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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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10. September 2015

Einblick in die neue S2-Leitlinie „Uterine Sarkome“

Interview mit Prof. Dr. Dominik Denschlag, Bad Homburg.

Die S2-Leitlinie „Uterine Sarkome“ wurde von der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Kooperation mit der Arbeitsgemeinschaft der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe in Auftrag gegeben, um bei dieser sehr heterogenen Gruppe von seltenen Tumoren die Therapie der Patientinnen zu optimieren. Rechtzeitig zur Fertigstellung gibt Prof. Dominik Denschlag, Chefarzt in der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, Hochtaunus-Kliniken, und Koordinator der Leitlinie im Interview wesentliche Informationen preis

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Denschlag, Bad HomburgJournal Onkologie: Welche Subtypen von uterinen Sarkomen werden in der neuen S2-Leitlinie uterine Sarkome besprochen?

Denschlag:
Berücksichtigt wurden das Leiomyosarkom (LMS), das low-grade endometriale Stromasarkom (LG-ESS), das high-grade Stromasarkom (HG-ESS), das undifferenzierte uterine Sarkom (UUS) sowie das Adenosarkom, außerdem gibt es einen Abschnitt über die Karzinosarkome bis diese Entität final in der kommenden S3-Leitlinie Endometriumkarzinom abgehandelt wird.


Journal Onkologie: Wie lautet das Statement zur Diagnostik?

Denschlag: Es gibt keine spezifischen Symptome für uterine Sarkome. Die vaginale Ultraschalluntersuchung ist die Methode der Wahl im Rahmen der bildgebenden Diagnostik bei Verdacht auf Vorliegen eines uterinen Sarkoms. Bildgebende Verfahren oder diagnostische Operationen können ein uterines Sarkom nicht ausschließen.


Journal Onkologie: Die Leitlinie unterscheidet bei der Therapie von uterinen Sarkomen zwischen den einzelnen Entitäten. Basis der Therapie ist die operative Resektion. Gibt es Fälle, in denen ein Morcellement erfolgen sollte?

Denschlag: Definitiv nein. Bei einem klinischem Verdacht auf ein Malignom des Uterus sind morcellierende Verfahren kontraindiziert, da diese zu einer Prognoseverschlechterung führen. In jedem Falle soll bei geplantem Morcellement, auch bei klinisch nicht suspekt erscheinendem Tumor, die Patientin über dieses Risiko aufgeklärt und alternative Verfahren angeboten werden.


Journal Onkologie: Wie sehen die einzelnen Empfehlungen zur Systemtherapie aus?

Denschlag: Diese sind für die einzelnen Entitäten unterschiedlich. Beim LMS sollte nicht generell eine adjuvante Chemotherapie durchgeführt, kann aber in Abhängigkeit von gewissen Risikofaktoren (z.B. höheres Tumorstadium) individuell diskutiert werden. Beim LG-ESS sollte keine adjuvante Chemotherapie durchgeführt werden. In Abhängigkeit von Risikofaktoren (z.B. höheres Tumorstadium) kann eine adjuvante endokrine Therapie individuell diskutiert werden, sollte aber nicht generell durchgeführt werden. Beim HG-ESS und UUS kann eine adjuvante Therapie durchgeführt werden.


Journal Onkologie: Was ist für Sie persönlich der zentrale Punkt in den Empfehlungen, der künftig den Kollegen das klinische Management und den Umgang mit uterinen Sarkomen erleichtern soll?

Denschlag: Im Allgemeinen die differenzierten Empfehlungen in Abhängigkeit von der einzelnen Entität. Im Speziellen die Empfehlung, dass bei den eigentlichen Sarkomen (Ausnahme Karzinosarkom) eine systematische pelvine und paraaortale Lymphadenektomie bei diagnostisch unauffälligen Lymphknoten nicht durchgeführt werden sollte.


Vielen Dank für das Gespräch!

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