und somit einer potentiellen Übertherapie zugeführt werden.

Die seit langem etablierten Therapieverfahren beim lokal begrenzten Prostatakarziom sind die radikale Prostat-ektomie und die perkutane Strahlentherapie, was sich dementsprechend in der deutschen S3-Leitlinie abbildet. Für die Gruppe der Niedrigrisiko-Tumoren kann zudem das Konzept der Aktiven Überwachung (Active Surveillance, AS) angeboten werden (3).

Letzteres wurde eingeführt, um die Rate an Übertherapien durch eine operative Therapie bzw. Radiatio zu senken, gerade auch vor dem Hintergrund der Morbidität dieser Therapieformen wie Impotenz, Inkontinenz, postradiogene Zystitis/Proktitis etc. Daten aus den USA zeigen, dass der Anteil an Patienten mit AS bei Niedrig-Risiko-Prostatakarzinomen von 6,7% in den Jahren 1990-1999 auf 40,4% im Zeitraum von 2010-2013 anstieg (4).

Die Diskussion der Übertherapie einerseits und der Untertherapie durch AS andererseits ist nach wie vor in vollem Gange. Die PIVOT-Studie aus dem Jahre 2012 beispielsweise konnte nach einem medianen Nachbeobachtungszeitraum von 12 Jahren keinen Überlebensvorteil für prostatektomierte Niedrigrisiko-Patienten im Vergleich zu nicht-prostat-ektomierten Patienten nachweisen (5). Diese Daten konnten durch die kürzlich publizierten Ergebnisse der ProtecT-Studie bestätigt werden, in der bei einer Nachbeobachtungszeit von 15 Jahren kein Unterschied im Tumor-spezifischen Überleben und Gesamtüberleben gesehen wurde. Ein signifikanter Vorteil zugunsten der lokalen Therapie konnte allerdings beim Metastasen-freien Überleben gezeigt werden, was wiederum ein Argument für eine lokale Therapie darstellt (6). Nicht zu unterschätzen ist darüber hinaus auch der psychologische Faktor des AS-Konzepts mit dem Wissen des Patienten um seine (potentiell progrediente) Tumorerkrankung, aber der fehlenden Therapie. Loeb et al. konnten in diesem Zusammenhang zeigen, dass Patienten unter AS, die mehr als 2 Jahre nach Diagnose prostatektomiert wurden, ein höheres Risiko für ein Upgrading (OR=2,93) und ein höheres Risiko für die Notwendigkeit einer Salvage-Radiatio (HR=1,90) hatten (7).

Vor diesem Hintergrund wurden fokale Therapiekonzepte insbesondere für Niedrigrisiko-Tumoren entwickelt, um die Lücke zwischen Übertherapie durch OP/Radiatio und Untertherapie durch AS zu schließen. Ziel hierbei ist eine adäquate onkologische Tumorkontrolle bei gleichzeitiger Reduktion der Morbidität. Sollte eine adäquate onkologische Kontrolle langfristig möglich sein, könnte eine fokale Therapie zukünftig prinzipiell eine Alternative zu den etablierten Therapieverfahren darstellen. Neben der adäquaten Patientenselektion liegt die größte Herausforderung für fokale Therapieansätze in der korrekten Tumorlokalisation innerhalb der Prostata.

 
Vorherige Seite
1 2 3...6
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
Anzeige:
 
 
Anzeige:
Zur Fachinformation
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs