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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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07. Februar 2012

Docetaxel – Backbone für Therapie mit zielgerichteten Substanzen

Das metastasierte Mammakarzinom ist nach wie vor nicht heilbar, allerdings liegt heute dank verbesserter Therapieoptionen in großen Zentren die durchschnittliche Überlebenszeit nach Auftreten der Metastasierung bei 3 bis 4 Jahren. Der zu erwartende Nutzen einer therapeutischen Intervention muss immer gegen deren Nebenwirkungsprofil abgewogen werden. In Abhängigkeit von der Progression, den Beschwerden und dem Allgemeinzustand wird bei Hormonrezeptor-negativer oder Hormon-resistenter Erkrankung eine Mono- oder eine Kombinationschemotherapie eingesetzt. Handelt es sich um eine langsame, nicht lebensbedrohliche Metastasierung, ist zuerst eine Monotherapie in Betracht zu ziehen. Als Monotherapie konnte Docetaxel in einer randomisierten Studie beim Anthrazyklin-vorbehandelten, metastasierten Mammakarzinom das Überleben gegenüber einer Therapie bestehend aus Mitomycin und Vinblastin verbessern [2]. Bei hohem Remissionsdruck, z.B. bei ausgeprägter Symptomatik oder drohendem Organausfall, das heißt, wenn ein schnelles Therapieansprechen notwendig ist, sollte eine Kombinationschemotherapie eingesetzt werden. Eine gute Alternative zur Kombinationschemotherapie ist dann auch eine Kombination aus Docetaxel und dem VEGF-Antikörper Bevacizumab.
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Nach den Ergebnissen der AVADO-Studie [3] stellt die Kombination Docetaxel plus Bevacizumab eine neue Therapieoption für die Erstlinenbehandlung HER2-negativer Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom dar. Die Kombination aus Docetaxel 100 mg/m2 plus Bevacizumab 15 mg/kg alle 3 Wochen appliziert erreicht eine vergleichbare Wirkung wie eine Kombinationschemotherapie, ohne die Nebenwirkungsrate einer Docetaxelmonotherapie wesentlich zu erhöhen. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 19,5 Monaten ergab sich ein signifikanter Vorteil im progressionsfreien Überleben (HR 0,77; p=0,0164 bzw. HR 0,67; p=0,0002) und in der Ansprechrate (55 bzw. 64% versus 46%) unter Docetaxel in Kombination mit Bevacizumab 7,5 mg/kg bzw. 15 mg/kg im Vergleich zu Docetaxel alleine. Dies bestätigte sich auch in der Subgruppenanalyse der AVADO-Studie [4] für Patientinnen, die 65 Jahre oder älter waren. Nebenwirkungen vom Schweregrad 3 und 4 waren trotz der zusätzlichen Therapie mit Bevacizumab nicht signifikant häufiger aufgetreten. Dies galt sowohl für Chemotherapie-assoziierte als auch für Bevacizumab-typische Nebenwirkungen.

Die ATHENA-Studie bestätigt die Daten der AVADO-Studie. Das Nebenwirkungsprofil bei den ≥ 70-jährigen Patientinnen unterschied sich nicht wesentlich von dem der jüngeren Patientinnen. Lediglich arterielle Hypertonie, Proteinurie und Nasenbluten traten in allen Altersgruppen etwas häufiger auf.

Bislang konnte kein Überlebensvorteil durch die Kombination Docetaxel plus Bevacizumab im Vergleich zu einer Docetaxel-Monotherapie nachgewiesen werden, so dass die Docetaxel-Monotherapie unverändert als ein Standard bei der Behandlung von Patientinnen mit metastasiertem Mammakarzinom angesehen werden kann.

Wichtig für die Wirksamkeit der neuen, zielgerichtet wirkenden Substanz beim Mammakarzinom scheint ein effektiver zytostatischer Kombinationspartner zu sein. Docetaxel als eine der effektivsten Einzelsubstanzen beim Mammakarzinom bietet sich daher als Kombinationspartner für Bevacizumab und andere zielgerichtet wirkende Substanzen an. Weitere Kombinationen aus Docetaxel und neuen zielgerichtet wirkenden Substanz werden geprüft, aktuell z.B. in der MADONNA-Studie bei Patientinnen mit HER2-negativem, metastasiertem Mammakarzinom die Kombination Docetaxel plus Sorafenib, einen Multi-Tyrosinkinase-Inhibitor.

Die Kasuistik zeigt eine Patientin, bei der aufgrund einer symptomatischen Pleurakarzinose die Indikation zur Polychemotherapie bestand, man sich aber aufgrund ihres reduzierten Allgemeinzustandes für eine Kombinationstherapie mit Docetaxel plus Bevacizumab entschied.
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Prof. Dr. med. Andreas Schneeweiss,
Frauenklinik
Universitätklinikum Heidelberg
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