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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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19. April 2018

Edoxaban in der VTE-Rezidivprophylaxe bei onkologischen Patienten

Krebspatienten haben ein erhöhtes Risiko für venöse Thromboembolien (VTE). Die randomisierte, kontrollierte Studie Hokusai-VTE-Cancer zeigte, dass Edoxaban in der Rezidivprophylaxe von Krebs-assoziierten VTE eine effektive und gut verträgliche Alternative zu niedermolekularen Heparinen (NMH) sein kann.
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Etwa jeder fünfte Patient mit einer aktiven Krebserkrankung ist von VTE betroffen (1, 2). Die bislang von relevanten Leitlinien empfohlene Standardbehandlung bei Krebs-assoziierter VTE besteht in der subkutanen (s.c.) Gabe von NMH für mind. 6 Monate. Wegen der erforderlichen täglichen Injektionen sei die Akzeptanz von NMH gerade bei onkologischen Patienten gering, so Prof. Dr. Cihan Ay, Wien. Als potenzielle Alternative kommt die Anwendung direkter oraler Anti-koagulanzien (DOAK) in Betracht. In der Vergangenheit fehlten aber Daten aus direkten Vergleichsstudien mit DOAK vs. NMH. Die Evidenzlücke wurde nun durch die randomisierte, prospektive Phase-IIIb-Studie Hokusai-VTE-Cancer bei insgesamt 1.050 Krebspatienten mit objektiv bestätigter VTE geschlossen (3). Die Studie habe erstmals den Nachweis erbracht, dass ein DOAK in der VTE-Prophylaxe bei Krebspatienten eine adäquate Alternative zu NMH sein kann, erläuterte Prof. Dr. Jan Beyer-Westendorf, Dresden.

Die Studienteilnehmer erhielten für 6-12 Monate entweder Edoxaban (Lixiana®) in einer fixen Dosierung von 60 mg/d (Reduktion auf 30 mg/d bei einer Kreatinin-Clearance von 30-50 ml/min, einem Körpergewicht ≤ 60 kg und/oder P-gp-Inhibitor) nach initialer 5-tägiger NMH-Gabe oder eine Standardtherapie mit Dalteparin (200 IE/kg 1x tgl. für die ersten 30 Tage, gefolgt von 150 IE/kg 1x tgl.). In Bezug auf den kombinierten primären Endpunkt VTE-Rezidive oder schwere Blutungen war Edoxaban dem bisherigen Goldstandard nicht unterlegen (3). VTE-Rezidive oder schwere Blutungsereignisse traten während des 12-monatigen Beobachtungszeitraums im DOAK-Arm bei 12,8% der Patienten auf und bei 13,5% der Patienten des NMH-Arms (HR=0,97; p=0,006 für Nichtunterlegenheit). Die VTE-Rezidivrate wurde durch Edoxaban numerisch reduziert (7,9% vs. 11,3%; HR=0,71; p=0,09). Schwere Blutungen der Kategorien 3 und 4 waren insgesamt selten (jeweils 12 Patienten). Auch das ereignisfreie Überleben war vergleichbar (Edoxaban: 55,0%, Dalteparin: 56,5%) (3). Laut Beyer-Westendorf ist damit zu rechnen, dass die neuen Daten im Zuge von Updates relevanter Leitlinien berücksichtigt werden.
Abdol A. Ameri
Quelle: Satellitensymposium „Sicherheitsaspekte in der antithrombotischen Therapie aktuell“, GTH, 22.02.2018, Wien; Veranstalter: Daiichi-Sankyo
Literatur:
(1) Ay C et al. Thromb Haemost 2017;117:219-30.
(2) Grilz E et al. GTH 2018:P118.
(3) Raskob GE et al. N Engl J Med 2018;378: 615-24.
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