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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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24. Juni 2013

ASCO 2013: 29. Mai - 03. Juni 2013, Chicago, USA

Einfacher Zervix-Screening-Test könnte weltweit vielen tausend Frauen das Leben retten

Das Motto der 49. ASCO-Jahrestagung lautete: "Building Bridges to Conquer Cancer". Der Trend, Therapien nicht mehr allgemein zu halten, sondern vielmehr auf die Patienten "maßgeschneidert" auszurichten, verdeutlichte sich auch dieses Jahr wieder in den zahlreichen Vorträgen und Präsentationen. JOURNAL ONKOLOGIE stellt Ihnen wie jedes Jahr eine Auswahl neuer Studienergebnissen vor - eine kleine Auswahl in dieser Ausgabe, eine weitere ASCO-Nachlese erwartet Sie in der darauffolgenden Ausgabe. Außerdem finden Sie unter www.journalonko.de Berichte zum ASCO, die kontinuierlich ergänzt werden. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre.

Zervixkarzinom

Das Zervixkarzinom ist in Indien wie auch in vielen anderen Entwicklungsländern der häufigste Krebs bei Frauen und ist verantwortlich für die höchste durch Krebs bedingte Mortalitätsrate (Abb. 1) (1). Die visuelle Inspektion der Zervix nach Auftragen von Essigsäure (VIA=Visual Inspection with Acetic Acid) ist ein einfacher Test, der von geschulten Mitarbeitern ohne eine medizinische Ausbildung durchgeführt werden kann. Die Implementierung dieses Tests in Indien könnte nach den Ergebnissen einer Studie, die S. Shastri, Mumbai/Indien, in der Plenary Session präsentierte, jährlich rund 22.000 Frauen das Leben retten.

Die 1998 initiierte randomisierte, kontrollierte Studie schloss über 150.000 Frauen im Alter von 35-64 Jahren aus den Slums von Mumbai ein, bei denen zuvor noch kein Krebs diagnostiziert worden war. Es wurden 20 Cluster gebildet mit ca. 7.500 Frauen pro Cluster.
 

Abb. 1: Inzidenz des Zervixkarzinoms weltweit (nach (1)).
 

Die VIA wurde alle 2 Jahre durchgeführt über 4 Runden. Der Test ist sehr einfach, aufgetragen wird 4%ige Essigsäure auf die Zervix und nach etwa 1 Minute färben sich präkanzeröse Läsionen weiß (Abb. 2). Das Training der Mitarbeiter dauert 4 Wochen. Die Einschätzung von positivem oder negativem Ergebnis zwischen den geschulten Mitarbeitern und Ärzten bzw. medizinisch ausgebildeten Personen stimmte sehr gut überein, bestätigte Shastri.
 

Abb. 2: Unterschiedliche Ergebnisse einer VIA (Visual Inspection with Acetic acid). TZ=Transformationszone.
 

Die Screening-Population bestand aus 10 Clustern mit insgesamt 75.260 Frauen, die Kontrollgruppe ebenfalls aus 10 Clustern mit 76.180 Frauen. Alle Frauen aus der Screening- und der Kontrollgruppe erhielten eine Schulung über Krebsentstehung, 2x jährlich wurde die Krebsinzidenz und Mortalität dokumentiert. Frauen in der Screening-Population erhielten zusätzlich eine VIA.

Die Akzeptanz war hoch: 89% der Frauen in der Screening- und 91% in der Kontroll-Population nahmen teil, 86% beendeten das Screening. Nach 12 Jahren konnte die Zervixkarzinom-bedingte Mortalität in der Screening-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe um 31% gesenkt werden (16,22 vs. 11,12 Todesfälle pro 100.000 Frauen pro Jahr; p=0,003). Das bedeutet, dass eine landesweite Einführung des Screenings mittels VIA jährlich 22.000 Frauen in Indien das Leben retten würde. Würde der Test auch in anderen Entwicklungsländern implementiert, in denen PAP-Test oder DNA-Tests auf HPV wegen fehlender Ressourcen ebenfalls nicht zur Verfügung stehen, könnten rund 72.000 Todesfälle aufgrund von Zervixkarzinom verhindert werden, sagte Electra D. Paskett, Ohio, die Shastris Studie diskutierte.

as

ASCO 2013, LBA#2

Literaturhinweis:

(1) Schiffman M, Castle PE, N. Engl J Med 2005; 353:2101-4.

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