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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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27. Mai 2013

3. ASORS-Jahreskongress - 12.-13. April 2013, Berlin

Die Querschnittsleitlinien zur Supportivtherapie und Rehabilitation sind auf dem Weg

Erklärtes Ziel des diesjährigen Jahreskongresses der Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie, Rehabilitation und Sozialmedizin (ASORS) der Deutschen Krebsgesellschaft war es, einen praxisorientierten, breiten Überblick über supportive Therapiemöglichkeiten und Rehabilitationsstrategien bei Tumorerkrankungen zu bieten. Großes Thema waren die verschiedenen S3-Querschnittsleitlinien zur Supportivtherapie und Rehabilitation, die sich derzeit im Entstehungsprozess befinden.

Die Vorsitzenden der ASORS legten dar, dass jede onkologische Therapie unbedingt von einer adäquaten Supportivtherapie und Rehabilitation begleitet werden sollte. Dr. Petra Ortner, München, definierte als Ziele der Supportivtherapie und Rehabilitation die Prävention und das Management von unerwünschten Wirkungen einer onkologischen Therapie über den gesamten Zeitraum der Therapie hinweg. Dies beinhaltet die Diagnostik und Therapie von Folgestörungen, die Information und Schulung von Betroffenen, die Behandlung von Begleiterkrankungen, die Verbesserung der körperlichen und psychosozialen Rehabilitation und die Verbesserung der Lebensqualität und des Überlebens. "Supportive Maßnahmen gehören unbedingt in moderne Tumortherapie-Konzepte, denn sie ermöglichen erst deren Durchführung", sagte Ortner.

Mit der steigenden Anzahl Langzeitüberlebender nimmt auch die Bedeutung der onkologischen Rehabilitation immer mehr zu, erklärte Prof. Dr. Hans H. Bartsch, Freiburg. Viele Patienten benötigen Hilfestellungen, damit sie wieder ins Berufs- und Sozialleben zurückfinden. Ein auf dem ASORS-Kongress bedeutendes Thema war die Erstellung der S3-Querschnittsleitlinien zur onkologischen Supportivtherapie und Rehabilitation im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie der Deutschen Krebsgesellschaft. Diese befinden sich jeweils in der Anfangsphase und werden voraussichtlich 2015 fertig gestellt sein. Der aktuelle Stand der Leitlinien sowie die Befolgung bereits vorhandener Leitlinien im Bereich der Supportivtherapie und Rehabilitation wurden im Rahmen des Kongresses vorgestellt und diskutiert.

Unzureichende Einhaltung von Leitlinien

So wurde von der ASORS eine repräsentative Umfrage am Beispiel der Neutropenieprophylaxe bei Chemotherapien durchgeführt, um herauszufinden, inwieweit derzeit Leitlinien im Praxis-Alltag umgesetzt werden. Dazu wurden fast 2.000 Patienten mit Lungen- oder Mammakarzinom oder aber malignen Lymphomen befragt. Wie der Leiter der Umfrage, Prof. Dr. Hartmut Link, Kaiserslautern, erklärte, gibt es große Diskrepanzen zwischen den Empfehlungen und der Behandlungsrealität. So zeigte sich, dass viele Patienten, die laut Leitlinien unbedingt zur Vermeidung einer febrilen Neutropenie eine Primärprophylaxe mit dem Granulozyten-stimulierenden Wachstumsfaktor (G-CSF) bekommen hätten sollen, diese nicht erhielten. Dieser negative Effekt war besonders ausgeprägt bei Patienten mit Lungenkarzinom (Abb. 1). Warum die Leitlinien so wenig befolgt werden, soll nun im weiteren Verlauf evaluiert werden. Aus den ermittelten Daten zog Link das Fazit, dass die Leitlinien zur G-CSF-Prophylaxe nicht ausreichend eingehalten werden. Vor allem Patienten mit Lungenkarzinom werden nicht adäquat versorgt. Link forderte, dass entsprechende Leitlinien künftig auch Qualitätsindikatoren und Kriterien für optimale Akzeptanz und Umsetzung haben sollten.

 

Abb. 1: Einhaltung der EORTC-Leitlinie zur Neutropenieprophylaxe bei Chemotherapie von Patienten mit Lungenkarzinom.
 

Erstellung der S3-Leitlinie zur supportiven Therapie

Wie PD Dr. Karin Jordan, Halle, in einer Plenarsitzung erklärte, war für die Erstellung der S3-Leitlinie zur supportiven Therapie besonders die große Themenvielfalt eine Herausforderung und bedurfte einer Eingrenzung auf 10 Themen. Diese umfassen die Tumortherapie-induzierte Anämie, die Antiemese, granulopoetische Wachstumsfaktoren, Hauttoxizitäten, Schleimhauttoxizität, Tumortherapie-induzierte Diarrhoe, periphere Neurotoxizität, ossäre Komplikationen, supportive Maßnahmen in der Radioonkologie und Paravasate. "Der nächste Schritt wird es nun sein, zu diesen 10 ausgewählten Themen etwa 120 Schlüsselfragen zu erarbeiten", so Jordan.

Leitlinie Rehabilitation


Auch die S3-Leitlinie Rehabilitation befindet sich im Entstehungsprozess. Der Hauptantrag wird demnächst gestellt werden. Wie Prof. Hans Helge Bartsch, Freiburg, erklärte, ist das Ziel die Erstellung einer organübergreifenden, interdisziplinären Leitlinie zur Rehabilitation von Patienten mit malignen Erkrankungen, um deren Teilnahme am sozialen und beruflichen Leben zu verbessern. "Die Leitlinie ist deswegen notwendig, um eine rehabilitative Behandlung evidenzbasiert durchzuführen und eine sozialmedizinische Beurteilung nachvollziehbar und überprüfbar zu machen." Bartsch resümierte: "Onkologische Rehabilitation wirkt, ist qualitätsgesichert, kosteneffizient und nachhaltig."

Dies bekräftigte auch Prof. Dr. Manfred E. Heim, Güttingen/Schweiz: "Rehabilitation ist Teil der onkologischen Versorgungskette und erstreckt sich über den gesamten Verlauf der Erkrankung." Für eine bessere Rehabilitation von onkologischen Patienten forderte Heim, dass bereits im Tumorboard ein Rehabilitationsmediziner anwesend ist und dass alle Schwerpunktkliniken/Tumorzentren über eine Rehabilitationsabteilung verfügen sollten. "Außerdem ist eine ausreichende Finanzierung der ambulanten und stationären Rehabilitation zum Qualitätserhalt notwendig", ergänzte Heim. "Im Moment nehmen durchschnittlich nur etwa 30% der Tumorpatienten rehabilitative Maßnahmen in Anspruch. Es sollte aber eigentlich jede onkologische Therapie von Reha-Maßnahmen begleitet werden", sagte Heim.

S2e-Leitlinie zur Radioonkologie

Wie PD Dr. Ulrike Höller, Berlin, mitteilte, befindet sich die S2e-Leitlinie zur Supportivtherapie in der Radioonkologie derzeit im Konsensverfahren. "Gerade in der Bestrahlungstherapie sind supportive Maßnahmen besonders wichtig, weil die Radiotherapie unbedingt ohne Behandlungspausen durchgeführt werden muss. Ansonsten kommt es zum Dosisverlust, der die Wirksamkeit der Therapie gefährden kann." Als Vorteil der Leitlinien-Arbeit sieht sie, dass man währenddessen erkennt, welche Fragen noch offen sind, und in welche Richtung man weiter arbeiten sollte.

sk

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