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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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28. August 2012

Ein Jahr Eribulin beim metastasierten Mammakarzinom

Interview mit PD Dr. Joachim Bischoff, Universitätsfrauenklinik Magdeburg.

Im Juli 2012 wurde Eribulin in die S3-Leitlinie der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) aufgenommen. Auch die Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie (AGO) empfiehlt Eribulin für Frauen mit metastasiertem Mammakarzinom nach Taxan- und Anthrazyklin-Vorbehandlung. PD Dr. Joachim Bischoff, Magdeburg, berichtete aus diesem Anlass über die Erfahrungen, die er mit dieser Substanz in der klinischen Praxis sammeln konnte.

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JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Dr. Bischoff, wie beurteilen Sie die Wirksamkeit und Verträglichkeit von Eribulin?

BISCHOFF: Man muss sich zunächst über die Behandlungssituation klar sein. Eribulin wird in einer späten Linie eingesetzt bei intensiv vorbehandelten Patientinnen, die nicht mehr so belastbar sind wie Patientinnen in einem frühen Erkrankungsstadium. In dieser späten Situation ist die Verträglichkeit von Eribulin sehr gut, da v.a. Blutbildveränderungen auftreten, die gut beherrschbar sind. Hingegen treten schwerwiegende Nebenwirkungen wie Durchfall, Hautveränderungen oder Mundschleimhautentzündungen, wie sie von Vergleichstherapien bekannt sind, unter Eribulin nur in einem geringen Ausmaß auf. Dadurch sind die Patientinnen in dieser Situation besser führbar. Auch die Alopezie hält sich in Grenzen – ein für die Lebensqualität sehr wichtiger Aspekt.

Die Wirksamkeit von Eribulin ist in dieser Therapiesituation erstaunlich gut. Gerade die intensiv vorbehandelten Patienten mit mehreren verschiedenen Schemata im Vorfeld sprechen sehr gut an – auch die Taxan-vorbehandelten Patientinnen. Offenbar besteht keine Kreuzresistenz zu Taxanen, da es sich bei Eribulin um eine andere Klasse von Mikrotubulin-Inhibitoren handelt.

JOURNAL ONKOLOGIE: Was bedeutet Wirksamkeit bei einer intensiv vorbehandelten Patientin?

BISCHOFF: Ganz unabhängig von den eingesetzten Substanzen profitieren Patientinnen mit weit fortgeschrittenem Brustkrebs nicht nur von hohen Ansprechraten, sondern auch von einer minimalen Rückbildung des Tumors oder einer Stabilisierung. Auch Minimal-Responder haben im klinischen Alltag einen Benefit, der sich im Rückgang von Beschwerden äußert. Die Ansprechdauer auf Eribulin kann mehrere Monate betragen, was in diesem Setting relativ lang ist.

JOURNAL ONKOLOGIE: Gibt es Patientinnengruppen, die besonders von Eribulin profitieren?

BISCHOFF: Patientinnen mit triple negativem Mammakarzinom scheinen besonders von Eribulin zu profitieren, generell Patientinnen mit HER2-negativem Subtyp. Bei HER2-positiven Patientinnen legen wir den Fokus auf eine gegen HER2-gerichtete Therapie. Aktuell wird in Deutschland hierzu eine bundesweite Kombinationsstudie der German Breast Group (GBG) mit Eribulin und Lapatinib (E-VITA) durchgeführt, an der 30 Zentren in Deutschland teilnehmen.

JOURNAL ONKOLOGIE: Ist Eribulin ein guter Partner für Kombinationstherapien?

BISCHOFF: Eribulin besitzt nicht nur ein günstiges Toxizitätsprofil, dieses zeigt darüber hinaus auch keine Überlappungen mit den bekannten Toxizitäten von Biologicals, was generell günstig für die Kombinierbarkeit mit den neuen Substanzen ist. Aufgrund des nicht überlappenden Toxizitätsprofils bietet sich Eribulin auch als Kombinationspartner mit Chemotherapien an.

JOURNAL ONKOLOGIE: Sind die S3-Leitlinie und die AGO-Empfehlungen zu Eribulin einheitlich?

BISCHOFF: Es gibt eine einheitliche Empfehlung, die auf den Ergebnissen der zulassungsrelevanten Studie EMBRACE basiert, die einen Überlebensvorteil für Eribulin nachweisen konnte gegenüber etablierten Standardtherapien. Besonderheit ist dabei, dass dies erstmals bei Patientinnen nach Anthrazyklin- und Taxan-Versagen gelungen ist.

Vielen Dank für das Gespräch!

as

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