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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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04. August 2016

Früher Beginn einer Abirateronacetat-Therapie beim mCRPC vorteilhaft

Beim metastasierten Prostatakarzinom (mCRPC) wird zunehmend die Bedeutung von Resistenzen für Therapieentscheidungen diskutiert. Auch aktuelle Daten des ASCO-Kongresses weisen darauf hin, dass diese für die Auswahl der systemischen Therapie relevant sind und somit auch einen Einfluss auf die Therapiesequenz haben könnten. Aus den Daten kleinerer Studien geht hervor, dass es von Vorteil sein könnte, die Therapie beim mCRPC im nicht oder mild symptomatischen Stadium mit Abirateronacetat (Zytiga®) zu beginnen, wie Prof. Dr. Jürgen Geschwend, München, im Rahmen einer Presseveranstaltung sagte.
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Sequenz Abi→Enza zu bevorzugen

Für die sekundäre Antihormontherapie beim mCRPC stehen für die Erstlinientherapie des nicht oder mild symptomatischen mCRPC mit Abirateronacetat (plus Prednison/Prednisolon) und Enzalutamid zwei Medikamente mit gleichwertiger Wirksamkeit zur Verfügung, berichtete Gschwend. Daher muss der behandelnde Arzt anhand anderer Parameter entscheiden, welche der beiden Substanzen er zuerst einsetzt. Diese Kriterien sind die Lebensqualität, die Verträglichkeit und Studienergebnisse zu den verschiedenen Sequenzmöglichkeiten. Dazu haben retrospektive Daten einen Vorteil für die Sequenz Abirateronacetat → Enzalutamid gezeigt: Das PSA50-Ansprechen, also ein Abfall des PSA-Werts um mindestens 50%, war unter dieser Reihenfolge der verabreichten Medikamente höher. Gschwend bedauerte, dass es momentan noch keine prospektiven Daten zu dieser Fragestellung gibt. Eine aktuelle prospektive kanadische Phase-II-Studie soll künftig mehr Klarheit schaffen.

AR-V7 – Ein Blick in die Zukunft

Prof. Dr. Hubert Kübler, München, berichtete von spannenden ersten Forschungsergebnissen: Die Androgenrezeptor-Splicevariante AR-V7 könnte künftig als Biomarker für die Entstehung von Resistenzen dienen. Wie Kübler erläuterte, binden alle momentan verfügbaren Androgenrezeptor-Blocker an die C-terminale Domäne des Rezeptors. Diese würde aber bei der Splicevariante AR-V7 abgeschnitten, was eine Erklärung dafür ist, weshalb die Splicevariante gegen Abirateronacetat und Enzalutamid resistent ist. Nun wurde in ersten Studien gezeigt, dass eine Chemotherapie mit Docetaxel unabhängig vom Vorhandensein dieser Splicevariante wirkte. Es kam nach der Chemotherapie z.T. in einigen Fällen sogar zu einer Konversion des Rezeptors in seine Wildtyp-Form. Dies sei klinisch höchst relevant, wie Kübler betonte, da dann ein erneuter Einsatz einer sekundären Androgendeprivation in Betracht gezogen werden könne. Allerdings handle es sich hier noch „um Zukunftsmusik“, da es momentan noch keinen kommerziell verfügbaren Test gebe, gab Kübler zu bedenken.

Gute Verträglichkeit und Adhärenz

Darüber hinaus ging Kübler auch auf die gute Verträglichkeit von Abirateronacetat ein. Aktuelle auf dem ASCO 2016 vorgestellte Daten zeigten u.a., dass unter Abirateronacetat weniger ZNS-Nebenwirkung und weniger Fatigue sowie weniger Kognitionsverlust und weniger Depressionen als unter Enzalutamid bei den Patienten aufgetreten waren. Auch die gute kardiovaskuläre Verträglichkeit konnte anhand neuer Daten belegt werden.

Eine ebenfalls auf dem Kongress vorgestellte, nicht-interventionelle Studie (NIS) zur Adhärenz bei 127 Patienten unter Abirateronacetat plus Prednison/Prednisolon ergab erstaunliche Ergebnisse, so Kübler: Eine ohnehin sehr gute Adhärenz der Patienten unter Abirateronacetat konnte durch gezielte Aufklärungsmaßnahmen nicht gesteigert werden, sondern hatte sogar einen leicht gegenteiligen Effekt.

Mit Abirateron möglichst früh beginnen

Der Frage, wann eine Therapie mit Abirateronacetat begonnen werden sollte, wurde in einer Post-hoc-Analyse der COU-AA-302-Studie nachgegangen. Dazu wurden die Patienten anhand des Schmerzes, des Gleason-Scores und des PSA-Werts in eine Günstige-Prognose-Gruppe und eine Ungünstige-Prognose-Gruppe eingeteilt. Es zeigte sich, dass Patienten, die früh behandelt wurden, einen deutlichen Vorteil im Gesamtüberleben (OS) hatten (Abb. 1) (1). Nach der Analyse lag das OS unter Abirateronacetat in der Günstige-Prognose-Gruppe bei 53,6 Monaten im Vergleich zu 41,8 Monaten unter Placebo (HR=0,61; p=0,0055). In der Ungünstige-Prognose-Gruppe erzielte Abirateronacetat ebenfalls eine signifikante Überlegenheit in Bezug auf das OS, doch der Unterschied zwischen beiden Studienarmen war geringer (31,2 vs. 28,4 Monate, HR=0,84; p=0,0321). Daher sollte eine Abirateronacetat-Therapie beim mCRPC nach Möglichkeit schon begonnen werden, wenn der Patient noch schmerzfrei und der PSA-Wert niedrig ist, so das Fazit von Gschwend. Er begründete diese Beobachtung damit, dass zu einem frühen Zeitpunkt möglicherweise kaum Resistenz-Mutationen vorliegen.
 
Abb. 1: Post-hoc-Analyse der COU-AA-302-Studie: Größere Überlegenheit im Gesamtüberleben für die Günstige-Prognose-Gruppe (mod. nach (1)).
Abb. 1: Post-hoc-Analyse der COU-AA-302-Studie: Größere Überlegenheit im Gesamtüberleben für die Günstige-Prognose-Gruppe (mod. nach (1)).
 
sk
Post-ASCO-Pressekonferenz „Erst-linientherapie der mCRPC mit Zytiga®: Aktuelle Daten, Erfahrungen aus dem Alltag“, 24.06.2016, München; Veranstalter: Janssen-Cilag
Literatur:
(1) Miller K et al. EAU 2016; Abstract 775 (poster presentation).
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