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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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28. April 2015

Febrile Neutropenie: Primäre G-CSF-Prophylaxe kann Leben retten

Krebspatienten, bei denen wegen einer febrilen Neutropenie (FN) ein Krankenhausaufenthalt notwendig wird, haben ein hohes Risiko zu sterben. Bei einem hohen FN-Risiko raten die internationalen Guidelines daher zu einer primären G-CSF-Prophylaxe. Bei einem intermediären Risiko werden bei der Indikation patienteneigene Risikofaktoren berücksichtigt.

"Das Risiko an einer febrilen Neutropenie zu sterben, steigt sehr stark an mit der Anzahl der Komorbiditäten", berichtete Prof. Hartmut Link, Kaiserslautern. Darauf weist eine auf dem ASH vorgestellte Auswertung der Krankendaten von über 135.000 Krebspatienten hin, die wegen einer FN stationär behandelt werden mussten (1). Für Patienten mit einem kleinzelligen Lungenkarzinom (SCLC) ist die FN sogar die häufigste therapieassoziierte Mortalitätsursache. Daran hat sich in den letzten 20 Jahren nichts geändert, wie eine Analyse von 97 Phase-III-Studie zeigen konnte, die zwischen 1990 und 2010 durchgeführt wurde (2).

Eine Reduktion der Chemotherapiedosis ist nicht zu empfehlen, betonte Link. Zwar vermindert sich dadurch das FN-Risiko, dafür sterben mehr Patienten an der Grunderkrankung. Wird beispielsweise bei Patienten mit aggressiven Lymphomen die geplante Dosis um mehr als 10% unterschritten, dann ist deren Überleben signifikant kürzer (3). Eine Auswertung 61 randomisierter und kontrollierter klinischer Studien ergab, dass Patienten, die eine Chemotherapie mit primärer G-CSF-Prophylaxe erhalten hatten, ein geringeres Mortalitätsrisiko aufwiesen als ohne G-CSF-Support. Am stärksten profitierten Patienten mit dosisintensiven Chemotherapieregimen sowie Patienten mit Lymphomen und Lungenkrebs (4). Bei älteren Patienten konnte durch die G-CSF-Primärprophylaxe 5,7% Todesfälle verhindert werden (4).

Die internationalen Leitlinien (EORTC, ASCO, DGHO, ESMO) empfehlen eine primäre G-CSF-Prophylaxe zur Verminderung neutropenischer Komplikationen bei Hochrisikopatienten, die eine Chemotherapie erhalten. Ein Patient gehört zur Hochrisikogruppe, wenn ein FN-Risiko von ≥ 20% vorliegt. Ein FN-Risiko von 10-20% wird als mittel eingestuft. Bei einem FN-Risiko < 10% (niedrig) wird keine primäre G-CSF-Prophylaxe empfohlen. Viele myelotoxische Chemotherapien bergen ein hohes FN-Risiko und sind nur unter G-CSF-Prophylaxe durchzuführen. Bei Zytostatikaregimen mit intermediärem FN-Risiko von 10-20% erfolgt die Indikationsstellung zur G-CSF-Gabe unter Berücksichtigung patienteneigener Risikofaktoren.

Zu diesen patienteneigenen Risikofaktoren zählen: Alter (> 65 Jahre), fortgeschrittene Erkrankung, Komorbiditäten, eine frühere FN-Episode, eine bestehende Neutropenie, schlechter Ernährungszustand, Serumalbumin < 35 g/l, schlechter Allgemeinzustand, kardiovaskuläre Erkrankungen, Erkrankungen der Nieren und der Leber sowie der Krankheitsstatus. Link wies darauf hin, dass das FN-Risiko auch erhöht ist, wenn sich der Patient nicht in Vollremission befindet. Ebenfalls relevante Risikofaktoren, die aber häufig nicht beachtet werden, seien eine Lymphozytopenie (ALC < 700/µl) oder eine Monozytopenie (AMC < 150/µl). "Das Neutropenierisiko ist im ersten Chemotherapiezyklus am höchsten. Deshalb sollte nicht erst nach dem ersten Zyklus über eine G-CSF-Prophylaxe in Abhängigkeit von der Verträglichkeit entschieden werden. Mit diesem Test setzt man den Patienten dem höchsten Risiko aus.", so Link. Von einer Antibiotika-Prophylaxe riet er ab. Sie sollte nicht eingesetzt werden, solange G-CSF Schweregrad und Dauer der Neutropenie beeinflussen kann.

as

Satelliten-Symposium "G-CSF in Folgetherapieleitlinien bei älteren Tumorpatienten", 4. ASORS-Jahreskongress, München, 27.03.2014; Veranstalter: Teva

Literaturhinweise:

(1) Culakova E et al. 2014; Blood: 124 (21).
(2) Ochi N et al. PLoS One. 2012;7e42798.
(3) Pettengell R et al. Ann Hematol. 2008; 87:429-430.
(4) Lyman GH et al. Ann Oncol. 2013;24:2475-2484.

Nach den Interimsergebnissen der nicht-interventionellen Studie (NIS) NADIR, in die 1.500 Patienten mit unterschiedlichen Tumorentitäten eingeschlossen werden sollen, werden etwa zwei Drittel der Hochrisikopatienten leitliniengerecht mit G-CSF-Primärprophylaxe versorgt, knapp ein Drittel der Patienten erhält trotz hohem Neutropenierisiko keine primäre G-CSF-Prophylaxe. Erfasst wird in der NIS-NADIR, wann und in welchen Indikationen Lipegfilgrastim eingesetzt wird sowie die Häufigkeit der febrilen Neutropenie. Eine der großen Stärken dieser Studie ist, dass auch die Komorbiditäten erfasst werden. Das glykopegylierte G-CSF-Präparat Lipegfilgrastim (Lonquex®) ist zur Verkürzung der Dauer von Neutropenien und zur Verminderung der Inzidenz febriler Neutropenien bei erwachsenen Patienten zugelassen, die wegen einer malignen Erkrankung (mit Ausnahme von CML und MDS) eine zytotoxische Chemotherapie erhalten.

 

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