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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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19. Juli 2012

Therapieherausforderung metastasiertes Mammakarzinom

Erste Praxiserfahrungen und neue Studienergebnisse mit Eribulin

Prof. Dr. Hans-Joachim Lück, Gynäkologisch-Onkologische Praxis, Hannover.

Für Frauen mit metastasiertem, Anthrazyklin- und Taxan-vorbehandeltem Brustkrebs gibt es eine Vielzahl an Therapiemöglichkeiten. Jedoch hängt der Erfolg der Therapie und somit die qualitative Lebensverlängerung der Patientinnen maßgeblich vom individuell auf die Patientin zugeschnittenen Behandlungskonzept ab. Praxiserfahrungen mit dem Wirkstoff Eribulin zeigen, dass Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom auch nach Versagen anderer Chemotherapeutika noch effektiv mit einem handhabbaren Nebenwirkungsprofil behandelt werden können. Das Potenzial des Wirkstoffes wird in weiteren Studien untersucht.

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Der seit einem Jahr zugelassene und von der AGO als eine Therapie der ersten Wahl bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs nach Taxan- und Anthrazyklinvorbehandlung eingestufte Wirkstoff Eribulin ist ein Mikrotubulihemmer, der weder Taxan- noch Vincaalkaloid-basiert ist und somit über einen spezifischen Wirkmechanismus zur Apoptoseinduktion führt (1, 2).

Praxis spiegelt Ergebnisse der Zulassungsstudie

In der Praxis erfolgt die Entscheidung für eine Therapie in Absprache mit der Patientin und in Abhängigkeit von Vortherapien und tumorspezifischen Faktoren. Das Vorgehen wird auf die individuellen Bedürfnisse der Patientin abgestimmt und berücksichtigt in besonderem Maße das zu erwartende Nebenwirkungsspektrum.

Als effektiv und verträglich zeigte sich das Wirkprofil von Eribulin beispielweise bei einer älteren Patientin, die im Vorfeld bereits Taxan-, Anthrazyklin- und Vincaalkaloid-basierte Chemotherapien erhalten hatte. Erst unter der Eribulintherapie konnte ein deutlicher Rückgang der Hautmetastasen verzeichnet werden, ohne dass die Patientin weder subjektiv belastende Symptome noch Blutbildveränderungen unter der Behandlung entwickelte. Sie schätzte zudem auch die kurze Infusionszeit.

Auch eine jüngere Patientin, die einen ausgesprochen aggressiven Krankheitsverlauf des Mammakarzinoms zeigte, profitierte nach ausgeprägter Vorbehandlung noch von einer Monotherapie mit Eribulin. Die aufgetretenen Nebenwirkungen, Übelkeit und eine Neutropenie, konnten mit Metoclopramid (MCP) bzw. einem Granulozyten-Kolonie stimulierenden Faktor (Filgrastim) behandelt werden. Der Wirkstoff stellt somit sowohl bei langsam progredienter Erkrankung wie auch bei Frauen mit aggressivem Mammakarzinom eine effektive Therapiealternative dar. Die bei uns beobachteten progressionsfreien Zeiten entsprechen den guten Ergebnissen der Zulassungsstudie EMBRACE*. Eribulin führte dabei zu einer signifikanten (p=0,014; HR=0,74) und klinisch relevanten Verlängerung des Gesamtüberlebens von im Mittel 10,5 auf 13,2 Monate gegenüber der Vergleichsgruppe (TCP, Treatment of Physician´s Choice) (3, 4).

Gute Ansprechrate auch bei Kombinationstherapie

Erste Ergebnisse eine Phase-ll-Studie zur Kombinationstherapie aus Eribulin und Trastuzumab als Firstline-Therapie bei lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem HER2-positiven Brustkrebs wurden kürzlich auf dem ASBD-Symposium 2012 in Dallas vorgestellt (Abb. 1). Die bereits bei der Zwischenauswertung von nur 27 Patientinnen vorliegende Ansprechrate von 59% lässt auf ein positives Gesamtergebnis der Studie hoffen (5).

 

Abb. 1: Design der Phase-ll-Studie, modifiziert nach (5).

 

Fazit aus der Praxis für die Praxis

Für Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom liegt der vorrangige Nutzen einer weiteren Therapie in einer schnellen Symptomreduktion und einer möglichst langen Symptomkontrolle. Mit Eribulin ist seit einem Jahr eine Therapieoption verfügbar, mit der wir sowohl beim Her2-positiven, Her2-negativen als auch beim triple-negativen Mammakarzinom und nach Versagen anderer Chemotherapeutika, noch partielle Remissionen erzielen konnten. Die auftretenden Nebenwirkungen waren gut zu therapieren, so dass die progressionsfreie Zeit einen echten Lebenszeitgewinn für die Patientinnen darstellte.

*Eisai Metastatic Breast Cancer Study Assessing Treatment of Physician’s Choice Versus Eribulin E7389

 

 

 Prof. Dr. Hans-Joachim Lück

Gynäkologisch- Onkologische Praxis
Pelikanplatz 23
30177 Hannover

Tel.: 0511/655528-0

 

 Literaturhinweise:
(1) Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie e.V. (AGO), Diagnosis and Treatment of Patients with Primary and Metastatic Breast Cancer 2012, vs1. Kommission Mamma der AGO, vorgestellt am 17.03.2012 in Frankfurt/Main © 2012 by W. Zuckerschwerdt Verlag GmbH München: http://www.zuckerschwerdtverlag.de
(2) Fachinformation Halaven® März 2011
(3) Cortes J, et al. The Lancet. 377, 914 (2011)
(4) Twelves C, et al. SABCS 2010, Abstr P6, 14-08
(5) Vahdat LT, et al. 36th Annual Symposium American Society of Breast Disease, April 12-14, 2012, Dallas,Taxas.

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