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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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26. Mai 2016

EAU 2016: Kongresshighlights aus Sicht des Uro-Onkologen

Interview mit Prof. Dr. Maximilian Burger, Caritas-Krankenhaus St. Josef, Universität Regensburg.

Auf dem Jahreskongress der European Association of Urology (EAU), der in München vom 11. bis 15. März 2016 stattfand, wurden aktuelle urologische Innovationen und evidenzbasiertes Wissen rund um die Urologie von namhaften Experten vorgestellt und diskutiert. Im Interview mit JOURNAL ONKOLOGIE sprach Herr Prof. Dr. Maximilian Burger, Regensburg, über seine persönlichen Eindrücke und Highlights des Kongresses.
JOURNAL ONKOLOGIE: Herr Prof.Burger, was waren Ihre persönlichen Highlights des diesjährigen EAU-Kongresses?

Burger:
Eine bahnbrechende Neuerung oder ein richtiges „Aha“-Erlebnis gab es eigentlich nicht. Aber annähernd in allen Bereichen der Urologie gibt es kleinere und vor allem stetige Verbesserungen. Und so ist mein persönliches Highlight, dass wir Schritt für Schritt unsere Arbeit verbessern, und konsequent an bestehenden Problemen weiter arbeiten. Als kleines Beispiel ist die Forumssitzung zur Zystektomie zu nennen, die ich gemeinsam mit einem Schweizer und einem australischen Kollegen moderierte. Man könnte ja meinen, dass sich bei einer seit vielen Jahren etablierten Operationsmethode nichts mehr ändert. Aber das stimmt eben nicht. Es wurde über alle Aspekte intensiv, kritisch und auch selbstkritisch diskutiert, und es gab viele neue und gute Ansätze. Wir verbessern uns in kleinen Schritten, aber wir kommen voran.


JOURNAL ONKOLOGIE: Welche Rolle spielt die Onkologie auf dem EAU-Kongress?

Burger:
Die Onkologie ist klar dominierend. Auf der EAU-Jahrestagung wurde deutlich, dass die Urologie überwiegend onkologisch orientiert ist, 3 der 10 epidemiologisch bedeutendsten Malignome liegen in unserem Fachgebiet. Und was auf dem EAU-Kongress besonders gut zu sehen war, ist die multimodale Therapiestrategie der Urologen. Wir diagnostizieren, operieren und therapieren medikamentös. Diese Verzahnung ist gut und macht die Uro-Onkologie effektiv. Das heißt aber nicht, dass wir Urologen unter uns bleiben wollen. Denn richtig gut wird die Versorgung erst dann, wenn man interdisziplinär arbeitet, wo es nötig ist. Die steigenden Patientenzahlen in zertifizierten Zentren in Deutschland zeigen das – und es spiegelte sich auch auf dem EAU-Kongress in vielen Beiträgen von Onkologen und Strahlentherapeuten wider. Und man erkennt es an den zahlreichen Urologen, die regelmäßig ASCO und ESMO besuchen – wenn es ihnen die Arbeit erlaubt. Ich verfolge das lieber online mit, dazu gibt es heute ja viele gute Möglichkeiten.


JOURNAL ONKOLOGIE: Welche urologischen Malignome standen auf dem EAU-Kongress im Mittelpunkt?

Burger:
Die großen 3 sind Nierenzell-, Harnblasen- und Prostatakarzinom, und alle sind im klinischen Alltag wichtig. Wie aber Herr Dr. Götz Geiges, der Vorsitzende der IQUO, als Vertretung der niedergelassenen Uro-Onkologen, in der letzten Ausgabe von JOURNAL ONKOLOGIE bereits gesagt hat, ist die medikamentöse Therapie des Prostatakarzinoms gerade in der Diskussion, da sich hier einiges tut. Das war auch auf dem EAU-Kongress so.


JOURNAL ONKOLOGIE: Was gibt es Neues bei der Hormontherapie des Prostatakarzinoms?

Burger:
Klinisch konnte gezeigt werden, dass auch der hochbetagte metastasierte Patient von einer antiandrogenen Therapie profitiert. Und interessant war, dass die intermittierende vs. die kontinuierliche antiandrogene Therapie wieder ein interessantes Konzept geworden ist, und man auch molekulare Mechanismen erkennt, welche einen Rechallenge sinnvoll erscheinen lassen. Die sekundäre Hormonmanipulation ist ein wichtiges Thema – vor allem die Frage der Sequenz von Abirateron und Enzalutamid wird diskutiert. Für beide Reihenfolgen gibt es Argumente. Mehr Daten gibt es zur Sequenz Abirateron vor Enzalutamid – aber das Rennen ist offen. Spannend ist in diesem Zusammenhang auch die quasi „Renaissance“ der Taxantherapie, zu welcher wir wieder früher tendieren. Die Sequenzen sind also vielfältig und man fühlt sich an das mRCC erinnert.


JOURNAL ONKOLOGIE: Was tut sich bei Konzepten der Strahlentherapie?

Burger:
Um auch noch kurz bei der Hormontherapie zu bleiben – die Rolle von Bicalutamid im Rahmen der adjuvanten Strahlentherapie oder bei lokalem Rezidiv nach radikaler Prostatektomie wird neu beleuchtet. Und die Therapie mit Radium-223 ist in der breiteren Versorgung angekommen, so dass man jetzt auch Strategien zum Retreatment untersucht.


JOURNAL ONKOLOGIE: Welcher medikamentöse Therapieansatz steht im Fokus?

Burger:
Das sind ganz klar die immuntherapeutischen Ansätze. Während es wenig Neues im Bereich des Prostatakarzinom wie zu Sipuleucel oder Prostvac gab, ist die Check-Point-Blockade angekommen. Für das mRCC ist sie mit Nivolumab schon Realität geworden, aber auch die Daten für das metastasierte Harnblasenkarzinom sind vielversprechend. Auf dem nächsten EAU-Kongress werden wir an diesem Punkt wesentlich weiter sein.


Vielen Dank für das Gespräch!
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