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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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07. Mai 2013

Erstlinientherapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms: Pazopanib rückt vor

Entscheidungskriterien für eine der für die Erstlinie des mRCC zugelassenen Therapien sind zum Einen die Evidenz aus klinischen Studien, zum Anderen aber auch die von den Patienten berichtete Lebensqualität und Präferenz sowie die Erfahrung des behandelnden Arztes. Dies verdeutlichten die Referenten im Rahmen eines GSK-Satellitensymposiums auf der Jahrestagung der EAU in Mailand.

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In der Erstlinientherapie verlängerte Pazopanib das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) in einer placebokontrollierten Studie (1) von 2,8 auf 11,1 Monate mit einer beeindruckenden Hazard ratio (HR) von 0,40, berichtete Prof. Tom Powles, London/UK. Wie sich der Stellenwert von Pazopanib nun im Vergleich zu den anderen zugelassenen Therapieoptionen definiert, beantwortete die Studie COMPARZ (2). In dieser Nicht-Unterlegenheitsstudie erhielten therapienaive Patienten entweder kontinuierlich Pazopanib (1x tägl. 800 mg) oder Sunitinib (50 mg tägl., 4/2-Schema). Im direkten Vergleich erwies sich Pazopanib Sunitinib in Bezug auf die Effektivität, gemessen an PFS und Gesamtüberleben (OS), als nicht unterlegen (HR=1,047). Das mediane PFS betrug im Pazopanib-Arm 8,4 Monate und im Sunitinib-Arm 9,5 Monate, wobei die oberen und unteren Grenzen des Konfidenzintervalls (CI) nicht weit auseinander lagen, betonte Powles (Abb. 1). Die HR für das OS lag bei 0,908 (95% CI 0,762-1,082). "In Bezug auf die Effektivität sind diese beiden Substanzen vergleichbar", so das Fazit von Powles.
 

Abb. 1: Pazopanib ist Sunitinib bezüglich Effektivität nicht unterlegen (2).
 

Fatigue, Hand-Fuß-Syndrom und Mukositis waren unter Pazopanib seltener als unter Sunitinib. Es zeigte sich auch, dass die Fatigue unter Pazopanib schneller rückläufig war. Häufiger unter Pazopanib waren ein Anstieg des Leberenzyms ALT (Alanin-Aminotransferase) sowie Veränderungen der Haarfarbe. Die geringere Belastung durch symptomatische Nebenwirkungen übersetzte sich in eine bessere Lebensqualität der mit Pazopanib behandelten Patienten in den ersten 6 Therapiemonaten.

PISCES-Studie: Pazopanib bevorzugt

"Die Lebensqualität der Patienten hat im palliativen Setting eine besonders hohe Bedeutung", betonte Prof. Patrick Schöffski, Leuven/Belgien. Dass sich bessere Verträglichkeit und Lebensqualität in der Präferenz der Patienten für eine bestimmte Substanz niederschlagen, konnte mit der doppelblinden, randomisierten Studie PISCES gezeigt werden. 169 Patienten, wurden 1:1 in einen Pazopanib- und einen Sunitinib-Arm randomisiert. Nach 10-wöchiger Therapie (Periode 1) folgte eine 2-wöchige „Wash-out“-Phase, dann wurden die Therapien gewechselt (Periode 2). Nach erneut 10-wöchiger Therapie wurden die Patienten nach ihrer Präferenz befragt. Zu diesem Zeitpunkt waren die Patienten-Arme immer noch verblindet. Von den Patienten (54 in Arm A, 60 in Arm B), die für die finale Analyse ausgewertet werden konnten, bevorzugten 70% (n=80) Pazopanib und 22% (n=25) Sunitinib, 8% (n=9) hatten keine Präferenz.

Die Behandlungssequenz hatte keinen Einfluss auf die Patientenpräferenz. Faktoren, die die Wahl der Patienten am stärksten beeinflussten, waren die bessere Lebensqualität und weniger Fatigue, gefolgt von weniger Geschmacksveränderungen und weniger Mukositis. Die Patienten berichteten, dass sie insgesamt mit Pazopanib durch weniger Nebenwirkungen belastet waren als mit Sunitinib (Abb. 2). Auch die behandelnden Ärzte bevorzugten überwiegend Pazopanib (61% vs. 22%, 17% keine Präferenz). Mit Pazopanib mussten in der PISCES-Studie auch weniger Dosismodifikationen vorgenommen werden als mit Sunitinib (13% vs. 20%), insbesondere in der 2. Periode (15% vs. 31%).
 

Abb. 2: Beeinträchtigung durch Nebenwirkungen insgesamt (12 Monate) (3).
 

Management des ALT-Anstiegs

Prof. Ignacio Duran, Sevilla/Spanien, empfahl, die Leberenzyme während der ersten 4 Monate mindestens alle 4 Wochen zu testen. Erst ab > 8x ULN ist laut Duran eine Unterbrechung der Behandlung mit Pazopanib indiziert, bis die Spiegel auf Grad 1 oder Baseline gesunken sind. Danach kann die Behandlung mit Pazopanib wieder aufgenommen werden. Die Leberenzyme sollten dann wöchentlich über 8 Wochen kontrolliert werden. Erst wenn es erneut zu einem Anstieg der ALT > 3x ULN kommt, muss Pazopanib abgesetzt werden.

Auf die Frage von Prof. Arnaud Mejean, Paris/Frankreich, welche Patienten für Pazopanib nicht geeignet sind, nannte Powles Patienten mit Hirnmetastasen, da Pazopanib wegen der ausgeprägten Proteinbindung die Blut-Hirn-Schranke schlecht passieren kann. Auch würde es keine ausreichenden Daten zu Pazopanib bei Dialysepatienten sowie bei Patienten mit nicht-klarzelligem RCC geben.

Auf die Frage, was die Referenten für den derzeitigen Goldstandard in der Erstlinientherapie des mRCC halten, äußerte Duran, dass seiner Meinung nach Pazopanib in der Erstlinientherapie des mRCC nach vorn rücken werde. Schöffski schloss mit den Worten: "Die oralen TKI sind Therapiestandard. Goldstandard ist für mich, Patienten in intelligente klinische Studien einzubringen, um ihnen so viele Türen wie möglich offen halten zu können."

as

Satelliten-Symposium: New Data in mRCC; EAU 2013, Mailand, 15.03.2013; Veranstalter: GSK

Literaturhinweise:

(1) Sternberg CN, et al. J Clin Oncol 2010; 28:1061-68
(2) Motzer R, et al. ESMO 2012, Abstract LBA8_PR
(3) Cella D, et al. J Clin Oncol 2013,31 (S6; Abstr. 346)

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