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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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04. September 2013

Fortgeschrittenes NSCLC: Symptomkontrolle und Lebensqualität stehen in engem Zusammenhang

Interview mit Prof. Dr. Eckart Laack, Hamburg.

Zielgerichtete, personalisierte Ansätze haben sich beim fortgeschrittenen nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom (NSCLC) als Standard etabliert. Mit Afatinib*, einem Tyrosinkinase-Inhibitor (TKI) der nächsten Generation, ist hinsichtlich Wirksamkeit und Lebensqualität ein weiterer Fortschritt zu erwarten. Auf Basis der Histologie und des Mutationsstatus sind die Verzögerung des Krankheitsprogresses und die Verbesserung der Lebensqualität wichtige Kriterien für die Therapieentscheidung. Prof. Dr. Eckart Laack, Hamburg, erläutert im Interview, wie sich die Wirksamkeit einer Behandlung in Symptomverbesserung, Symptomverschiebung und Lebensqualität widerspiegelt und was diese Parameter für die Lebensqualität von NSCLC-Patienten bedeuten.


Prof. Dr. Eckart
Laack, Hamburg
 

JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Prof. Laack, das Lungenkarzinom ist eine Krebsart mit ungünstiger Prognose. Welchen therapeutischen Bedarf gibt es für die betroffenen Patienten?

LAACK: Das Lungenkarzinom ist nach wie vor eine große therapeutische Herausforderung. Die 5-Jahres-Überlebensrate beträgt bei fortgeschrittener Erkrankung etwa 10%, das ist ein ernüchternder Wert (1). Das liegt daran, dass die Erkrankung bei drei Viertel der Patienten erst im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium diagnostiziert wird (2). Die Leitsymptome Husten, Atemnot und Schmerzen beeinträchtigen die Lebensqualität der Patienten erheblich. Um ihnen gut helfen zu können, benötigen wir effektive, zielgerichtete Medikamente, die die Progression stoppen und somit die Lebensqualität verbessern.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Therapieziele werden in der fortgeschrittenen Situation verfolgt?

LAACK: Da keine Heilung mehr möglich ist, steht die Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) im Mittelpunkt. Untrennbar damit verbunden ist das Ziel, die bereits erwähnten tumorassoziierten Beschwerden zu reduzieren und deren Verschlechterung zu verzögern. Man muss immer den ganzen Patienten im Blick haben: PFS, Symptomverbesserung, Symptomkontrolle und Lebensqualität hängen eng miteinander zusammen.

Je nach individueller Situation können die subjektiven Erwartungen an die Therapie unterschiedlich sein. Meist sind es kleine Ziele, die immer wieder neu formuliert werden müssen. Wir wissen z.B., dass 68% der Patienten eine Therapie akzeptieren würden, die v.a. Tumorsymptome bessert, selbst wenn sie das Leben nicht um einen Tag verlängert (3). Deshalb ist es wichtig, den Patienten aktiv in die Therapieentscheidung mit einzubeziehen. Denn für ihn definiert sich der Nutzen einer Therapie ganz konkret: Kann ich mein Leben unabhängig und eigenständig weiterführen? Kann ich weiter arbeiten? Kann ich mich noch um meinen Garten kümmern? Oder muss ich Einschränkungen durch Atemnot und Schmerzen befürchten?

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Symptome stehen bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC im Vordergrund?

LAACK: Schon bei Erstdiagnose haben fast 90% der Patienten klinische Symptome (4). Husten, Atemnot und Schmerzen haben gravierende Auswirkungen auf den Lebensalltag. Die Patienten sind deutlich weniger belastbar und können normale Alltagsaktivitäten nur noch mit Mühe bewältigen. Selbst ein Spaziergang kann zum Problem werden. Dadurch entsteht ein psychischer Druck, weil die Angst wächst, auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Auch Atemnot und Husten verstärken die psychische Komponente, da die Betroffenen das Gefühl haben zu ersticken. Bei schneller Verschlechterung der Symptomatik besteht die Gefahr, dass sich die Patienten immer mehr vom sozialen Umfeld zurückziehen. Dies ist auch für die Angehörigen eine schwierige Situation. Nicht zu vergessen sind die Nebenwirkungen z.B. einer Chemotherapie. Diese können die Lebensqualität ebenfalls beeinträchtigen, wenn z.B. Neuropathien auftreten.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Kriterien sollte eine gute Lungenkrebstherapie erfüllen?

