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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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17. März 2011

Editorial: Kurative Therapie des Pankreaskarzinoms – gibt es die Strahlentherapie noch?

„Einigkeit besteht darin, dass die Radikalität einer Pankreasresektion über die Heilungschancen beim Pankreaskarzinom entscheidet. Einigkeit besteht auch darin, dass die lokal fortgeschrittene Tumor-ausbreitung des Pankreaskrazinoms die radikale Resektion und damit die Heilungsaussichten allzu oft limitiert.
0 Neuere Untersuchungen zeigen, dass radikale Operationen im kurativen Sinn wohl noch seltener gelingen, als bisher angenommen. Somit setzt sich auch in chirurgisch geprägten Zentren die Erkenntnis durch, dass Pankreaskarzinome durch alleinige Chirurgie zwar behandelt aber nur selten geheilt werden können. Onkologen und Chirurgen interpretieren die Literatur zur kurativen Therapie des Pankreaskarzinoms in der Weise, dass die Studien zur postoperativen Strahlentherapie des Pankreaskarzinoms methodisch problematisch sind, andererseits die Studien zur neoadjuvanten Radiotherapie noch zu wenig zahlreich und vor allem zu klein sind. Deshalb gibt es zur Frage der (neo-) adjuvanten Radiotherapie und Radiochemotherapie des Pankreas-karzinoms keine Schlussfolgerungen, die einer Evidenzprüfung auf hohem Niveau standhielten. Das Ringen um den richtigen Standpunkt geben – in wissenschaftlich hochwertiger und gut verständlicher Form geschrieben – die beiden Pro- und Contra-Artikel zur Strahlentherapie des Pankreaskarzinoms in diesem Heft wieder.

Die deutschen S3-Leitlinien äußern sich sehr zurückhaltend zum Stellenwert der Strahlentherapie im kurativen Therapieansatz. Dies ist die Haltung, die Leitlinien typischerweise einnehmen müssen, da sie sich methodisch am geprüften, publizierten und bewerteten Wissensschatz zu orientieren haben. Werden wir damit der Strahlentherapie in der Indikation des Pankreaskarzinoms gerecht? Moderne Strahlentherapie zeichnet sich durch eine Vielzahl neuer Techniken in der Bestrahlungsplanung, in der Dosismodulierung und Fraktionierung aus. Neue Strahlenquellen bis hin zur Partikelstrahlung finden Verwendung und es gibt eine zunehmende Vielfalt der Kombinationen mit neuen und zielgerichteten medikamentösen Behandlungen. Die Erfahrung in der Medizin zeigt, dass Verbesserungen der Methoden selten zur Verdrängung des Bewährten führen, sondern eher zur Ergänzung und am Ende zur Optimierung des Gesamtergebnisses.

Aus diesem Grund sollten wir uns und unseren Patienten eine Chance geben, neben der bestmöglichen radikalen Chirurgie auch die Weiterentwicklung der Strahlen- und medikamentösen Therapie des Pankreaskarzinoms im Rahmen klinischer Studien zu untersuchen. Und wir sollten uns (fachübergreifend) der Worte des Ökonomen Peter Drucker besinnen: „Es geht nicht nur darum, dass man die richtigen Dinge tut, sondern man muss die Dinge auch richtig tun.“

PD Dr. med. Florian Lordick, Braunschweig
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