Dienstag, 24. Oktober 2017
Benutzername
Passwort
Registrieren
Passwort vergessen?

Home
e-journal
Der Aktuelle Fall
CME online
News
Gesundheitspolitik
Fachgesellschaften
Therapiealgorithmen
Videos
Veranstaltungen
Broschüren


Suche
Archiv
Buchbestellung
Newsletter
Probe-Abo
Impressum


journalmed.de


Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 

JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
30. September 2014

Beim metastasierten Pankreaskarzinom weiterhin empfohlen

Erlotinib: Gute Lebensqualität und deutliche Überlebensverlängerung bei Rash

Die im Dezember 2013 veröffentlichte S3-Leitlinie (1) zum exokrinen Pankreaskarzinom empfiehlt die Kombination Gemcitabin/Erlotinib als eine wichtige Therapieoption mit günstiger Nutzen-Risiko-Relation. Hervorgehoben wird insbesondere das vorteilhafte Nebenwirkungsprofil der Kombination Gemcitabin/Erlotinib. Aufgrund der guten Verträglichkeit kann das orale Erlotinib breit eingesetzt und immer dann verabreicht werden, wenn auch Gemcitabin indiziert ist - also z.B. unabhängig vom Lebensalter, vom Performance-Status und vom Bilirubinwert.

Patienten, die unter der Erlotinib-haltigen Therapie einen Hautausschlag (Rash) entwickeln, scheinen besonders zu profitieren. So wiesen in der doppelblinden, Placebo-kontrollierten Erlotinib-Zulassungsstudie (2) Patienten mit einem Hautexanthem des Grades ≥ 2 ein um 5 Monate längeres medianes Überleben (10,5 Monate) auf als jene, bei denen sich kein Exanthem (OS nur 5,3 Monate) entwickelte (p<0,001) (Abb. 1). Demgegenüber betrug das mediane OS der Patienten im Gemcitabin-Monotherapie-Arm nur 5,91 Monate.
 

Abb. 1: Gesamtüberleben in Abhängigkeit vom Auftreten eines Hautexanthems bei mit Erlotinib behandelten Patienten (1).
 

Vor diesem Hintergrund empfiehlt die S3-Leitlinie, bei Ausbleiben eines Hautausschlags bis zu 8 Wochen nach Therapiebeginn die Therapie mit Erlotinib zu beenden.

Bemerkenswert ist, dass das Auftreten des Rash die Lebensqualität nicht beeinträchtigt. Denn im Rahmen der Studie (2) wurden die Patienten vor der Randomisierung, alle 4 Wochen während der systemischen Therapie und nach Therapieende zu ihrer Lebensqualität befragt. Wie sich zeigte, wurde die "Fähigkeit zur Teilnahme am sozialen Leben" von den Patienten im Gemcitabin/Erlotinib-Arm sogar besser bewertet als von den Patienten im Gemcitabin/Placebo-Arm (Verbesserung bei 43% der Gemcitabin/Erlotinib-Patienten vs. 30% der Gemcitabin/Placebo-Patienten; p=0,05).

In der Summe wird klar darauf hingewiesen, dass die Toxizität von Erlotinib moderat und akzeptabel ist - insbesondere im Kontext des Überlebensgewinns.

Der Erlotinib-bedingte Rash ist zudem gut behandelbar und spricht auf rückfettende Hautpflege und Polidocanol-haltige Externa (z.B. Optiderm Fettcreme) sowie auf systemische (z.B. Doxycyclin) und topische Antibiotika (z.B. Metronidazol-haltige Salbe) an (3).
 

S3-Leitlinie empfiehlt Gemcitabin/Erlotinib

Konsensus-basierte Empfehlung

Alternativ zur Gemcitabin-Monotherapie kann eine Kombinationstherapie aus Gemcitabin und dem EGF-Rezeptor-Tyrosinkinase-Inhibitor Erlotinib beim metastasierten Pankreaskarzinom eingesetzt werden. Empfehlungsgrad 0, Evidenzgrad 1b, Konsens (25/29).


Eine im letzten Jahr erstmals vorgestellte, deutsche nicht-interventionelle Studie (NIS) (4) untersuchte den Zusammenhang von Gesamtüberleben und Hautexanthem prospektiv unter Alltagsbedingungen in der Praxis. Es zeigte sich, dass Patienten mit Rash auch in dieser Studie in hohem Ausmaß von der Therapie profitierten. So wurde bei Patienten, die einen Rash des Grades > 1, d.h. einen Rash jeglicher Ausprägung, entwickelten, ein medianes OS von 9,9 Monaten dokumentiert - gegenüber einem medianen OS von 6,48 Monaten bei Patienten ohne Rash unter der Erlotinib-haltigen Kombination (p=0,001).

Eine spanische Phase-II-Studie (5) konnte den Zusammenhang zwischen Exanthem und längerem Gesamtüberleben ebenfalls prospektiv bestätigen.

Fazit

Erlotinib/Gemcitabin verlängert in der Erstlinientherapie des metastasierten Pankreaskarzinoms bei Patienten mit Rash das Gesamtüberleben um rund 5 Monate - bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung oder gar Verbesserung der Lebensqualität, verglichen mit der Gemcitabin-Monotherapie.

Phillipina März

Mit freundlicher Unterstützung der Roche Pharma AG


Literaturhinweise:
(1) Seufferlein T et al. Z Gastroenterol. 2013; 51:1395-1440.
(2) Moore MJ et al. J Clin Oncol. 2007; 25:1960-1966.
(3) Gutzmer R et al. JDDG 2011; 9:195-203.
(4) Oettle H et al. DGHO 2013, Abstract und Vortrag V450.
(5) Aranda E et al. Ann Oncol. 2012; 23:1919-1925.

Zurück
Zurück
E-Mail
Email
Drucken
Drucken
Zum Bewerten bitte anmelden!
STICHWÖRTER:
Anzeige:
 
 
Anzeige:
 
 
 
 
Themen
CML
CUP
NET
Nutzen Sie auch die Inhalte von journalmed.de, um sich zu Informieren.
Mediadaten
Hilfe
Copyright © 2014 rs media GmbH. All rights reserved.
Kontakt
Datenschutz
AGB
Fakten über Krebs