LAACK: Die Entwicklung der letzten Jahre zeigt, dass eine individualisierte Therapie beim NSCLC den höchsten Nutzen verspricht. Für Patient und Arzt ist es wichtig, dass die Therapie neben der Wirksamkeit in Form von Ansprechen, Tumorreduktion und eines möglichst langen PFS dem Patienten eine lebenswerte Zeit ermöglicht. Eine wichtige Rolle spielt daher die Reduktion der Symptome und eine möglichst lange Symptomkontrolle. Letztere ist auch für Patienten in gutem Allgemeinzustand wichtig, da sie häufig noch sehr aktiv sind und ihr gewohntes Leben dann länger fortsetzen können.

JOURNAL ONKOLOGIE: Welchen Stellenwert haben unter diesem Aspekt neue Substanzen?

LAACK: Die bereits zugelassenen EGFR-Tyrosinkinase-Inhibitoren (TKI) sind bei Patienten mit EGFR-Mutation nicht nur wirksamer als Chemotherapien, sie haben auch ein günstigeres Nebenwirkungsprofil (5). Weitere Fortschritte zeichnen sich durch TKI der nächsten Generation ab. Wir erwarten, dass in naher Zukunft Afatinib* verfügbar sein wird. In den USA ist das Medikament bereits zugelassen. Dieser irreversible ErbB-Family-Blocker inhibiert im Unterschied zu den Erstgenerations-TKI nicht nur den EGF-Rezeptor, sondern richtet sich gegen alle relevanten Rezeptordimere der ErbB-Family. Ich freue mich, dass wir unsere therapeutischen Optionen durch diese neue, hochwirksame Substanz beim EGFR-M+ NSCLC erweitern können.

Zu Afatinib* liegen zwei große  Phase-III-Studien bei Patienten mit fortgeschrittenem NSCLC und EGFR-Mutation vor. Beide konnten zeigen, dass Afatinib* als Erstlinientherapie das PFS gegenüber Chemotherapie signifikant von 6,9 auf 11 Monate verlängerte (6, 7). Bei Patienten mit häufigen EGFR-Mutationen (ca. 90%) wurde unter Afatinib* mit 13,6 vs. 6,9 Monaten sogar fast eine Verdopplung des PFS erzielt (6). Darüber hinaus verbesserten sich die tumorbedingten Symptome, und das Zeitintervall bis zur Verschlechterung der krankheitsbedingten Symptome war verlängert. Die Wirksamkeit von Afatinib* spiegelte sich zudem in einer verbesserten Lebensqualität wider (8, 9). Ich kann diese Daten aus meiner eigenen Erfahrung mit Afatinib* bestätigen: Wir haben zum Teil beeindruckende Tumorremissionen gesehen, die zu einer raschen Besserung der Lebensqualität führten.

Vielen Dank für das Gespräch!
Das Interview führte Anne Krampe-Scheidler, Berlin.
 

* Afatinib ist derzeit in den USA unter dem Markennamen GILOTRIF™ zugelassen. Zulassungsverfahren für Afatinib bei der EMA und bei Zulassungsbehörden in Asien und in anderen Ländern sind im Gang und noch nicht abgeschlossen.


Literaturhinweise:
(1) Mountain CF. Chest 1997; 111(6): 1710-1770.
(2) National Cancer Institute: SEER Cancer Statistics Review, 1996-2005.
(3) Silvestri G et al. BMJ 1998; 317(7161): 771-775.
(4) Goeckenjan G et al. Pneumologie 2010;64; Suppl. 2:S23-155.
(5) Griesinger F et al. DGHO-Leitlinie nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom, Stand: Oktober 2012.
(6) Sequist L et al. J Clin Oncol 2013;DOI: 10.1200/JCO.2012.44.2806. 
(7) Wu YL et al. J Clin Oncol 31, 2013 (suppl; abstr 8016).
(8) Yang J et al. J Clin Oncol 2013;DOI: 10.1200/JCO.2012.46.1764
(9) Geater SL et al. J Clin Oncol 31, 2013 (suppl; abstr 8061).
(10) Bergman B. Eur J Cancer 1994; 30A:635-42.

Mit freundlicher Unterstützung der Boehringer Ingelheim Pharma GmbH & Co. KG

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