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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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06. November 2014

ESMO 2014

European Society for Medical Oncology 2014

Der diesjährige Kongress der ESMO stand ganz im Zeichen der Immuntherapie - so wie auch die anderen großen onkologischen Kongresse in der letzten Zeit. Da die Mechanismen, mit denen die Tumorzellen dem Immunsystem entkommen, bei allen Tumorarten ähnlich ablaufen, besteht die Hoffnung, dass dieses neue Therapieprinzip bei zahlreichen Tumorarten wirksam ist. Eine Reihe von Studien, die auf dem ESMO vorgestellt wurden, weisen eindeutig in diese Richtung. Ein weiteres großes Thema ist der zunehmende Erkenntnisgewinn über die molekulare Heterogenität der Tumoren und sich daraus ergebende neue therapeutische Targets.

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Immunonkologie - Evolution in der Onkologie

Interview mit Dr. Jeffrey S. Weber, Direktor des Donald A. Adam Comprehensive Melanoma Research Center am Moffitt Cancer Center, Floriada, USA.

Im Rahmen des Presidential Symposiums präsentierte Dr. Jeffrey S. Weber die Phase-III-Studie CheckMate 037 mit dem PD-1 Immun-Checkpoint-Inhibitor Nivolumab, die als eines der Highlights des diesjährigen ESMO galt.
 

 

JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Prof. Weber, was ist das Besondere an der CheckMate 037 Studie?

Weber: Es handelt sich um die erste randomisierte, prospektive Phase-III-Studie, die definitiv gezeigt hat, dass ein PD-1-Immun-Checkpoint-Inhibitor, in diesem Fall Nivolumab, im Vergleich zur Chemotherapie mit entweder Dacarbacin oder Carboplatin und Paclitaxel einen klaren Vorteil bietet. Die Folgerungen daraus sind, dass eine Chemotherapie in der Therapie des fortgeschrittenen Melanoms nicht länger zur Standard Secondline-Referenztherapie zählt und in klinischen Studien nicht mehr eingesetzt werden sollte.

JOURNAL ONKOLOGIE: Haben die Ergebnisse der Phase-III-Daten die Erwartungen, die man aufgrund der Phase-I-Daten hatte, erfüllt?

Weber: Die Response-Raten in der CheckMate 037 Studie wurden nach RECISTv1.1 Kriterien von einem unabhängigen Kontrollkomitee (IRR; Independent Radiology REview Committee) ermittelt. Nach diesen sehr strengen Kriterien waren die Ergebnisse fast identisch mit denen aus der Phase-I-Studie.

Die Phase-I-Studie mit Nivolumab wurde erstmals 2012 im NEJM veröffentlicht und zeigte eine Response-Rate von 31%. Jetzt haben wir in der Phase-III-Studie eine Response-Rate von 32% in einer Gruppe von Patienten, die mit Ipilimumab vorbehandelt und progredient waren. Das ist ein erstaunlich konsistentes Ergebnis. Und dies, obwohl die Response-Raten mit sehr strengen Kriterien durch ein unabhängiges Kontrollkomitee evaluiert wurden, denen die durch die Untersucher ermittelten Response-Raten nicht bekannt waren. Üblicherweise sind die Phase-III-Ergebnisse weniger gut als die Phase-I- oder -II-Ergebnisse.

Außerdem hatten 8% der Patienten, deren Response evaluiert wurde, nach einer Tumorprogression eine Tumorregression oder eine Regression bei Auftreten neuer Läsionen. Diese Patienten hatten auch einen klinischen Benefit von Nivolumab, wurden jedoch nicht zu den 32% dazu gerechnet, die einen Response nach objektiven RECIST-Kriterien hatten. Die RECIST-Kriterien bilden also nicht den kompletten klinischen Benefit ab.

JOURNAL ONKOLOGIE: Sollte der klinische Vorteil besser nach anderen Kriterien beurteilt werden?

Weber: Es gibt Überlegungen, die IrRC - Immune-related Response Criteria - zur Bewertung onkologischer Patienten mit metastasiertem Melanom unter Behandlung durch die Immuntherapie einzusetzen, die beides berücksichtigen - den Standardresponse und den verspäteten Tumorresponse ("progression followed by regression"). Diese Response-Kriterien sind aber noch nicht validiert und werden von den Zulassungsbehörden nicht akzeptiert.

JOURNAL ONKOLOGIE: Wann wird es die Daten zum Gesamtüberleben geben?

Weber: Das Gesamtüberleben war der co-primäre Endpunkt und die Daten sind nicht reif, bevor die Ansprechraten verfügbar sind. Sie werden wahrscheinlich in einigen Monaten zur Verfügung stehen, ich hoffe, Ende 2014 oder Anfang 2015.

JOURNAL ONKOLOGIE: Was werden die nächsten Schritte sein?

Weber: Der nächste Schritt wird es sein, nachzuweisen, dass Nivolumab auch bei anderen Tumoren wirkt, für die es bisher nur begrenzte therapeutische Möglichkeiten gibt - wie zum Beispiel beim Nierenzellkarzinom, bei Kopf- und Halstumoren, dem Lungenkarzinom, Magenkarzinom oder bei malignen Lymphomen.

JOURNAL ONKOLOGIE: Ist die Immunonkologie so etwas wie eine Revolution in der Onkologie?

Weber:
Revolution ist ein sehr starker Begriff, ich würde von einer Evolution in der Onkologie sprechen.

as

Vielen Dank für das Gespräch!

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