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JOURNAL ONKOLOGIE – Artikel
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24. Februar 2015

Derzeitiger Stand der Multigenanalysen beim Mammakarzinom

"Kaum ein anderes Thema in der Therapieentscheidung beim Mammakarzinom ist so emotional besetzt wie die Multigenanalysen", sagte Prof. Nadia Harbeck während des 7. Jahreskongresses des Tumorzentrums München. In Deutschland stehen inzwischen 4 Genexpressionstests - Oncotype DX®, MammaPrint®, EndoPredict® und ProsignaTM - zur Verfügung, die in den AGO-Leitlinien genannt werden, praktikabel sind und eine gute Evidenz aufweisen. Eingesetzt werden sie bei der großen Gruppe der Patientinnen mit luminalem Subtyp, bei denen der pathologische Befund allein für die Risikoeinschätzung nicht ausreichend ist, so Harbeck.

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Sinnvoll sind die Multigentests bei Patientinnen, deren Rückfallrisiko nicht eingeschätzt werden kann, dies betrifft die Mehrzahl der Patientinnen mit luminalem Subtyp. Überflüssig sind die Tests auf der anderen Seite bei einer eindeutigen Hochrisikosituation, erinnerte Harbeck. Dazu gehören Patientinnen mit 4 oder mehr positiven Lymphknoten. Ihr Rückfallrisiko ist so hoch, dass sie auf jeden Fall eine neoadjuvante/adjuvante Chemotherapie erhalten sollten. Patientinnen mit einem Luminal-A-Karzinom ohne Lymphknotenbefall haben wiederum eine gute Prognose, so dass eher keine Chemotherapie notwendig ist.

Erste Zwischenergebnisse der in Deutschland durchgeführten prospektiven PlanB-Studie zeigen, dass mittels Oncotype DX® hormonrezeptorpositive, HER-negative Patientinnen mit bis zu 3 positiven Lymphknoten identifiziert werden können, denen sicher eine Chemotherapie erspart werden kann. Eingeschlossen waren Patientinnen, die nach den klassischen klinischen Parametern eine Chemotherapie erhalten hätten. In der Studie wurden die Patientinnen mit einem Recurrence Score (RS) ≥ 12 randomisiert verschiedenen Chemotherapie-Regimen zugeordnet. Patientinnen mit Ki-67 > 40% sind mit 90%iger Sicherheit Hochrisiko-Patientinnen, sagte Harbeck. Jene Patientinnen mit einem niedrigen RS (≤ 11) erhielten nur eine Anti-Hormontherapie. Nach 3 Jahren zeigte sich bei Patientinnen mit niedrigem RS, dass 98,3% von ihnen keinen Rückfall erlitten hatten, obwohl sie vor Vorliegen des Oncotype DX® Testergebnisses als Hochrisikopatientinnen galten. In der Low-risk-Gruppe erhielten 86% keine Chemotherapie, in der Intermediate-risk-Gruppe erhielten etwa 80% eine Chemotherapie. Eine schlechte Konkordanz von Grading und Ki-67-Bestimmung besteht zwischen Zentral- und Lokallabor, berichtete Harbeck.

Der Multigentest MammaPrint® ist ebenfalls einsetzbar bei 0-3 positiven Lymphknoten und kann jetzt auch mit Paraffin-eingebettetem Tumormaterial durchgeführt werden. MammaPrint® ist jetzt ergänzt worden durch die Tests BluePrint® und TargetPrint®, mit denen luminale Subtypen noch besser charakterisiert werden können. Ebenfalls gut validiert ist der EndoPredict®-Test, der auch das Risiko für Spätrezidive nach 5 Jahren gut erfasst. In der EndoPredict® Low-risk-Gruppe waren 96% der Patientinnen nach 5-10 Jahren frei von Fernmetastasen.

ProSignaTM ist der neueste der 4 Multigentests. Die PAM50-basierte Signatur identifiziert die Luminal A-, Luminal B-, Basal-like- und HER2-enriched Subtypen. Daten einer österreichischen Studiengruppe (Fitzal et al. ASCO 2014) zeigen, dass dieser Test auch prädiktiv für die Lokalrezidive ist.

Harbeck wies darauf hin, dass die Genexpressionstests untereinander nicht zu 100% korrelieren. Sie riet daher von multiplem Testen ab. Denn wenn auch nur ein Test die Patientin der Hochrisikogruppe zuordne und alle anderen nicht, müsse man ihr in diesem Fall immer eine Chemotherapie anbieten. Zu bedenken sei auch, dass nicht  jeder Test für jedes Patientenkollektiv validiert ist. Auch gibt es noch keine routinemäßige Erstattung in der Regelversorgung, was Harbeck als sehr problematisch bezeichnete.

as

7. Jahreskongress des Tumorzentrums München, München, 24.1.2014

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