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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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20. Juli 2012

ASCO 2012 – Kolonkarzinom

Fortgesetzte Bevacizumab-Gabe verlängert Gesamtüberleben

Ergebnisse einer großen Phase-III-Studie zeigen, dass Bevacizumab das Gesamtüberleben verlängert, wenn Angiogenese-Hemmer nach der Erstlinien- auch in der Zweitlinientherapie verabreicht werden.

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An der auf dem diesjährigen ASCO in Chicago vorgestellten internationalen multizentrischen Studie ML18147 nahmen insgesamt 820 Patienten mit metastasiertem kolorektalen Karzinom (mCRC) teil (1). Die Studie war ursprünglich von der deutschen Arbeitsgemeinschaft für Internistische Onkologie (AIO) begonnen und später zu einer großen europäischen Studie erweitert worden. Die nicht-randomisierten Beobachtungsstudien BRiTE und ARIES (2, 3) hatten bereits gezeigt, dass bei einem Fortschreiten des Tumors diejenigen Patienten am längsten überleben, bei denen zwar die Chemotherapie gewechselt, die anti-angiogene Therapie jedoch beibehalten wird. In der Studie hatten alle Patienten in der Erstlinie Bevacizumab erhalten, kombiniert mit einer Oxaliplatin- oder Irinotecan-basierten Chemotherapie. Wenn sie unter dieser zugelassenen Standard-Therapie progredient waren, wurden sie randomisiert und erhielten in der Zweitlinie entweder eine andere Chemotherapie, aber kein Bevacizumab mehr (ein derzeit übliches Vorgehen), oder die Bevacizumab-Gabe wurde zusammen mit einer anderen Chemotherapie fortgesetzt. Patienten, die in der Erstlinie Oxaliplatin-basiert behandelt worden waren, erhielten in der Zweitlinie eine Irinotecan-basierte Therapie und umgekehrt. Bevacizumab wurde in der Dosierung von 2,5 mg/kg pro Woche verabreicht. Behandelt wurde wieder bis zur Krankheitsprogression. Primärer Studienendpunkt war das Gesamtüberleben ab dem Zeitpunkt der Randomisierung.

Unter der in der Zweitlinie fortgesetzten Bevacizumab-Gabe konnte das Gesamt-überleben der Patienten signifikant um 1,4 Monate verlängert werden (11,2 vs. 9,8 Monate; p=0,0062; HR=0,81; 95% CI: 0,69-0,94). Dieser Überlebensvorteil zeigte sich in allen Altersgruppen, und er war weitgehend unabhängig vom Allgemeinzustand, der Zahl der befallenen Organe und von der Therapie in der Erstlinie. Auch das progressionsfreie Überleben wurde signifikant verlängert (5,7 vs. 4,1 Monate; p<0,0001; HR=0,68; 95% CI: 0,59-0,78). Die Krankheitskontrollrate war unter der fortgesetzten Bevacizumab-Gabe ebenfalls signifikant höher als in der Vergleichsgruppe ohne Bevacizumab (68% vs. 54%; p<0,0001). Ernste Nebenwirkungen traten im Bevacizumab/Chemotherapie-Arm nicht häufiger auf als unter der alleinigen Chemotherapie. Die Nebenwirkungsrate wurde durch das Fortführen der Bevacizumab-Therapie über die Progression hinaus nicht erhöht. Damit, so Arnold, steht künftig eine neue Therapieoption für die Zweitlinie zur Verfügung.

Literaturhinweise:
(1) Arnold D et al., J Clin Oncol 2012; 30 (Suppl): Abstract CRA3503
(2) Grothey A et al., J Clin Oncol 2008; 26: 5326-34
(3) Cohn A et al., J Clin Oncol 2010; 28 (15s): Abstract 3596
 

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